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Top-Reisetrends 2026: Glowcations, Literaturreisen und Alpenurlaub rund ums Jahr

Ein älteres Paar spaziert mit seiner Enkelin am Meer.
Am Meer spaziert ein älteres Paar mit seiner Enkelin und genießt den Tag. Copyright  Clement Proust/Pexels
Copyright Clement Proust/Pexels
Von Indrabati Lahiri
Zuerst veröffentlicht am
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Vom Besuch literarischer Schauplätze bis zur Reise mit mehreren Generationen: Diese Trends prägen wohl das Reisen im Jahr 2026 weltweit.

2025 war ein großes Reisejahr. Im Mittelpunkt standen sinnvolle Erlebnisse, längere Trips, Abenteuer und Wellnessreisen.

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Reisende setzten zunehmend auf Slow Travel zu Nischendestinationen, um Orte wirklich zu erleben statt nur Listen abzuhaken. Dazu gehörten auch „Quietcations“, die beim digitalen Detox helfen und von Burnout erholen. Zudem boomten Fitness-Urlaube: Menschen reisten für Yoga, Wandern, Radfahren, Laufen und mehr.

Ebenso legten nachhaltige und ökologische Reisen deutlich zu. Viele wählen Eco-Lodges und Ferien, die lokale Wirtschaft stärken und die Umweltbelastung senken.

Welche Reisetrends prägen 2026?

Glowcations: Bessere Haut, bessere Gesundheit

Aufwendige Hautpflege-Rituale wie das koreanische Zehn-Schritte-Beauty-Ritual haben in den letzten Jahren stark an Fahrt gewonnen. Verbraucher suchen immer speziellere Produkte, Wirkstoffe und Routinen für strahlende, gesunde Haut.

Dazu zählen personalisierte Pflege, KI-Analysen, DNA-Tests, alte Rituale, Mikrobiom-Tests, Hydration-Stationen und mehr.

2026 wählen noch mehr Reisende Glowcations – Reisen, die Beauty, Wellness und Technologie verbinden und bei denen gezielt Haut- und Wohlfühlbehandlungen im Mittelpunkt stehen.

Besonders Gen Z liebt diesen Trend. Das Ziel: sichtbar verjüngt und mit strahlender, gesünderer Haut nach Hause kommen, nicht nur entspannt.

Beliebte Ziele für Glowcations sind Paris für Schätze aus der französischen Apotheke, Südkorea für K‑Beauty und „Glass Skin“, Italien für Spa-Auszeiten oder Kerala für Ayurveda.

Auch die Unterkunft spielt eine Rolle. Reisende wählen Hotels, die zu ihren Haut- und Wellnessbedürfnissen passen.

Dazu gehören Angebote wie zirkadianes Licht – etwa in den Equinox Hotels und im Four Seasons Los Angeles – zur Unterstützung des natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus, sowie personalisierte Schlaferlebnisse, etwa bei Park Hyatt und Rosewood.

Gesundheitsbewusste, pflanzenbasierte Ernährung ist oft Teil einer Glowcation und unterstützt Haut und Wohlbefinden. Beliebt sind Orte wie The Gate in London und The Shady Shack in Bali.

Literaturtourismus: Von Shakespeare bis Hemingway

Literaturtourismus gewinnt 2026 weiter an Bedeutung. Menschen reisen vermehrt zu Orten, die mit ihren liebsten Autorinnen und Autoren, Büchern, Reihen oder literarischen Events verbunden sind.

So erleben sie die realen Schauplätze, die Geschichten und Figuren inspiriert haben, und tauchen tiefer in ihre Lieblingsstorys ein. Authentische, immersive Erlebnisse wie diese werden beliebter – auch durch soziale Medien wie BookTok.

Der Nach-Pandemie-Boom des digitalen Detox hat zusätzlich Interesse an Buch- und realen Literaturabenteuern geweckt. Sie ermöglichen greifbare Verbindungen und Erinnerungen, während man neue Orte erkundet.

Formen des Literaturtourismus sind etwa ein Besuch von Shakespeares Geburtsort in Stratford-upon-Avon, Jane Austens Haus in Chawton oder Ernest Hemingways Zuhause in Key West. Beliebt sind auch Gräber und Museen, etwa das Brontë Parsonage Museum in Haworth für „Sturmhöhe“.

Andere folgen den Pfaden fiktiver Figuren: Harry-Potter-Touren in London, die Baker Street von Sherlock Holmes oder Anne-auf‑Green‑Gables-Touren auf Kanadas Prince Edward Island. In den USA bietet die Stadt Forks im Bundesstaat Washington zahlreiche Touren für Fans der „Twilight“-Reihe.

Viele besuchen Literaturfestivals wie das Jaipur Literature Festival oder das Jane Austen Festival sowie Cafés wie Paris’ Café de Flore. Ganze Städte mit großer Literaturtradition – etwa Dublin und Edinburgh – werden zu Reisezielen.

Gefragt ist auch das Erkunden von Landschaften aus Büchern: die Schottische Highlands, bestimmte Inseln oder das englische Landleben.

Ganzjährige Alpenauszeiten: Schnee, Skifahren und weniger Trubel

Wo Übertourismus und große Hitze viele beliebte Ziele Südeuropas prägen, wächst der Wunsch nach Alpen- und Bergauszeiten das ganze Jahr über.

Laut Skyscanner erwägen oder planen 71 Prozent der Reisenden aus dem Vereinigten Königreich für Sommer oder Herbst 2026 einen Bergurlaub. Hotelbuchungen für Zimmer mit Bergblick liegen 103 Prozent über dem Vorjahr.

Es geht nicht nur darum, der Hitze zu entkommen oder Aktivitäten wie Skifahren und Snowboarden zu genießen. Skyscanner betont: 62 Prozent der Menschen wünschen sich Ruhe und Abgeschiedenheit, 58 Prozent reizt schöne, entlegene Unterkunft.

Außerdem möchten 41 Prozent weniger Menschenmassen als beim Strandurlaub. 13 Prozent wählen bewusst weniger bekannte Gebirge statt der großen Namen.

Besonders gefragt sind Österreichs Kitzbühel für Glamour und Thermalbecken, Zermatt für schneesichere Resorts und die Schweizer Alpen für spektakuläre Zugfahrten.

Auch Orte wie Banff in Kanada mit Abenteuerlodges und Alaska mit Off-Grid-Wildnis und Wanderwegen boomen. Ebenso Slowenien: kühler, grüner und gut angebunden.

Gami-Vacations: Von Nordirlands Game of Thrones bis zur japanischen Insel Tsushima

Ähnlich wie der Literaturtourismus liegen gami-vacations, also Gaming-Urlaube, 2026 im Trend.

Entgegen dem Klischee, Gamer verließen kaum das Haus, reisen sie zu Schauplätzen ihrer Lieblingsspiele, suchen immersive Erlebnisse wie im Spiel oder besuchen Gaming-Conventions.

Der Erfolg von Titeln wie Ghost of Tsushima und Assassin’s Creed sowie Hobbytourismus treibt die Bewegung. Vor allem von der Gen Z und Millennials verfolgt, wünschen sich Gamer heute maßgeschneiderte, immersive Erlebnisse, die Lieblingswelten mit dem echten Leben verbinden – getrieben vom Wunsch nach mehr emotionaler Nähe.

Beliebte Ziele für Gami-Vacations sind Jotunheimen in Norwegen aus God of War, Schottland aus Assassin’s Creed und die Insel Tsushima in Japan aus Ghost of Tsushima. Auch Montana in den USA ist dank Far Cry 5 gefragt, ebenso der Glacier-Nationalpark.

Apps machen solche Reisen noch spielerischer: mit Missionen, Quests, Challenges, Belohnungen, Badges und spielinspirierten Routen.

Andere zieht es zu großen Gaming-Messen wie der Gamescom in Deutschlands und der Paris Games Week.

Tourismusorganisationen kooperieren mit Studios, um den Trend zu nutzen – etwa Tschechien mit Kingdom Come: Deliverance 2.

KI auf Reisen: Hyperpersonalisierung und einfachere Planung

Der Anstieg von künstlicher Intelligenz (KI) im Reisen hält seit einigen Jahren an und wird 2026 weiter zunehmen.

Gen Z und Millennials kämpfen mit Zeitmangel und Entscheidungsmüdigkeit. Sie wünschen sich mehr Personalisierung, nahtlose Routenplanung und Empfehlungen für versteckte Perlen, an die sie nicht gedacht hätten.

Laut dem Bericht „Marriott Bonvoy Ticket To Travel 2026“ gaben 50 Prozent der Reisenden an, 2025 KI zur Planung oder Recherche einer Reise genutzt zu haben – nach 41 Prozent im Jahr 2024. Ebenso viele würden künftig mit KI auch Unterkünfte buchen.

2026 wird KI noch stärker für hyperpersonalisierte Planung genutzt: mit Vorschlägen anhand von Leidenschaften, Stimmungen, Werten und mehr, um Reisen bedeutsamer zu machen. Da viele abseits ausgetretener Pfade unterwegs sein und Übertourismus meiden wollen, hilft generative KI bei der Entdeckung von Zweitstädten und Off-Peak-Destinationen sowie untertouristischen Zielen.

Außerdem unterstützt KI bei Deals und Preisvergleichen und beim Überwinden von Sprachebarrieren. Auf der anderen Seite setzen Hotels und Anbieter KI zunehmend ein, um Buchungen und Reinigungspläne zu steuern, Besucherströme zu lenken, Gäste zu informieren und Aufgaben wie Check-ins zu automatisieren.

Mehrgenerationen-Reisen: Eltern, Kinder und Großeltern

Mehrgenerationen-Trips, bei denen ganze Familien unterwegs sind – Eltern, Kinder, Großeltern und Verwandte –, werden 2026 weiter wachsen.

Die Gründe: Beziehungen vertiefen, bleibende Erinnerungen schaffen und große Meilensteine wie Jahrestage feiern.

Viele Familien leben weit verstreut und ihre Kalender sind voll. Das führt seltener zu Treffen, aber dann zu größeren Feiern – etwa einem großzügigen gemeinsamen Urlaub.

Auch Kostenvorteile spielen eine Rolle. Große Gruppen erhalten mehr Rabatte, Eltern übernehmen mitunter die Kosten für erwachsene Kinder.

2026 bleiben Drei-Generationen-Reisen gefragt. Ebenso „Skip‑Gen“-Trips, bei denen Großeltern mit Enkelkindern verreisen. Auch Reisen von Eltern mit erwachsenen Kindern nehmen zu.

Oft stehen gemeinsame Aktivitäten im Fokus und die Bildschirmzeit bleibt begrenzt, um bewusste Verbundenheit und Nähe zu fördern. Der Trend zu „Whycations“, also sinngetriebenen, emotional motivierten Reisen – zum Auftanken, zum Wiederverbinden oder zur Sinnsuche –, verstärkt diese Entwicklung.

Beliebte Ziele bieten für alle Generationen etwas, vom Kind bis zur Großmutter. Klassiker am Mittelmeer wie Griechenland, Spanien, Portugal und Zypern sind vorn dabei, ebenso Dubai, Costa Rica und Kalifornien.

Set-Jetting: White Lotus und Emily in Paris

Ein weiterer kultur- und unterhaltungsgetriebener Trend für 2026 ist Set-Jetting. Dabei besuchen Reisende Drehorte von Film und TV. Durch Fankultur, Streaming und soziale Medien hat das zuletzt stark zugelegt.

Intensives Binge-Watching und Reisebeschränkungen in der Pandemie haben den Trend verstärkt. Fans bauen heute tiefere Bindungen zu Figuren und Geschichten auf.

Viele Drehorte sind unterschätzt, bieten spektakuläre Landschaften und historische Architektur und wirken auf Fans „emotional vertraut“.

Gefragte Schauplätze sind Hawaii und Sizilien für „The White Lotus“, Malta und Dubrovnik für „Game of Thrones“, Paris für „Emily in Paris“ und Rumänien für „Wednesday“. Auch Yorkshire im Vereinigten Königreich steht durch „Downton Abbey“ im Rampenlicht.

Ähnlich wie bei Gami-Vacations nutzen Reiseunternehmen und Tourismusbehörden den Trend aktiv – etwa Kampagnen wie „Starring Great Britain“ mit Serien wie „Peaky Blinders“ und „Bridgerton“.

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