Die Anlage im finnischen Lappeenranta liefert bis zu 310 Megawatt Strom. Das entspricht der Leistung von drei großen Hyperscaler-Rechenzentren.
Das niederländische Cloud-Unternehmen Nebius errichtet nach eigenen Angaben eine der größten KI-Fabriken Europas.
Rechenzentren treiben das Rennen um künstliche Intelligenz an: Sie liefern die Rechenleistung, den Speicher und die Infrastruktur, um anspruchsvolle Modelle zu trainieren und zu betreiben.
Die Fabrik entsteht in der finnischen Stadt Lappeenranta und soll eine Leistung von bis zu 310 Megawatt (MW) erreichen. Nach den Maßstäben der Internationalen Energieagentur (IEA) für Hyperscale-Rechenzentren entspricht das ungefähr drei solchen Großrechenzentren.
Sie nutzt ein geschlossenes Flüssigkühlsystem, das die Temperatur der Computer reguliert und den Wasserverbrauch auf ein Minimum senkt, wie Nebius mitteilte (Quelle auf Englisch).
Das System fängt außerdem überschüssige Abwärme der Server auf und speist sie in ein lokales Fernwärmenetz ein. Die Energie kann dann zum Heizen von Wohnungen genutzt werden.
Die Fabrik in Lappeenranta schafft nach Unternehmensangaben bis zu 700 Arbeitsplätze in der Bauphase. Sobald das Rechenzentrum in Betrieb ist, kommen rund 100 Dauerstellen hinzu.
Das Unternehmen will bis Ende 2026 mindestens 2,5 Gigawatt (GW) Leistung bereitstellen und bis 2030 langfristig auf 3,3 GW kommen, was nach Angaben von Nebius zu den größten speziell für KI ausgelegten Rechenkapazitäten weltweit zählen würde. Dazu gehört ein weiteres Projekt in der Nähe von Lille im Nordosten Frankreichs, das im Betrieb 240 MW erreichen soll.
Die Anlage in Lappeenranta soll 2027 fertig sein und dann Kunden zur Verfügung stehen.
Europa verfügte 2025 über rund 14.784 Megawatt (MW) Leistung in seinen Rechenzentren, nach 10.539 Megawatt im Jahr 2023, so (Quelle auf Englisch) die European Data Centre Association.
Es entstehen noch größere Projekte als das in Lappeenranta. In Strängnäs in Schweden ist etwa ein Rechenzentrum geplant, das zwischen 350 und 750 MW liefern könnte, heißt es (Quelle auf Englisch) beim Vermögensverwalter Brookfield.
Der Internetdienstanbieter Start Campus errichtet in Sines in Portugal einen Rechenzentrums-Campus mit 1,2 GW Leistung, der bis 2030 in Betrieb gehen soll, wie das Unternehmen 2024 bekanntgab (Quelle auf Englisch).