Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Spanien und EU starten in Barcelona neuen Quantencomputer für fast 10 Millionen Euro

Supercomputerzentrum Barcelona.
Supercomputerzentrum Barcelona. Copyright  Copyright 2010 AP. (Photo: Businesswire)
Copyright Copyright 2010 AP. (Photo: Businesswire)
Von Escarlata Sánchez
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Dieser Supercomputer steht im BSC-CNS-Zentrum in Barcelona. Er verbindet klassische Computertechnik mit digitaler und analoger Quantencomputer-Technik.

Spanien hat seinen dritten Quanten-Supercomputer in Betrieb genommen. Die Investition von 9,8 Millionen Euro soll Forschung und Künstliche Intelligenz (KI) beschleunigen. Das Barcelona Supercomputing Center (BSC) hat dafür einen dritten Quantenrechner installiert. Er wird in das System MareNostrum 5 eingebunden, das klassische Supercomputer, KI und Quantencomputing kombiniert.

WERBUNG
WERBUNG

Die neue Maschine hat das in Barcelona ansässige Unternehmen Qilimanjaro Quantum Tech entwickelt und gebaut. Die EU-Kommission und das Staatssekretariat für Digitalisierung und Künstliche Intelligenz finanzieren das Projekt. Es handelt sich um einen analogen Quantencomputer, anders als die zwei bereits installierten Systeme, die digital arbeiten.

Klassische Computer arbeiten mit Bits, die zu jedem Zeitpunkt nur den Wert null oder eins annehmen können. Die Quantenrechnung nutzt Qubits, die beide Zustände gleichzeitig repräsentieren können. Dadurch lassen sich deutlich leistungsfähigere Algorithmen entwickeln. Forschende können Probleme angehen, an denen herkömmliche Rechner kaum eine Lösung finden.

MareNostrum Ona: 53 Forschungsprojekte

Die drei Quantencomputer des BSC stehen in der Kapelle der Torre Girona. Dort waren bereits von 2005 bis 2023 die ersten vier Versionen des Supercomputers MareNostrum untergebracht.

Den Quantenbereich von MareNostrum 5 nennt das BSC MareNostrum Ona. Die ersten zwei Maschinen laufen seit Februar 2025 und haben seit ihrer Inbetriebnahme bereits 4.200 Rechenstunden erreicht. Diese Zeit verteilt sich auf 53 Forschungsprojekte, die über offizielle Ausschreibungen des spanischen Supercomputing-Netzwerks (RES) ausgewählt wurden.

Europäische Technologie zu 100 Prozent

Der neue Quantencomputer wird in das europäische Quantencomputing-Netz integriert, das die Initiative European High Performance Computing Joint Undertaking (EuroHPC JU) aufbaut. Mit diesem Programm will die Europäische Union ihre Supercomputing-Fähigkeiten stärken und eine eigene technologische Infrastruktur entwickeln.

Bislang hat EuroHPC JU sechs Quantencomputer angeschafft, die auf verschiedene europäische Länder verteilt sind. Drei davon in Polen, Tschechien und Deutschland sind bereits in Betrieb. Sie gehören zu einem künftigen Netz miteinander verbundener Systeme für wissenschaftliche Forschung und technologische Entwicklung.

Die katalanische Ministerin für Forschung und Universitäten, Núria Montserrat, betonte, dieses Projekt stärke „die Idee einer europäischen technologischen Souveränität gegenüber den Big-Tech-Konzernen aus den USA“. „Mit Technologien, die hier am Supercomputer entstehen, mit katalanischer und spanischer Industriepolitik und starken Allianzen in Europa sind wir in der Lage, eigene europäische Technologien zu entwickeln – auf der Suche nach strategischer Autonomie, um nicht von Drittstaaten abhängig zu sein“, erklärte sie.

Der neue Rechner markiert einen wichtigen Meilenstein für das spanische und europäische Technologie-Ökosystem. Er ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu europäischer technologischer Souveränität, den EuroHPC und das BSC verfolgen – im Einklang mit der Strategie der Europäischen Kommission, die Abhängigkeit von kritischen Infrastrukturen in Drittstaaten zu verringern.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Gerade erst vorgestellt und direkt einer der leistungsstärksten Rechner der Welt: Supercomputer "Alps"

Jeff Bezos auf der VivaTech: Mond besiedeln, um die Erde zu retten

Studie: Mehr Menschen informieren sich über soziale Medien als über klassische Medien