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Frankreich verschärft Jagd auf Russlands "Schattenflotte"

Frankreich geht entschiedener gegen Tankschiffe mit falscher Flagge für russisches Öl vor
Frankreich verschärft Vorgehen gegen Tanker mit falscher Flagge für russisches Öl Copyright  État-major des armées via AP
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Von Simon Ormiston
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Die Festsetzung des Tankers unterstreicht erneut, mit welcher Entschlossenheit Frankreich gegen Schiffe vorgeht, die Russland nach dem Angriff auf die Ukraine bei der Umgehung internationaler Sanktionen unterstützen sollen.

Ein Tanker, der im Verdacht steht, Teil der russischen "Schattenflotte" zu sein, ist am Dienstag unter Begleitung der französischen Marine in die Bucht von Douarnenez in der Bretagne eingelaufen.

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Das Schiff Tagor war bereits am Sonntag in internationalen Gewässern vor der französischen Atlantikküste gestoppt und mit Unterstützung britischer Behörden kontrolliert worden, wie der Élysée-Palast mitteilte. Nach Angaben französischer Behörden war der Tanker aus dem russischen Arktikhafen Murmansk ausgelaufen und soll unter einer falschen kamerunischen Flagge gefahren sein, als er abgefangen wurde.

Demnach verweigerte der russische Kapitän zunächst die Anweisung zum Anhalten. Frankreich entsandte daraufhin ein Enterkommando auf das Schiff. Der Kreml verurteilte die Aktion als einen Akt "internationaler Piraterie".

Die Tagor ist bereits der vierte Tanker mit mutmaßlichen Verbindungen zu Russlands sogenannter Schattenflotte, den Frankreich seit September 2024 festgesetzt hat. Schiffe dieser Flotte fallen häufig durch undurchsichtige Eigentumsstrukturen, wiederholte Flaggenwechsel, Umladungen auf hoher See sowie eine eingeschränkte oder fehlende Versicherungsdeckung auf.

Westliche Regierungen sehen in dem Netzwerk ein zentrales Instrument, mit dem Russland trotz internationaler Sanktionen weiterhin Öl exportiert. Nach Angaben der französischen Behörden war die Tagor auf dem Weg zum Hafen von Limbe, als sie gestoppt wurde. Das Führen einer falschen oder ungültigen Flagge gilt als schwerwiegender Verstoß gegen das internationale Seerecht und wird häufig mit der Umgehung von Sanktionen in Verbindung gebracht.

Ein französischer Hubschrauber setzte am Sonntag Kräfte auf der Tagor ab, nachdem der Kapitän den Stopp angeblich verweigert hatte. 31. Mai 2026.
Ein französischer Hubschrauber setzte am Sonntag Kräfte auf der Tagor ab, nachdem der Kapitän den Stopp angeblich verweigert hatte. 31. Mai 2026. French Army via AP

Iranischer Reederei-Magnat mit russischen Ölexporten verknüpft

Besondere Aufmerksamkeit erhält der Fall, weil internationale Schifffahrtsdatenbanken die Tagor mit dem Netzwerk des iranischen Öl-Händlers Mohammad Hossein Shamkhani in Verbindung bringen. Er gilt als einer der wichtigsten Akteure, denen vorgeworfen wird, sowohl russische als auch iranische Ölexporte trotz internationaler Sanktionen zu erleichtern.

Shamkhani ist der Sohn des früheren iranischen Sicherheitsratschefs Ali Shamkhani. Ihm wird der Aufbau eines weitverzweigten Netzwerks von Schifffahrts- und Logistikunternehmen zugeschrieben, das vor allem von den Vereinigten Arabischen Emiraten aus operiert. Die Europäische Union belegte Shamkhani im Juli 2025 mit Sanktionen und nahm auch mehrere Unternehmen seines Firmengeflechts ins Visier, darunter die Admiral Group und die Milavous Group.

In den EU-Dokumenten wird er als eine Schlüsselfigur der russischen Schattenflotte bezeichnet. Nach Einschätzung der EU ist sein Netzwerk zu einem bedeutenden Dienstleister für russische Rohölexporte geworden. Brüssel wirft ihm vor, dem russischen Energiesektor erhebliche Einnahmen zu verschaffen. Die USA verschärften später ihre Sanktionen gegen das, was sie als Shamkhanis "riesiges Schifffahrtsimperium" bezeichnen.

Dabei wurden mehr als 100 Unternehmen, Einzelpersonen und Schiffe mit Verbindungen zu dem Netzwerk mit Strafmaßnahmen belegt. US-Behörden zufolge hat das Geflecht durch den Transport und Verkauf von russischem und iranischem Öl Milliardenerlöse erzielt. Französische Behörden haben bislang jedoch nicht öffentlich erklärt, dass Shamkhani unmittelbarer Eigentümer der Tagor sei.

Frankreich hält viertes Schiff der Schattenflotte fest

Frankreich hat sein Vorgehen gegen Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte in den vergangenen zwölf Monaten deutlich verschärft. Die Behörden setzten bereits die Tanker Deyna und Grinch im Mittelmeer fest. Beide Schiffe durften jedoch nach Zahlung von Geldstrafen ihre Fahrt fortsetzen. In einem weiteren Fall verurteilte ein französisches Gericht den chinesischen Kapitän des Tankers Boracay in Abwesenheit zu einem Jahr Haft sowie einer Geldstrafe von 150.000 Euro.

Das Schiff hatte im September 2024 vor der bretonischen Küste Anhalteanweisungen der Behörden missachtet. Im April kündigte die französische Regierung an, die Strafen für Schiffe zu verschärfen, die ohne gültige Flaggenregistrierung unterwegs sind oder sich Kontrollen auf See entziehen. Paris reagiert damit auf die wachsende Sorge über Sanktionsumgehungen und Sicherheitsrisiken, die mit der Schattenflotte in Verbindung gebracht werden.

Nach Angaben der Europäischen Union stehen inzwischen rund 600 Schiffe mit mutmaßlichen Verbindungen zu Russland auf Sanktionslisten. Die Maßnahmen sollen den Druck auf Moskau erhöhen und den Export russischen Öls weiter erschweren.

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