OpenAI preist sein neues Modell GPT-5.5 als besonders hilfreich für Programmierung, Büroarbeit und frühe Phasen wissenschaftlicher Forschung an.
OpenAI hat sein neuestes KI-Modell GPT-5.5 vorgestellt und bewirbt es als bislang „intuitivstes und leistungsstärkstes Modell“.
Nach Angaben des Unternehmens versteht GPT-5.5 Nutzerwünsche besser und erledigt mehrstufige Aufgaben wie das Schreiben und Debuggen von Code, die Auswertung von Daten sowie das Erstellen von Dokumenten und Tabellen.
Im Unterschied zu früheren Versionen soll GPT-5.5 auch komplexe Aufträge bewältigen, für die bisher mehrere Eingaben mit Schritt-für-Schritt-Anweisungen nötig waren. Das Modell plant demnach selbstständig sein Vorgehen und arbeitet weiter, bis die Aufgabe erledigt ist, so OpenAI.
Dadurch eignet sich GPT-5.5 laut OpenAI besonders für Programmierung, Routineaufgaben im Büro und frühe Phasen wissenschaftlicher Forschung.
In Programmier-Tests schnitt das Modell besser ab als sein Vorgänger GPT-5.4. Es konnte komplexe Softwareaufgaben effizienter lösen, etwa Kommandozeilen-Aufgaben und reale Problemberichte auf GitHub.
Seit Freitag stellt OpenAI GPT-5.5 schrittweise Nutzern der Plus-, Pro-, Business- und Enterprise-Tarife in ChatGPT und im Codex-Tool für Programmierer zur Verfügung.
Das Modell soll außerdem über eine Programmierschnittstelle (API) zugänglich werden, über die Entwickler und Unternehmen GPT-5.5 direkt an ihre Anwendungen und Dienste anbinden können. OpenAI nannte jedoch noch keinen Zeitpunkt oder konkrete Märkte für den Start.
Nach Unternehmensangaben integriert GPT-5.5 die bislang „stärksten Schutzmechanismen“ und wurde von knapp zweihundert Frühzugangs-Partnern getestet, darunter Firmen und Forschungsteams aus den Bereichen Software, Finanzen, Kommunikation, Wirkstoffentwicklung und Wissenschaft.
Die Einführung erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen um Sicherheit und Kontrolle immer leistungsfähigerer KI-Modelle und eines Wettlaufs der Tech-Konzerne.
Anfang des Monats stellte OpenAIs Konkurrent Anthropic das Modell Claude Mythos Preview vor, das nach Firmenangaben für eine vollständige öffentliche Freigabe noch zu gefährlich ist. Mythos kann tausende bislang unbekannte Schwachstellen mit hoher Kritikalität in wichtigen Betriebssystemen und Webbrowsern identifizieren.
OpenAI brachte wenige Tage nach der Mythos-Ankündigung ein eigenes KI-Modell mit Schwerpunkt Cybersicherheit in begrenztem Umfang auf den Markt. GPT 5.4 Cyber, eine Variante des Flaggschiff-Modells GPT 5.4, unterliegt laut OpenAI weniger Einschränkungen bei sicherheitsbezogenen Anfragen, sofern sie legitimen, defensiven Zwecken dienen.