Etihad Airways nimmt von ihrem Drehkreuz Abu Dhabi wieder einen eingeschränkten Flugplan auf. Qatar Airways richtet von Doha aus einen begrenzten Hilfskorridor ein.
Nach einer Woche mit Störungen im Luftraum durch den Konflikt zwischen den USA und Israel auf der einen und Iran auf der anderen Seite hat Emirates mitgeteilt, dass die Airline in den „kommenden Tagen“ wieder mit voller Flugkapazität rechnet.
Nach der teilweisen Wiederöffnung des regionalen Luftraums fliegt die in Dubai beheimatete Fluggesellschaft derzeit mit einem reduzierten Flugplan und arbeitet daran, den gesamten Betrieb wieder hochzufahren. Am Donnerstag beförderte sie rund 30.000 Passagiere ab Dubai, bis Samstag sollen 106 tägliche Hin- und Rückflüge zu 83 Zielen starten – fast sechzig Prozent des Streckennetzes.
„Die Airline geht davon aus, ihr gesamtes Streckennetz in den kommenden Tagen wieder zu hundert Prozent bedienen zu können, vorbehaltlich der Verfügbarkeit des Luftraums und der Erfüllung aller operativen Anforderungen“, hieß es am Freitag in einer Mitteilung von Emirates. „Sicherheit hat, wie immer, oberste Priorität – ebenso wie unsere Fürsorgepflicht gegenüber den Fluggästen.“
Passagiere mit früheren Buchungen werden vorrangig berücksichtigt und sollen nur dann zum Flughafen fahren, wenn sie eine bestätigte Reservierung haben.
In bestimmten „Hochnachfrage-Märkten“ hat die Airline ihre Kapazitäten deutlich ausgeweitet. Allein im Vereinigten Königreich wird Emirates bis Samstag elf tägliche Flüge über fünf Flughäfen anbieten.
Auch nach Indien setzt Emirates zusätzliche Kapazitäten ein: Bis Samstag sollen 22 tägliche Flüge neun indische Ziele bedienen. In den USA fliegt Emirates derzeit zu sieben Destinationen.
Nach Angaben von Dubai Airports wurden in den vergangenen 84 Stunden mehr als 1.140 Flüge über den Flughafen Dubai International sowie den Dubai World Central - Al Maktoum International abgefertigt. Vom 2. bis 5. März starteten mehr als 500 Flüge von Dubais beiden Flughäfen und boten zusammen 105.000 Abflugsitze in mehr als 80 Länder, wie der Flughafenbetreiber mitteilte.
Etihad Airways nimmt ab Freitag von ihrem Drehkreuz Abu Dhabi aus einen „begrenzten Flugplan“ wieder auf. Die Airline hatte in den vergangenen Tagen bereits einzelne Flüge durchgeführt, mit der neuen Ankündigung signalisiert sie nun eine Rückkehr zu einem reguläreren Betrieb.
Etihad erklärte, dass sowohl bereits gebuchte Passagiere als auch neue Kundinnen und Kunden auf diesen Flügen reisen können, sofern „alle Sicherheitskriterien erfüllt sind“. Die Fluggesellschaft listete mehr als 70 Ziele auf, die sie zwischen dem 6. und 19. März anfliegen will.
Katar richtet begrenzte Luftbrücke von Doha aus ein
Nach einer befristeten Genehmigung der katarischen Luftfahrtbehörde für einen sicheren Korridor kündigte Qatar Airways an, am Samstag, dem 7. März, Rückholflüge vom Hamad International Airport in Doha zu starten – nach London Heathrow, zum Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle, zum Flughafen Adolfo Suárez Madrid-Barajas, zum Flughafen Rom-Fiumicino und zum Flughafen Frankfurt.
In einer Erklärung teilte Qatar Airways mit, dass „Fluggäste, die mit ihren Familien gestrandet sind, ältere Reisende sowie Menschen mit dringenden medizinischen oder humanitären Reisebedürfnissen auf diesen Flügen Vorrang haben“. Jede Maschine wurde von Qatar Airways im Voraus mit solchen betroffenen Passagieren belegt.
Am Sonntag, dem 8. März, will Qatar Airways außerdem Flüge zum Hamad International Airport aus London, Paris, Madrid, Rom, Frankfurt und Bangkok durchführen. „Diese Flüge sind ausschließlich für Passagiere bestimmt, deren endgültiges Reiseziel Doha ist“, hieß es. Die nächste Aktualisierung will die Airline am Sonntag bis 9 Uhr Ortszeit (7 Uhr MEZ) veröffentlichen.
Welche Airlines sind betroffen?
British Airways hat weitere Flüge von Omans Hauptstadt Maskat nach London Heathrow angesetzt, die am 9., 10., 11. und 12. März jeweils um 2.30 Uhr Ortszeit starten. Die Airline erklärte, diese Flüge seien für „BA-Kunden, die sich in Oman oder den VAE aufhalten und eine bestehende Buchung haben“.
Finnair bereitet zudem Sonderflüge von Maskat nach Helsinki vor, um rund 1.200 derzeit in Dubai gestrandete Kundinnen und Kunden zu transportieren. Der erste Flug ist für Dienstag, den 10. März, geplant, weitere sollen im Laufe der Woche folgen.
Virgin Atlantic ist die jüngste Airline, die ihren Betrieb aus den VAE wieder aufgenommen hat: Am Mittwoch startete der erste Flug nach London Heathrow vom Dubai International. Die britische Fluggesellschaft hat auch ihre Flüge vom King Khalid International Airport in Riad wieder aufgenommen.
Air Arabia bietet inzwischen eine begrenzte Zahl von Flügen von und in die VAE an, vorbehaltlich operativer und regulatorischer Genehmigungen. Am 6. und 7. März sollen einzelne Flüge zu Zielen wie Österreich, Ägypten, Äthiopien, Griechenland, Indien, Italien, Pakistan, Saudi-Arabien und in die Türkei durchgeführt werden.
Wegen anhaltender Luftraumsperrungen in der Region teilte Oman Air mit, dass Flüge von und nach Amman, Dubai, Bahrain, Doha, Dammam, Kuwait, Kopenhagen, Bagdad und Chasab bis Sonntag, den 8. März, gestrichen wurden.
Die Flugbetriebe von Gulf Air bleiben vorübergehend ausgesetzt. Die Airline will ihren Dienst wieder aufnehmen, sobald die Luftfahrtbehörde Bahrains die sichere Wiederöffnung des betroffenen Luftraums bestätigt.
Saudia hat Flüge von und nach Amman, Kuwait, Dubai, Abu Dhabi, Doha, Bahrain, Moskau und Peschawar bis zum 6. März um 23.59 Uhr Ortszeit (21.59 Uhr MEZ) gestrichen.
Die Billigfluggesellschaft Wizz Air hat alle Flüge von und nach Israel, Dubai, Abu Dhabi, Amman und Saudi-Arabien bis einschließlich 7. März ausgesetzt.
Turkish Airlines hat Flüge von und nach Bahrain, Dammam und Riad (Saudi-Arabien), Iran, Irak, Jordanien, Kuwait, Libanon, Oman, Katar, Syrien und die VAE gestrichen.
Air France „beobachtet die Lage in der Region in Echtzeit“, muss wegen der Sperrung bestimmter Lufträume jedoch die Aussetzung ihrer Flüge von und nach Dubai und Riad bis einschließlich 10. März verlängern sowie von und nach Tel Aviv und Beirut bis einschließlich 11. März.
Die niederländische Airline KLM fliegt derzeit weder durch den Luftraum von Iran, Irak und Israel noch über mehrere Länder in der Golfregion. Flüge zu, von oder via Zielen in der Region werden gestrichen oder umgeleitet. Die KLM-Flüge nach Tel Aviv bleiben für den Rest des Winterflugplans ausgesetzt, während Flüge von und nach Dubai, Dammam und Riad bis zum 8. März ruhen.
Die Airlines der Lufthansa Group (darunter Lufthansa, Swiss International Air Lines, Austrian Airlines, Brussels Airlines, ITA Airways und Eurowings) haben ihre Flüge in die Region weitgehend ausgesetzt. Verbindungen von und nach Dubai und Abu Dhabi ruhen bis einschließlich 10. März, Flüge von und nach Dammam bis zum 10. März. Flüge nach Amman und Erbil sind bis zum 15. März gestrichen, Verbindungen von und nach Tel Aviv bis zum 22. März und von und nach Beirut bis zum 28. März. Flüge von und nach Teheran fallen bis zum 30. April aus. Verbindungen von und nach Larnaka auf Zypern sollen ab dem 7. März wieder aufgenommen werden.
Delta Air Lines hat Flüge von New York nach Tel Aviv bis zum 8. März gestrichen, während die Flüge von American Airlines zwischen Doha und Philadelphia „vorübergehend ausgesetzt“ sind.
Air Canada teilte mit, dass derzeit alle Flüge von und nach Dubai und Tel Aviv ausgesetzt sind und der Betrieb am 23. März wieder aufgenommen werden soll.
Garuda Indonesia, die nationale Fluggesellschaft Indonesiens, hat Flüge von und nach Doha „bis auf Weiteres“ vorübergehend ausgesetzt, teilte das Unternehmen in einer Erklärung mit.
Air China, China Southern und einige weitere chinesische Airlines nehmen direkte Flüge nach Saudi-Arabien, Oman und in die VAE wieder auf. Air China ließ nach Angaben staatlicher Medien am Donnerstag einen Flug von Peking nach Riad wieder starten. China unterstützt zudem die Evakuierung eigener Staatsbürger aus der Region und erklärte, am Mittwoch ein Flugzeug mit 300 Passagieren aus Dubai empfangen zu haben. „Wir erinnern erneut daran, dass die Lage im Nahen Osten komplex und angespannt bleibt und weiterhin mit erheblicher Unsicherheit verbunden ist“, sagte Außenministeriumssprecherin Mao Ning mit Blick auf die Evakuierungen und Flüge.