Ein vermutlich sexualisiertes Deepfake-Video sorgt für Aufruhr in der CDU Niedersachsen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, ein Mitarbeiter wurde entlassen. Die Partei kündigt eine lückenlose Aufklärung an.
Im Skandal um ein mutmaßlich sexualisiertes Deepfake-Video hat die CDU Niedersachsen die Staatsanwaltschaft Hannover eingeschaltet. Der Fraktionschef im Landtag, Sebastian Lechner, hat eine umfassende Aufklärung angekündigt, so Deutschlandfunk. "Bei frauenfeindlichen Denk- und Verhaltensweisen gibt es in der CDU null Toleranz."
Hintergrund ist ein mutmaßlich in einer privaten WhatsApp-Gruppe geteiltes Video. "Da ist eine Frau, die in einem Bikini tanzt. Diese Frau sieht aus wie eine Mitarbeiterin der CDU-Fraktion", so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover, der vom Focus zitiert wird. Das Video sei "offensichtlich" eine "KI-Montage". Mutmaßlich sei ein echtes Bild der betroffenen Frau in ein Video montiert worden.
Mehrere Mitarbeiter der CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag sollen Teil der besagten Chatgruppe gewesen sein, wie Welt berichtete. Demnach habe ein Gruppenmitglied die anderen Mitglieder aufgefordert, das Video zu löschen und darüber zu schweigen. Des Weiteren sei der Ersteller des Videos abgemahnt worden.
Am 27. März seien Fraktionschef Sebastian Lechner sowie die Parlamentarische Geschäftsführerin Carina Hermann informiert worden, der Ersteller des Videos soll daraufhin fristlos gekündigt worden sein. Der Mitarbeiter, der Schweigen gefordert hatte, sei suspendiert worden.
Kürzlich machte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit seinen Aussagen über "explodierende Gewalt" im digitalen sowie analogen Raum Schlagzeilen. Demnach müsse man "auch ansprechen, dass ein beachtlicher Teil dieser Gewalt aus den Gruppen der Zuwanderer in die Bundesrepublik Deutschland kommt".
Derzeit ist im Justizministerium unter Ministerin Stefanie Hubig (SPD) ein Gesetz gegen digitale sexuelle Gewalt in Planung. Unter anderem soll es das Erstellen und Verbreiten sexualisierter Deepfakes strafbar machen.