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Schweizer Forscher testen Roboterhund für schnellere Erkundung von Mond und Mars

Beinroboter absolviert Mars-Analogtests im Labor der Universität Basel.
Beinroboter absolviert Analogtests im Marslabor der Universität Basel. Copyright  Credit: Dr. Tomaso Bontognali
Copyright Credit: Dr. Tomaso Bontognali
Von Theo Farrant
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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In jüngsten Tests absolvierte der hundeähnliche Roboter seine Einsätze dreimal schneller als von Menschen gesteuerte Konkurrenzmodelle.

Schweizer Forschende testen einen teilautonomen Roboter. Er könnte den Mars ohne ständige Steuerung durch Menschen erkunden und so die Suche nach Mineralien, Wasser und sogar Spuren von urzeitigem Leben auf anderen Weltenoder Exoplaneten beschleunigen.

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Der vierbeinige Roboter mit dem Namen ANYmal erinnert eher an einen robotischen Hund als an einen klassischen Rover. An seinem Körper sitzt ein Roboterarm mit einer Mikroskopkamera und einem Raman-Spektrometer, einem Scanner, der die chemischen Fingerabdrücke eines Gesteins auslesen und bestimmen kann.

Forschende der Universität Basel testen ANYmal in ihrem "Marslabor". Diese Simulationsanlage bildet die staubigen und felsigen Oberflächen des Mars und des Mondes. nach.

Links: der Roboter, wie er mit MICRO und Raman autonom Messungen an einem Gestein durchführt. Rechts: Beispielaufnahmen der Mikroskopkamera (MICRO).
Links: der Roboter, wie er mit MICRO und Raman autonom Messungen an einem Gestein durchführt. Rechts: Beispielaufnahmen der Mikroskopkamera (MICRO). Credit: Dr Gabriela Ligeza.

Der Auftrag für ANYmal war klar: selbstständig navigieren, wissenschaftlich interessante Gesteine identifizieren, sie analysieren und die Ergebnisse übermitteln - alles ohne Eingriffe von Menschen.

Die Versuchsreihen sind kürzlich in Frontiers in Space Technologies (Quelle auf Englisch) erschienen. Der Roboter analysierte dabei nacheinander mehrere Gesteine und identifizierte Gips, ein weiches Sulfatmineral, Karbonate, Basalte sowie mondähnliche Materialien wie Dunite und Anorthosite.

ANYmal absolvierte die Missionen autonom in nur zwölf bis 23 Minuten. Ein menschlicher Operator benötigte für dieselbe Aufgabe 41 Minuten. Die Kontrolle durch Menschen lieferte jedoch etwas detailliertere und geringfügig genauere Ergebnisse.

Die derzeitigen Marsrover stehen fast ständig unter Überwachung von der Erde und schaffen pro Tag nur einige Hundert Meter. Ein Roboter, der eigene wissenschaftliche Entscheidungen trifft, könnte das Tempo der Erkundung deutlich erhöhen.

Die Studie zeigt außerdem: Laufroboter, die Hindernisse übersteigen und sich an wechselndes Gelände anpassen können, erreichen wissenschaftlich interessante Regionen, in die Rover mit Rädern nicht vordringen.

Insgesamt deuten die Ergebnisse auf eine Zukunft hin, in der Roboter wie ANYmal nicht nur ferngesteuerte Werkzeuge sind. Sie werden zu aktiven Forschungspartnern, die eigenständig nach Biosignaturen suchen, also nach chemischen Spuren, die auf urzeitiges Leben auf fernen Planeten hinweisen könnten.

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