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Spotify-Co-Chef verteidigt neues KI-Musik-Feature als besser als Schund und Piraterie

Das Spotify-Logo auf einem Flachbildfernseher
Das Spotify-Logo auf einem Flachbildfernseher Copyright  Thibault Penin/Unsplash
Copyright Thibault Penin/Unsplash
Von Indrabati Lahiri
Zuerst veröffentlicht am
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Spotifys Entscheidung, KI-Musik auf die Plattform zu lassen, schürt Sorgen, dass menschliche Künstler verdrängt werden und ihre Tantiemen schrumpfen.

Der Co-Chef der Musikstreaming-Plattform Spotify, Alex Norström, hält weiter daran fest: Der Schritt des Unternehmens hin zu KI-generierter Musik sei die bessere Alternative zu billigem KI-Schrott und Piraterie.

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Kürzlich hat das Unternehmen eine neue Funktion vorgestellt. Premium-Abonnentinnen und -Abonnenten können damit eigene, KI-generierte Coverversionen und Remixe erstellen – mit Musik anderer Künstlerinnen und Künstler, die sich beteiligen.

Dieses neue kostenpflichtige Zusatzangebot ist Teil einer Vereinbarung mit der Universal Music Group und wird in der Spotify-App verfügbar sein. Nach Angaben der Plattform könnte das Werkzeug neben den Tantiemen eine zusätzliche Einnahmequelle für Songwriter und Künstlerinnen und Künstler schaffen.

Noch ist unklar, welche Artists bei diesem Lizenzmodell tatsächlich mitmachen. Universal Music vertritt auch große Stars wie Ariana Grande, Taylor Swift und Billie Eilish.

„Schwierige Probleme der Musikwelt zu lösen, das ist es, was Spotify tut – und von Fans erstellte Cover und Remixe sind der nächste Schritt“, sagte Norström in einer Mitteilung. „Woran wir arbeiten, basiert auf Zustimmung, Anerkennung und Vergütung für die Künstlerinnen, Künstler und Songwriter, die mitmachen.

„In jeder technologischen Umbruchphase haben wir eng mit Sir Lucian [Grainge, Chairman und CEO der Universal Music Group] und seinem Team zusammengearbeitet. Ziel ist, das Musikökosystem zu einer reichhaltigeren, für Fans vorteilhafteren Erfahrung und zu besseren Ergebnissen für Künstlerinnen, Künstler und Songwriter weiterzuentwickeln.“

Konkrete Details, wie der neue Dienst funktionieren soll, sind noch offen. Unklar ist etwa, ob KI-Remixe privat bleiben oder sich teilen lassen. Eine weitere Frage: Wie Spotify teilbare, von Nutzerinnen und Nutzern erzeugte KI-Inhalte kennzeichnen könnte.

„Die wertvollsten Innovationen im Musikgeschäft bringen Künstlerinnen, Künstler und Fans immer näher zueinander“, sagte Grainge. „Dieses Prinzip steht im Zentrum dieser wegweisenden, KI-gestützten Superfan-Initiative, die darauf ausgelegt ist, menschliche Kreativität zu unterstützen, die Beziehung zu den Fans zu vertiefen und zusätzliche Erlösmöglichkeiten für Künstlerinnen, Künstler und Songwriter zu schaffen.“

Euronews Next hat Spotify um eine Stellungnahme gebeten.

Spotify setzt auf KI-Remixe: Geraten menschliche Künstler ins Abseits?

Norström betont, die neue Spotify-Funktion solle sorgsam kuratierte KI-Musik klar von sogenanntem KI-Schrott abgrenzen. Viele Künstlerinnen und Künstler fürchten trotzdem, dass Menschen in der Branche an den Rand gedrängt werden.

Eine der größten Sorgen: Die wachsende Konkurrenz durch KI-generierte Musik könnte dazu führen, dass immer mehr Acts widerwillig an dem Angebot teilnehmen – ein möglicher Teufelskreis.

„Ich glaube, wenn es schon KI-Musik gibt, ist es eindeutig besser, wenn sie auf Zustimmung beruht“, sagte Ed Newton-Rex, Komponist und Aktivist für Urheberrechte von Künstlerinnen und Künstlern, wie der Guardian (Quelle auf Englisch) berichtet.

„Die große Frage wird sein, ob Fans die Remixe, die sie erstellen, mit anderen zum Anhören teilen können“, fügte er hinzu. „Wenn das möglich ist, betreten wir gefährliches Terrain. Diese KI-Remixe werden Spotify überschwemmen und andere Songs verdrängen. Das setzt wiederum mehr Musikerinnen und Musiker unter Druck, sich für die KI-Remix-Funktion anzumelden.“

Die Debatte trifft auf ein Publikum, dem es zunehmend egal ist, ob ein Track von einem Menschen oder von einer KI stammt – Hauptsache, die Musik gefällt. KI-generierte Songs haben im vergangenen Jahr bereits Charts angeführt und zeigen die wachsende Nachfrage.

Große Tech-Konzerne wie OpenAI und Meta sehen sich bereits Klagen gegenüber. Der Vorwurf: Sie hätten Inhalte aus Zeitungen, Büchern und anderen urheberrechtlich geschützten Quellen ohne Zustimmung zum Training ihrer KI-Modelle genutzt.

Zudem warnen Kritiker, KI-Musik könne die gesamten Tantiemen verwässern und so das Einkommen menschlicher Künstlerinnen und Künstler weiter schmälern. Auch das Nachahmen von Stil, Stimme und Erscheinungsbild ohne Einwilligung sorgt für Unruhe.

Derzeit setzt Spotify auf ein „Verified by Spotify“-Abzeichen und interne Erkennungstechnologien. Nutzerinnen und Nutzer sollen damit echte menschliche Künstler von KI-Inhalten und Spam unterscheiden können.

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