Während im Kennedy Space Center der Countdown für Artemis II läuft, sichert sich Italien eine Schlüsselrolle bei der künftigen Mondbesiedlung: Das erste Wohnmodul für Astronauten soll in Turin entstehen.
Der Countdown für die Artemis-II-Mission hat im Kennedy Space Center in Cape Canaveral offiziell begonnen. Der Start ist für den 1. April um 18.14 Uhr Ortszeit geplant. Das Signal dazu kam aus dem Startkontrollzentrum "Rocco Petrone", benannt nach dem in Italien geborenen Ingenieur, der das Apollo-Programm leitete.
Die NASA hat bestätigt, dass die SLS-Rakete und das Orion-Raumschiff auf Pad 39B bereitstehen. Dort schließen Techniker die Betankung mit flüssigem Wasserstoff und flüssigem Sauerstoff ab und bereiten das Schalldämpfungssystem vor, das das Fahrzeug vor dem gewaltigen Dröhnen der Triebwerke schützen soll.
In dieser neuen Ära der Mondfahrt, 54 Jahre nach Apollo 17 - der letzten Mission zum Erdtrabanten im Jahr 1972 -, wird Italien eine wichtige Rolle spielen. Das gilt umso mehr, als die NASA diesmal auf eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond setzt - mit Blick auf spätere Missionen zum Mars.
Italienische Technologie im Zentrum der Mondpläne
Der italienische Minister für Unternehmen und "Made in Italy", Adolfo Urso, unterzeichnete am Dienstag in Washington ein historisches Abkommen mit NASA-Administrator Jared Isaacman, im Beisein des Präsidenten der italienischen Raumfahrtbehörde ASI, Teodoro Valente.
Das Abkommen sieht vor, dass italienische Unternehmen das erste Wohnmodul auf dem Mond bauen und damit die Rolle Italiens als zentraler Technologiepartner im Artemis-Programm festigen. Das Modul soll im Luft- und Raumfahrtzentrum von Turin gebaut werden, einem weltweit führenden Standort, und den Astronauten ermöglichen, auf dem Mond zu leben und sicher zu arbeiten.
"Dies ist eine wichtige Anerkennung für Italien und unsere Unternehmen", sagte Urso in Washington. Sie seien mit dem Bau der Wohnmodule beauftragt, "die den Astronauten einen sicheren und langen Aufenthalt auf dem Mond ermöglichen werden".
"Das Zuhause der Astronauten wird Made in Italy sein, gebaut mit italienischer Technologie und von italienischen Unternehmen", heißt es weiter in der Mitteilung des Ministeriums.
Italienischer Astronaut soll zum Mond
Das Modul trägt den Namen MPH (Multi-Purpose Habitat), ist druckbeaufschlagt und zylindrisch und wird in den Anlagen von Thales Alenia Space Italia, einem Gemeinschaftsunternehmen von Thales und Leonardo, im Rahmen eines im Juli 2025 mit der ASI unterzeichneten Vorentwurfsvertrags entwickelt.
Der Vertrag sieht außerdem vor, dass ein italienischer Astronaut bei einer der nächsten Missionen die Mondoberfläche betreten wird. Dieser Meilenstein ist Teil einer historischen Zusammenarbeit, die mit dem San-Marco-Programm begann und nun durch die Vision einer stabilen menschlichen Präsenz weiter gestärkt wird.
Im vergangenen Dezember unterzeichnete Präsident Donald Trump einen Erlass, der die Rückkehr der USA zum Mond bis 2028 und die Einrichtung eines ständigen Außenpostens bis 2030 vorsieht.