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Neunsitzer startet nach 50 Metern: Norwegen setzt auf Hybridflugzeug

EL9-Ultrakurzstreckenflugzeug mit neun Sitzen verändert Regionalverkehr auf 80–800 km: schnelle, günstige Flüge statt langsamer Autofahrten.
EL9-Kurzstreckenflieger für neun Passagiere revolutioniert Regionalverkehr auf 80–800 Kilometern: ersetzt langsame Autofahrten durch schnelle, günstige, emissionsarme Flüge. Copyright  Electra
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Von Roselyne Min
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Das neue Hybridflugzeug fliegt direkt über Land und Wasser und soll die Reisezeiten deutlich verkürzen, sagen die Partner des norwegischen Projekts.

Luftfahrtunternehmen weltweit wollen Fliegen stärker in den Alltag integrieren. In Norwegen könnte man dafür schon bald direkt vom nächstgelegenen Parkplatz abheben.

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Die norwegische Luftfahrtbehörde hat in dieser Woche ein Testprojekt für Hybridflugzeuge gestartet. Sie sollen an sogenannten „Ultrakurz-Zugangsstellen“ wie Parkplätzen oder Drohnenplätzen starten und landen.

Das Hybridflugzeug Ultra Short EL9 des US-Luftfahrt-Start-ups Electra kommt ohne Flughafen und herkömmliche Start- und Landebahn aus. Es startet und landet auf einer Strecke von nur 50 Metern und benötigt lediglich eine Fläche in der Größe eines Fußballfeldes.

„Dieses Projekt ist ein weiterer Schritt beim Ausbau der internationalen norwegischen Testarena für die Luftfahrt mit null oder geringen Emissionen“, erklärte Verkehrsminister Jon-Ivar Nygård in einer gemeinsamen Mitteilung der norwegischen Luftfahrtbehörde und ihrer Partner.

„In einem langen, dünn besiedelten Land wie Norwegen, in dem die Luftfahrt für die regionale Mobilität und Erreichbarkeit unverzichtbar ist, müssen wir früh klären, wie sich neue Lösungen sicher und verantwortungsvoll einführen lassen, sobald die Technik ausgereift ist“, ergänzte Nygård.

Das Projekt gehört zur internationalen norwegischen Testarena für eine Luftfahrt mit null oder geringen Emissionen. Dort sollen neue Technologien mit realen Testflügen und passenden Regeln schneller in den Betrieb kommen.

Der staatliche Flughafenbetreiber Avinor und die norwegische Luftfahrtbehörde arbeiten dafür mit den US-Unternehmen Bristow Group und Electra zusammen. Gemeinsam wollen sie das Kurzstart- und -landeflugzeug erproben.

Das Flugzeug kann Wasserflächen und schwer zugängliches Gelände direkt überfliegen. Die Projektpartner hoffen, dass es damit eine Alternative zu stundenlangen Autofahrten bietet und gleichzeitig die Emissionen begrenzt.

Die neunsitzige Maschine ist für Strecken zwischen 80 und 800 Kilometern ausgelegt.

Der Ultra Short EL9 könnte Einsätze ermöglichen, die mit konventionellen Flugzeugen oder sogar Hubschraubern nicht machbar sind, hieß es von dem Unternehmen. Die Maschine könnte etwa auf Feldern landen und so abgelegene oder schlecht angebundene Gemeinden mit Flughäfen in Regionen ohne eigene Luftverkehrsinfrastruktur verbinden.

Ab 2027 wollen die Partner zunächst an kleineren Flughäfen in Nordnorwegen testen. Später sollen Versuche an „neuartigen Zugangsstellen“ ohne Flughafen sowie an einem großen norwegischen Airport folgen.

Kleine Luftverkehrsdienste, die Reisezeiten verkürzen, Emissionen senken und Innenstädte entlasten sollen, wachsen weltweit zu einem eigenen Marktsegment heran.

Das US-Unternehmen Heart Aerospace entwickelt derzeit einen Prototyp eines Hybridflugzeugs, das bis zu 400 Kilometer mit Batteriestrom und nachhaltigem Flugkraftstoff zurücklegen soll. Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten plant unterdessen, ab Ende 2026 Flugautos über der Stadt einzusetzen.

Noch stehen jedoch Elektroflugzeuge und elektrisch angetriebene Senkrechtstarter (eVTOL) vor großen Hürden. Dazu zählen begrenzte Batteriekapazitäten, Fragen der Flugsicherung und fehlende Infrastruktur.

Die Luftfahrtbranche in Europa arbeitet daher am Aufbau einer Infrastruktur für eVTOL-Fluggeräte. Die Stadt Genf in der Schweiz schloss bereits 2018 Vereinbarungen, um mögliche Drohnentaxis in der Stadt zu untersuchen. Auch Flughafenbetreiber in Italien und Frankreich planen die Einführung von Flugtaxi-Diensten, haben aber noch keinen Starttermin genannt.

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