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Pilotenvereinigung ruft zu zweitägigem Lufthansa-Streik am Montag und Dienstag auf

Der Streik wurde weniger als zwei Tage vorher angekündigt. Er bringt bis zu 80 % der Flüge von Frankfurt und München in Gefahr.
Der Streik, weniger als zwei Tage vorher angekündigt, könnte bis zu 80 Prozent der Flüge von Frankfurt und München lahmlegen. Copyright  Photo by Dennis Gecaj on Unsplash
Copyright Photo by Dennis Gecaj on Unsplash
Von Fakhriya M. Suleiman
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Der mit weniger als zwei Tagen Vorlauf angekündigte Ausstand dürfte nach Schätzungen mindestens achtzig Prozent der Flüge ab Frankfurt und München treffen.

Die Vereinigung Cockpit (VC), die Gewerkschaft der deutschen Berufspilotinnen und -piloten, ruft ihre Mitglieder bei Fluggesellschaften des Lufthansa-Konzerns zu einem zweitägigen Streik am Montag und Dienstag auf.

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Der Arbeitskampf soll am 13. April um 00.01 Uhr Ortszeit beginnen und am 14. April um 23.59 Uhr enden. Der Streikaufruf richtet sich an VC-Mitglieder bei Deutsche Lufthansa AG, Lufthansa Cargo AG und Lufthansa CityLine, teilte die Gewerkschaft in einer am Samstag veröffentlichten Pressemitteilung mit. Außerdem sollen Flüge der Eurowings GmbH, die am 13. April zwischen 00.01 Uhr und 23.59 Uhr von deutschen Flughäfen starten, bestreikt werden.

Der mit weniger als zwei Tagen Vorlauf angekündigte Ausstand dürfte nach Schätzungen mindestens achtzig Prozent der Flüge ab Frankfurt und München treffen. Mehr als fünfzigtausend Reisende könnten stranden, berichtete der Air Traveler Club.

VC, die nach eigenen Angaben mindestens zehntausend Pilotinnen und Piloten bei verschiedenen deutschen Airlines vertritt, wirft Lufthansa vor, mehrere Tarifkonflikte etwa zu Gehältern und Betriebsrenten nicht lösen zu wollen.

„Trotz der bewusst getroffenen Entscheidung, über die Osterfeiertage auf Arbeitskampfmaßnahmen zu verzichten, lagen keine ernsthaften Angebote auf dem Tisch“, erklärte VC-Präsident Andreas Pinheiro.

„In dieser Zeit gab es weder eine Reaktion noch erkennbaren Verhandlungswillen seitens der Arbeitgeber. Die Arbeitgeber können den Streik jederzeit abwenden, indem sie verhandlungsfähige Angebote vorlegen.“

Lufthansa reagiert: Ersatzangebote für Reisende

Nach dem Abbruch der Verhandlungen muss sich die in Köln ansässige Airline nun auf weitreichende Folgen einstellen. Geplante Flüge sollen, soweit möglich, durch Verbindungen anderer Airlines aus der Lufthansa-Gruppe oder von Partnergesellschaften ersetzt werden.

„Lufthansa arbeitet mit Hochdruck daran, die Auswirkungen für unsere Fluggäste so gering wie möglich zu halten“, teilte das Unternehmen mit. Wegen der Vielzahl an Anrufen könnten betroffene Passagiere jedoch erst bis zum 12. April über Änderungen informiert werden.

Nach den Umbuchungs- und Erstattungsregeln können Reisende mit Tickets von Lufthansa, Austrian, Swiss, Brussels Airlines oder Air Dolomiti, die am oder vor dem 11. April ausgestellt wurden und für von Lufthansa durchgeführte Flüge – einschließlich Lufthansa CityLine – am 13. oder 14. April gelten, kostenlos auf einen anderen Flug der Lufthansa Group im Zeitraum vom 11. bis 21. April umbuchen.

Alternativ können sie bis spätestens 13. April eine Rückerstattung beantragen.

Für Reisende gestrichener Flüge ohne geeignete Alternative stellt Lufthansa zudem Tickets der Deutschen Bahn zur Verfügung.

„Wir bedauern die durch den kurzfristig angekündigten Streik der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit verursachten Beeinträchtigungen sehr und danken Ihnen für Ihr Verständnis“, erklärte die Airline.

Wochenende voller Störungen

Die nun geplanten Streiks folgen auf ein Wochenende, an dem in ganz Deutschland bereits Zehntausende Reisende von erheblichen Störungen betroffen waren.

Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO), eine Gewerkschaft für Kabinencrews in Deutschland, hatte die Besatzungen von Lufthansa und der Regionaltochter Lufthansa CityLine GmbH für Freitag, den 10. April, zum Streik aufgerufen.

Der eintägige Ausstand legte den Flugbetrieb in Frankfurt und München weitgehend lahm. Die Zeitung The Independent berichtete von rund fünfhundertachtzig Flugstreichungen in Frankfurt, betroffen waren bis zu zweiundsiebzigtausend Reisende.

UFO begründet den Arbeitskampf mit ungelösten Vergütungskonflikten und setzt auf Streiks, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

„Bis heute weigert sich das Management konsequent, überhaupt in Verhandlungen mit uns über unsere Forderungen nach einem tariflich geregelten Sozialplan einzutreten, unsere Anliegen aufzugreifen oder ein verhandlungsfähiges Angebot für einen solchen Plan vorzulegen“, erklärte die Gewerkschaft.

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