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Bestes Reiseziel Europas für Sternbeobachtung liegt in Portugal

Sternenreservat Dark Sky Alqueva
Sternenpark Dark Sky Alqueva Copyright  Miguel Claro
Copyright Miguel Claro
Von Inês dos Santos Cardoso
Zuerst veröffentlicht am
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Dark Sky Alqueva wird bei den Tourism Leaders Awards 2026 ausgezeichnet. Trotzdem gilt die Investition in den Sektor als zu gering für den Ausbau des Astrotourismus-Potenzials.

Das Dark-Sky-Schutzgebiet Alqueva (Quelle auf Portugiesisch), eine portugiesische Referenz im Astrotourismus, erhielt bei der 5. Ausgabe der Tourismuspreise „Líderes do Turismo 2026“ den Preis in der Kategorie Tourism Experience. Die Auszeichnung zeigt, wie innovativ die Region neue touristische Angebote entwickelt.

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Das Dark Sky Alqueva im Alentejo hat sich international zu einem wichtigen Standort für die Beobachtung von Sternen, Planeten, Meteoren und sogar Polarlichtern entwickelt. Der Aufschwung des Astrotourismus, die geringe Lichtverschmutzung, die hohe Luftqualität und das konsequente Engagement für den Schutz des Nachthimmels gaben den Ausschlag für diesen Preis.

Die Kategorie Tourism Experience der Preise „Líderes do Turismo 2026“ würdigt Projekte, die durch Innovation, Nachhaltigkeit und ein starkes Besuchserlebnis auffallen. Damit rückt sie erneut das Potenzial des Landesinneren in den Fokus, wo innovative Tourismusprojekte entstehen, die Gäste aus aller Welt anziehen.

Die besonderen Bedingungen im Schutzgebiet Dark Sky Alqueva haben dem Projekt in den vergangenen Jahren Dutzende Auszeichnungen eingebracht. 2025 erhielt es unter anderem einen World Travel Award, eine internationale Ehrung, die Spitzenleistungen in der Reise- und Tourismusbranche würdigt.

Das Dark Sky Alqueva war außerdem der erste Ort weltweit, der die Zertifizierung als „Starlight Tourist Destination“ erhielt. Reiseziele mit diesem Siegel bieten außergewöhnliche Bedingungen für astronomische Beobachtungen und für die Entwicklung eines nachhaltigen Astrotourismus.

Das Herz der Milchstraße umarmt die Bäume auf den Feldern des Dark Sky Alqueva
Das Herz der Milchstraße umarmt die Bäume auf den Feldern des Dark Sky Alqueva Miguel Claro

Viele der gewonnenen Preise gehen auf die Arbeit des leitenden Astrofotografen des Schutzgebiets, Miguel Claro, zurück. Mit seinen Aufnahmen dokumentiert und vermittelt er astronomische Phänomene und stärkt so den wissenschaftlichen und kulturellen Wert des Nachthimmels über dem Alqueva.

Im Interview mit Euronews betont Miguel Claro, wie wichtig die Auszeichnungen für Dark Sky Alqueva sind. Sie beleben die Region und sensibilisieren die Öffentlichkeit für die Bedeutung des Schutzes des nächtlichen Sternenhimmels.

„Die Menschen, die uns besuchen, besonders aus dem Ausland, orientieren sich stark an den Preisen, die wir bekommen. Das Starlight-Siegel zum Beispiel prüft die Qualität. Das ist nicht nur eine Meinung, sondern eine Zertifizierung, die diese Qualität wissenschaftlich belegt“, erklärt Miguel Claro.

„Astrofotografie hilft den Menschen, eine Vorstellung davon zu bekommen, was sich im Dark Sky beobachten lässt. Das ist der erste Kontakt. Ich glaube, genau das weckt zunächst den Wunsch, das Schutzgebiet zu besuchen, weil es etwas in unserem Innersten berührt – den Teil, den wir als Kinder hatten, als wir uns ausmalten, wie Himmel und Weltraum wohl sind“, fügt er hinzu.

Vier Nächte in einem einzigen Bild vereint, um das Schauspiel des Perseiden-Meteorschauers 2023 zu zeigen
Vier Nächte in einem einzigen Bild vereint, um das Schauspiel des Perseiden-Meteorschauers 2023 zu zeigen Miguel Claro

Nach Angaben des Astrofotografen ist das Fotografieren des Weltraums eine anspruchsvolle Aufgabe, die lange vor dem eigentlichen Auslösen beginnt. Sie verlangt große Anpassungsfähigkeit und den Einsatz hochspezialisierter, fortschrittlicher Technik, die Bildrauschen reduziert und es ermöglicht, Phänomene wie Nebel oder Galaxien besonders präzise festzuhalten.

Auf den Prozess der Bildbearbeitung angesprochen, sagt Miguel, „dass alle Bilder bearbeitet werden müssen“ und dass jede Aufnahme eine eigene Art von Korrektur erfordert, um Unregelmäßigkeiten zu verringern und ein Ergebnis zu erzielen, das dem beobachteten Phänomen so getreu wie möglich entspricht.

„Portugal könnte bei vielen Projekten Pionier sein“

Die Lage Portugals, sein mildes Klima und die ländlichen Räume machen das Land, besonders den Alentejo, zu einem wichtigen Referenzpunkt für die Entwicklung des Astrotourismus. Geringe Lichtverschmutzung und viele klare Nächte im Jahr erlauben einen besseren Blick in den Himmel. Am Alqueva gibt es im Schnitt 286 wolkenfreie Nächte pro Jahr – ideale Sichtbedingungen.

Trotz der guten Voraussetzungen für Astrotourismus fällt die Investition Portugals in diesem Bereich nicht immer so aus, wie es sich Fachleute wünschen. Miguel Claro hebt hervor, dass einige Länder in der Nähe Portugals, die sogar schlechtere Bedingungen haben, bereits Projekte umgesetzt haben, die das Team von Dark Sky Alqueva vor mehr als einem Jahrzehnt entworfen hatte, aber wegen unzureichender Finanzierung nicht realisieren konnte.

„Portugal könnte bei vielen Projekten Pionier sein, wenn wir mehr Unterstützung hätten. Wir spüren, dass die Investitionen zunehmen, doch wir brauchen mehr Hilfe“, sagt der Astrofotograf.

Whirlpool-Galaxie M51, eingebettet in den schwachen Nebel der Überreste einer galaktischen Kollision
Whirlpool-Galaxie M51, eingebettet in den schwachen Nebel der Überreste einer galaktischen Kollision Miguel Claro

Nach Ansicht von Miguel Claro spielt Astronomie im Bildungssystem nur eine geringe Rolle, was sich in der fehlenden Kenntnis dieses Fachgebiets in der Bevölkerung widerspiegelt. Er plädiert deshalb für mehr Vermittlung von Inhalten und für mehr Astronomieunterricht, damit die Konzepte zugänglicher werden.

Es hält sich noch immer ein bisschen der Mythos, Astronomie sei nur etwas für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und etwas sehr Komplexes
Miguel Claro
Leitender Astrofotograf der Reserva Dark Sky Alqueva
All Sky VR 360º – Milchstraße im Winter und Jupiter, der während des Geminiden-Meteorschauers 2023 leuchtet
All Sky VR 360º – Milchstraße im Winter und Jupiter, der während des Geminiden-Meteorschauers 2023 leuchtet Miguel Claro

Schutzgebiete wie das Dark Sky Alqueva fördern vor allem bei jungen Menschen ein stärkeres Bewusstsein für das Weltall. In diesem Observatorium lassen sich Phänomene mit bloßem Auge oder mit Hilfe von Teleskopen beobachten, die sonst nur auf Fotografien zugänglich wären.

Die vom Starlight-Siegel zertifizierte Fläche umfasst mehr als 10.000 Quadratkilometer rund um den Großen Alqueva-Stausee und schließt elf portugiesische Gemeinden ein: Alandroal, Barrancos, Estremoz, Moura, Mourão, Redondo, Reguengos de Monsaraz, Portel, Évora, Mértola und Serpa sowie angrenzende spanische Gemeinden.

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