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US-Medien verlangen Sanktionen gegen OpenAI im Urheberrechtsstreit

ARCHIV - Zeitungen melden den Wahlsieg des designierten US-Präsidenten Donald Trump in Rom, Donnerstag, siebter November 2024.
ARCHIV - Internationale Zeitungen in der Innenstadt von Rom berichten über den Wahlsieg des künftigen US-Präsidenten Donald Trump, Donnerstag, siebter November 2024. Copyright  AP Photo
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Von Una Hajdari mit AP
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US-Medien werfen OpenAI vor, Beweise zur Schulung von ChatGPT mit urheberrechtlich geschützten Nachrichten zu verbergen und zu vernichten; im Urheberrechtsstreit sollen die Kosten über 28 Millionen Dollar liegen.

Mehrere Medienhäuser, darunter die New York Times und die Daily News, haben ein Bundesgericht in den USA aufgefordert, Sanktionen gegen OpenAI zu verhängen. Damit verschärfen sie einen Rechtsstreit um künstliche Intelligenz und Urheberrecht, der die Zukunft der ohnehin unter Druck stehenden Nachrichtenbranche maßgeblich beeinflussen könnte.

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Die Zeitungen werfen dem ChatGPT-Entwickler vor, Beweismittel zurückzuhalten, die für einen möglichen Grundsatzprozess zentral wären: die Frage, wie OpenAI und der Geschäftspartner Microsoft ihre KI-Systeme mit Millionen von Zeitungsartikeln trainiert haben.

Im Kern geht es darum, ob KI-Chatbots als Informationsquelle in unlauterer Konkurrenz zu klassischen Medien stehen und ihnen Klicks entziehen, ohne die journalistische Arbeit zu leisten, die hinter den Berichten steckt.

In einem am Donnerstag beim Bundesgericht in Manhattan eingereichten Schriftsatz heißt es, OpenAI habe sich für „Blockade“ entschieden, statt Datensätze und ChatGPT-Protokolle offenzulegen, aus denen hervorgehen könnte, wie das System urheberrechtlich geschützte Inhalte aus Nachrichtenseiten genutzt hat.

Die Kläger fordern das Gericht deshalb auf, das Unternehmen wegen „Fehlverhaltens im Beweisverfahren“ zu sanktionieren. Eine kürzliche Aussage eines OpenAI-Mitarbeiters stehe im Widerspruch zu früheren Angaben der Firma, argumentieren sie.

Steven Lieberman, Anwalt der New York Daily News, wirft OpenAI vor, seit zwei Jahren „falsche Angaben“ zur eigenen Fähigkeit zu machen, in Trainingsdatensätzen und Protokollen gezielt nach urheberrechtlich geschütztem Material zu suchen.

„Mit diesem Antrag bitten wir das Gericht, OpenAI dafür zu bestrafen, dass das Unternehmen Beweise versteckt und vernichtet hat, die zeigen, wie ChatGPT mit gestohlener journalistischer Arbeit trainiert wurde“, sagte Lieberman, der die Daily News und sieben Schwesterblätter vertritt.

Die New York Times hatte OpenAI und Microsoft Ende 2023 verklagt, rund ein Jahr nachdem der Start von ChatGPT einen kommerziellen KI-Boom ausgelöst und die Art verändert hatte, wie Menschen online nach Informationen suchen.

Die Bedrohung für Medienhäuser nahm 2024 weiter zu, als Google KI-generierte Zusammenfassungen über die Trefferliste seiner Suche stellte. Damit entgehen Verlagen Werbeeinnahmen, weil weniger Nutzer auf die Originalquellen klicken.

Inzwischen haben sich der Times weitere Medien angeschlossen, darunter die Muttergesellschaft von Daily News und Chicago Tribune, die Mediengruppe MediaNews Group, der Digitalverlag Ziff Davis sowie das Non-Profit-Center for Investigative Reporting.

OpenAI und andere Tech-Konzerne argumentieren, das Training ihrer Systeme mit digitalisierten Büchern, Online-Artikeln und anderem Webmaterial sei durch den „Fair-Use“-Grundsatz des US-Urheberrechts gedeckt. Diese Rechtsauffassung wird inzwischen in Dutzenden Klagen geprüft, in denen bildende Künstler, Romanautoren, Musiklabels und andere Kreativbranchen gegen KI-Firmen vorgehen. Die Entscheidungen fallen bislang gemischt aus.

Im bisher größten Vergleich in einem Urheberrechtsstreit einigte sich der OpenAI-Konkurrent Anthropic darauf, Buchautoren 1,5 Milliarden Dollar (1,35 Milliarden Euro) zu zahlen, weil der Chatbot Claude ohne Erlaubnis mit ihren Werken trainiert wurde.

Die Argumentation der New York Times unterscheidet sich jedoch von den Klagen der Buchautoren.

In ihrer ursprünglichen Klage und einer im vergangenen Monat eingereichten, erweiterten Beschwerde konzentriert sich die Zeitung auf den Vorwurf unlauteren Wettbewerbs: Unternehmen wollten vom Journalismus der Times profitieren, ohne Zustimmung oder Bezahlung, um damit Konkurrenzprodukte aufzubauen.

Laut Pflichtmitteilungen zu ihren Prozesskosten hat die Times bereits mehr als 28 Millionen Dollar (25 Millionen Euro) für Klagen gegen KI-Unternehmen ausgegeben, darunter eine separate Klage aus dem vergangenen Jahr gegen die Firma Perplexity.

Zu den nun beantragten Sanktionen gehören auch Anwaltskosten, um den Aufwand zu ersetzen, den die Zeitungen hatten, um aus ihrer Sicht „zu Unrecht zurückgehaltene“ Beweismittel zu erlangen.

Die steigenden Prozesskosten treffen die Branche in einer Phase, in der immer mehr Medienhäuser Lizenzverträge mit OpenAI und anderen KI-Konzernen wie Google und Meta abschließen. Diese Vereinbarungen sehen Gebühren dafür vor, dass Nachrichtenangebote oder Archive zum Training der Systeme genutzt werden dürfen.

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