Ein neuer Flughafen und ein modernes Metrosystem sollen die Anreise der jährlichen Pilger nach Mekka erleichtern und den Verkehr in der heiligen Stadt entlasten.
Ein saudischer Regierungsvertreter hat bestätigt, dass die heiligste Stadt des Islams, Mekka, bald einen eigenen Flughafen bekommt.
In einem Gespräch mit der Harvard Business Review Arabia (Quelle auf Englisch) sagte Saleh Al-Rasheed, Vorstandschef der Königlichen Kommission für die Stadt Mekka und die heiligen Stätten (RCMC): „Die strategische, wirtschaftliche und investitionsbezogene Ausrichtung für den Flughafen von Mekka ist beschlossen.“
Er erklärte weiter, die Königliche Kommission als staatliche Behörde für Entwicklung, Planung und Dienstleistungen in Mekka und den umliegenden heiligen Stätten werde im Rahmen des Projekts eng mit Unternehmen aus dem Privatsektor zusammenarbeiten, um ein geeignetes Investitionsmodell zu erarbeiten.
Mekka verfügt derzeit über keinen eigenen internationalen Flughafen. Im Jahr 2024 testete das Königreich am Golf laut Arab News (Quelle auf Englisch) jedoch autonome elektrische Luftfahrzeuge, um zu prüfen, ob sie sich für Notfalltransporte und die Lieferung von medizinischer Ausrüstung eignen.
Die meisten internationalen Besucher fliegen deshalb nach Dschidda zum King Abdulaziz International Airport, rund 100 Kilometer von der heiligen Stadt entfernt, und legen den restlichen Weg nach Mekka über die Straße zurück.
Das gebirgige Umland von Mekka erschwert den Flugverkehr. Es kann zu Turbulenzen kommen, die Anflüge gelten als anspruchsvoll; auch Sicht- und Wetterverhältnisse sind potenzielle Problemfaktoren.
Al-Rasheed sprach zudem über Pläne für das Projekt „Mekka-Metro“. Er sagte: „Die Machbarkeitsstudien und ersten Entwürfe sind abgeschlossen; die Kommission hat sie den zuständigen Stellen vorgelegt, damit diese nun die nötigen Schritte für die nächsten Projektphasen einleiten können.“
Die Busflotte von Mekka umfasst 400 Fahrzeuge auf zwölf Linien mit insgesamt 580 Kilometern Strecke. Der Service, der 2022 startete, hat seither mehr als 185 Millionen Fahrgäste in der heiligen Stadt befördert.
Im vergangenen Jahr empfing Saudi-Arabien nach Angaben der General Authority for Statistics (Quelle auf Englisch) (GASTAT) mehr als 1,5 Millionen ausländische Pilger zur Hadsch. Sie reisten über verschiedene Einreise- und Grenzpunkte in das Land ein. Insgesamt nahmen mehr als 1,6 Millionen Pilger an der Wallfahrt teil.
Für 2024 ergaben die Hadsch-Zahlen von GASTAT, dass Pilgerinnen und Pilger aus Europa, Amerika, Australien und anderen Ländern 3,2 Prozent der Reisenden stellten.
Die jährliche Pilgerreise nach Mekka ist für Musliminnen und Muslime, die finanziell und körperlich dazu in der Lage sind, eine Pflicht, die sie einmal im Leben erfüllen sollen. Die Hadsch dauert fünf bis sechs Tage, abhängig von der Sichtung der Mondsichel, und findet im islamischen Kalendermonat Dhul-Hiddscha statt.
Die Umrah ist hingegen eine freiwillige Pilgerfahrt, die das ganze Jahr über stattfinden kann.