Ranking der schönsten Bahnstrecken: Japans Sagano Romantic Train liegt vorn, drei der fünf Toprouten führen durch Europa.
Der Blick aus dem Zugfenster gehört zu den größten Reizen einer langen Zugfahrt. Entsprechend gibt es unzählige Ranglisten der schönsten Strecken der Welt.
Nun hat ein Unternehmen das Thema etwas wissenschaftlicher angepackt.
Die Versicherungsspezialisten von InsureandGo setzten Eye-Tracking-Technologie (Quelle auf Englisch) ein, um die Attraktivität der Landschaft an einigen der beliebtesten Bahnstrecken der Welt zu untersuchen.
Teilnehmende sahen mehrere Bilder mit typischen Ausblicken aus dem Zugfenster. Die Analysten maßen, wie lange die Personen auf die Landschaft blickten und wie schnell ihre Augen davon angezogen wurden.
Den Spitzenplatz holt sich Japans Sagano Romantic Train. Drei der fünf besten Strecken liegen in Europa.
Schönste Zugstrecke der Welt liegt in Japan
An der Spitze liegt Japans Sagano Romantic Train, der am Bambuswald von Arashiyama in Kyoto vorbeifährt.
Die Fahrt dauert nur rund fünfundzwanzig Minuten und folgt dem Hozu-Fluss zwischen Saga-Arashiyama und Kameoka. Dennoch reiht sich hier eine der spektakulärsten Landschaften Asiens an die nächste, gut zu sehen aus den offenen Waggons.
Wer die Strecke fest einplant, sollte weit im Voraus buchen, denn die Plätze sind schnell weg, besonders zur Kirschblüte und im Herbst, wenn die Ahornbäume in leuchtenden Rot- und Goldtönen strahlen.
Schönste Bahnstrecke Europas: Bernina-Express
Knapp dahinter folgt der Bernina-Express. Er befährt eine Bahnstrecke, die zum UNESCO-Welterbe gehört, und gilt als eines der ikonischsten Zugerlebnisse Europas.
Die Strecke überquert die Alpen zwischen Chur in der Schweiz und Tirano in Italien und steigt hinauf zum Berninapass auf schwindelerregende 2.253 Meter.
Rund vier Stunden lang ziehen zugefrorene Seen im Winter, sattgrüne Wiesen im Sommer und goldgelbe Lärchenwälder im Herbst am Fenster vorbei.
Langsamster Expresszug der Welt bietet besonders spektakuläre Ausblicke
Die Schweiz belegt gleich zwei Spitzenplätze, der Glacier-Express komplettiert die ersten drei Ränge. Seinen Spitznamen als „langsamster Schnellzug der Welt“ verdankt er der rund achtstündigen Fahrt zwischen Zermatt und St. Moritz.
Die gemächliche Fahrt ist Absicht. So bleibt viel Zeit, um den Ausblick zu genießen, wenn der Zug am mächtigen Matterhorn-Massiv vorbeifährt und durch die Rheinschlucht rollt, die auch als „Schweizer Grand Canyon“ bekannt ist.
West Highland Line: Aus dem Zugfenster auf Schottlands wilde Landschaften blicken
Einziger britischer Vertreter in der Rangliste ist die West Highland Line in Schottland. Die Strecke verbindet Glasgow mit Mallaig; unterwegs öffnen sich am Fenster Blicke auf die wilde Landschaft der Highlands, darunter die „bonnie“, also schönen Ufer des Loch Lomond.
Harry-Potter-Fans erkennen sofort das Glenfinnan-Viadukt, jene Brücke, über die in den Filmen der Hogwarts-Express fährt.
Anders als viele andere spektakuläre Zugstrecken ist die West Highland Line ein ganz normaler Linienzug. Ein spezielles Touristenticket ist nicht nötig. Zusätzlich fährt auf einem Teilabschnitt saisonal der historische Jacobite Steam Train für alle, die ein besonders nostalgisches Erlebnis suchen.
Taiwans Alishan Forest Railway: Sonnenaufgang über den Wolken erleben
Eine großartige Bahnreise, die international oft weniger Beachtung findet, als sie verdient: Taiwans Alishan Forest Railway beschließt die Top fünf.
Die Gebirgsbahn führt von dichten Wäldern hinauf zu Teefeldern. Während der Zug immer weiter steigt, verändert sich die Umgebung und durchquert drei verschiedene Vegetationszonen, bis er eine Höhe von über zweitausend Metern erreicht.
Der rote Zug ist besonders zum Sonnenaufgang gefragt, daher sollten Menschen, die es ruhiger mögen, diese Zeit eher meiden. Wer sich dennoch unter die vielen Mitreisenden mischt, wird mit einem spektakulären Anblick belohnt: Die Sonne steigt über ein Wolkenmeer, während man hoch oben in den Bergen sitzt.