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Der "Erdbeermond" leuchtet heute Nacht – aber nicht erdbeerrot

ARCHIV: Der Erdbeermond geht hinter dem antiken Poseidon-Tempel rund 70 Kilometer südlich von Athen in Griechenland auf, am 11. Juni 2025. (AP Photo/Petros Giannakouris)
ARCHIV: Der Erdbeermond geht hinter dem antiken Poseidon-Tempel etwa 70 Kilometer südlich von Athen in Griechenland auf, am elften Juni 2025. Copyright  AP Photo
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Von Una Hajdari
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Erdbeermond über Europa: Der Vollmond steigt heute Abend auf, begleitet von jahrhundertealten Legenden – und wird trotz seines Namens nicht die Farbe von Erdbeeren tragen.

Er leuchtet keineswegs erdbeerrot, und in vielen Regionen ist die Erdbeersaison schon vorbei.

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Strawberry Moon, auf Deutsch Erdbeermond, nennt man traditionell den Vollmond im Juni. Es ist der erste Vollmond des Sommers. Er geht nur wenige Tage nach der Sonnenwende der Sonne genau gegenüber auf, wenn der Horizont an langen Sommerabenden noch lange glüht.

In diesem Jahr erreicht er seinen Höhepunkt am Dienstagmorgen um 01:57 Uhr MESZ. In weiten Teilen Europas ist er aber schon heute Abend gut zu sehen: etwa um 21:41 Uhr in London, 22:13 Uhr in Paris sowie um 21:55 Uhr in Berlin und Madrid.

Der Name geht auf Algonkin und andere indigene Völker Nordamerikas zurück. Für sie markierte der Junivollmond die Saison für die Ernte wilder Erdbeeren. Der „Old Farmer’s Almanac“ griff die Bezeichnung auf, seitdem hat sie sich eingebürgert.

Es gibt viele andere Namen. Die Cherokee nannten ihn „Green Corn Moon“, die Cree „Moon When Leaves Come Out“ und die Tlingit an der nordwestlichen Pazifikküste „Birth Moon“, weil in dieser Zeit viele Tiere geboren werden. In China heißt er „Lotus Moon“.

Die Europäer hatten, ganz wie man sie kennt, ihre eigene Version: „Honey Moon“. Er knüpfte an die angelsächsische Tradition an, im Juni Wiesen zu mähen und Honig zu ernten, nicht zu verwechseln mit dem Brauch, nach der Hochzeit z.B. nach Bali zu fliegen.

Würde Euronews Next einen eigenen Namen vorschlagen, hieße er wohl „Hitzewelle, die uns bei lebendigem Leib grillt“-Mond.

AKTENFOTO: Der Mond ist zu 98 Prozent voll, als er am Montag, 13. Juni 2022, über East Boston im US-Bundesstaat Massachusetts aufgeht.
AKTENFOTO: Der Mond ist zu 98 Prozent voll, als er am Montag, 13. Juni 2022, über East Boston im US-Bundesstaat Massachusetts aufgeht. Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved

Was heute Abend zu sehen ist

Der Mond wirkt heute Abend eher golden als rot. Er bleibt dicht über dem südlichen Horizont. Sein Licht muss durch eine dicke Luftschicht, bevor es Ihre Augen erreicht. Das ist derselbe Effekt, der auch Sonnenuntergänge orange färbt.

Es gibt allerdings einen Haken: Der Erdbeermond ist in diesem Jahr ein sogenannter Mikromond. Er steht rund 406.267 Kilometer von der Erde entfernt, also etwa 21.000 Kilometer weiter weg als im Durchschnitt.

Dadurch erscheint er etwa sieben Prozent kleiner und zehn Prozent dunkler als ein typischer Vollmond. Ein Supermond bringt es im Vergleich auf 14 Prozent mehr Durchmesser und 30 Prozent mehr Helligkeit.

Tatsächlich ist es der zweitkleinste Vollmond des Jahres 2026, nur 102 Kilometer näher an der Erde als der „Blue Moon“ im vergangenen Monat.

Für Beobachter auf der Nordhalbkugel zieht er zudem eine der niedrigsten Bahnen seit Jahrzehnten über den Himmel. Der Mond geht nur acht Tage nach der Sommersonnenwende auf. Steht die Sonne extrem hoch, bleibt der Mond entsprechend tief.

Auf der Südhalbkugel kehrt sich diese Geometrie komplett um: Dort ist der heutige Vollmond der am höchsten stehende des Jahres. Australier haben diesmal die Nase vorn.

Zwischen all diesen Details steckt ein wirklich beeindruckender Fakt: Wer heute den Mond anschaut, blickt in Richtung Herz der Milchstraße. Der Erdbeermond steht vor dem „Teapot“-Asterismus im Sternbild Schütze, der grob auf das galaktische Zentrum zeigt.

Am besten beobachten Sie ihn kurz nach Sonnenuntergang, wenn der Mond den südöstlichen Horizont übersteigt und die Atmosphäre ihren goldenen Filter darüberlegt. Heute und morgen wirkt er fast vollständig rund.

Und die Erdbeeren, wo immer Sie welche ergattern, schmecken vermutlich ausgezeichnet.

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