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Was Makaken tun, weil Menschen Affen auf Gibraltar mit Junkfood füttern

Gibraltarmakak
Gibraltarmakke Copyright  Wikimedia Commons
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Von Cagla Uren
Zuerst veröffentlicht am
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Eine Studie stellt fest, wie Menschen die Lebensweise von Affen ändern. Die Makaken in Gibraltar fressen absichtlich Erde, um die ungesunde Nahrung zu verdauen, die sie von den Touristen und Touristinnen erhalten.

Eine neue Studie über Makakenaffen hat auf dramatische Weise gezeigt, wie der menschliche Einfluss das Verhalten von Wildtieren verändert.

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Laut einer in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlichten Studie fressen Makaken in Gibraltar absichtlich Erde, um die ungesunde Nahrung zu verdauen, die sie von Touristen und Touristinnen erhalten.

"Natürliches Mittel" gegen Eiscreme und Kekse

Silvain Lemoine, Hauptautor der Studie, betont, dass die natürliche Nahrung der Makaken aus Gräsern, Blättern, Samen und gelegentlich Insekten besteht. Eis, Kekse und ähnliche Nahrungsmittel, die Touristen und Touristinnen verfüttern, stören das Gleichgewicht ihrer Ernährung.

In einem Interview mit dem BBC-Magazin Science Focus sagt Lemoine: "Die von Touristen mitgebrachte Nahrung ist extrem kalorienreich und enthält viel Zucker, Salz und Milchprodukte. Das steht in völligem Widerspruch zu dem, was die Art normalerweise zu sich nimmt".

Lemoine zufolge kann das Essen von Erde dazu beitragen, diese negativen Auswirkungen auszugleichen.

Sie fressen 12 Mal pro Woche Erde

Die Forscher beobachteten etwa 230 Makaken, die in Gibraltar lebten, und fanden heraus, dass jeder von ihnen im Durchschnitt 12 Mal pro Woche Erde fraß. Dieses Verhalten, das als "Geophagie" bezeichnet wird, ist in den Sommermonaten, wenn die Zahl der Touristen und Touristinnen zunimmt, um 40 Prozent häufiger anzutreffen.

Es wurde festgestellt, dass Makaken, die mehr Kontakt mit Menschen haben und daher mehr Junkfood zu sich nehmen, auch häufiger Erde fressen. Auf drei Gruppen, die in Touristengebieten leben, entfielen 72 Prozent aller Fälle von Primaten, die Erde zu sich nehmen.

Im Gegensatz dazu wurde dieses Verhalten bei der einzigen Makakengruppe, die nie mit Reisenden in Kontakt kam, nicht beobachtet.

Den Wissenschaftlern zufolge nutzen Makaken die Erde als "Ergänzung". "Wir glauben, dass sich dieses Verhalten entwickelt hat, um die Schäden am Verdauungssystem zu verringern, die durch kalorienreiche, aber ballaststoffarme Nahrung verursacht werden", erklärt Lemoine.

Es wird vermutet, dass die Erde im Verdauungstrakt der Makaken eine Barriere bildet, die die Aufnahme schädlicher Stoffe begrenzt und gleichzeitig nützliche Bakterien liefert, die die Darmflora unterstützen.

Der menschliche Einfluss verändert das Verhalten der Tiere

Das neuartige Verhalten ist nicht nur bei Makaken zu beobachten. Es ist bekannt, dass Ringschwanzlemuren durchschnittlich 16 Mal pro Woche und Schimpansen in Ostafrika etwa 14 Mal pro Woche Erde fressen.

In natürlichen Makakenpopulationen in Nordafrika ist es jedoch äußerst selten, dass die Affen Erde zu sich nehmen. Dies deutet darauf hin, dass die Veränderung in Gibraltar weitgehend vom Menschen verursacht wurde.

Ein ähnliches Verhalten wird bei Makaken beobachtet, die im Jam Shan Park in Hongkong leben. Diese Tiere fressen mehr als 33 Mal pro Woche Erde, denn ihre Ernährung basiert stark auf Essen, das Menschen ihnen anbieten.

Der Studie zufolge sind diese Makaken ein wichtiges Beispiel dafür, wie menschliche Aktivitäten die Lebensweise von Tieren verändern.

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