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Trotz Konflikten: die aktuell friedlichsten Reiseziele der Welt

Der Global Peace Index, das weltweit umfassendste jährliche Friedensranking für 163 Länder, hat die Liste der zehn friedlichsten Staaten für 2026 veröffentlicht.
Der Global Peace Index, das weltweit umfassendste jährliche Friedensranking für 163 Staaten, hat seine Top Ten für 2026 veröffentlicht. Copyright  Robert Lukeman
Copyright Robert Lukeman
Von Rebecca Ann Hughes
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Der Global Peace Index, das weltweit umfassendste jährliche Friedensranking für 163 Länder, hat seine Top Ten für 2026 veröffentlicht.

Weltweit häufen sich staatliche Reisewarnungen, während in vielen Regionen Konflikte eskalieren. Für viele Traumziele auf der persönlichen Wunschliste heißt das: vorerst gestrichen.

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Wer trotzdem eine Reise plant und Sicherheit ganz nach oben stellt, kann sich an diesen neuen Daten orientieren.

Der Global Peace Index, das weltweit umfassendste jährliche Ranking zur Friedlichkeit von 163 Staaten, hat seine Top Ten für 2026 veröffentlicht.

Vom Vulkaninselstaat ohne Armee bis zum asiatischen Stadtstaat, der seit Jahren Sicherheitsrankings anführt: Das sind die zehn friedlichsten Länder der Welt.

Reisen: Wird es gefährlicher?

Der Global Peace Index 2026 (GPI) kommt zu dem Schluss, dass die Welt ihrem seit Jahren anhaltenden Trend zu weniger Friedlichkeit treu bleibt. Haupttreiber des Rückgangs bleibt bewaffnete Gewalt.

Inzwischen gibt es mehr aktive staatliche Konflikte als zu jedem Zeitpunkt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, und die Zahl der Länder, die an Auslandskonflikten beteiligt sind, hat sich seit 2008 fast verdoppelt.

Der Bürgerkrieg im Sudan, der anhaltende Krieg in der Ukraine und der kurze, aber folgenschwere Zwölf-Tage-Krieg zwischen Israel, den Vereinigten Staaten und dem Iran haben die internationale

Lage so fragil und militarisiert gemacht wie noch nie in der Geschichte des Index.

Allerdings bildet der diesjährige Index die Folgen des Iran-Kriegs von 2026 nur teilweise ab, da viele Konfliktindikatoren bereits Ende 2025 enden.

Für den Tourismus bedeutet das: Regierungen haben in diesem Jahr weitere Länder in ihre Reisewarnungen aufgenommen.

Im Vereinigten Königreich etwa gelten derzeit 76 von 226 Ländern oder Territorien mit offiziellen Reisehinweisen als Gebiete mit Sperrzonen – wegen Sicherheitsrisiken, Gesundheitsgefahren oder anderer Probleme.

Es ist die 20. Ausgabe des GPI, der 163 unabhängige Staaten und Territorien nach ihrem Grad an Friedlichkeit bewertet und damit 99,7 Prozent der Weltbevölkerung abdeckt.

Der Index verwendet 23 qualitative und quantitative Indikatoren, um den Stand der Friedlichkeit in drei Bereichen zu messen: die Sicherheit im Alltag, das Ausmaß innerstaatlicher und internationaler Konflikte und den Grad der Militarisierung.

Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass der durchschnittliche globale Friedensgrad im vergangenen Jahr um 0,7 Prozent gesunken ist.

Von den 163 erfassten Ländern haben sich 99 verschlechtert und 62 verbessert. Inzwischen

sind 119 Staaten weniger friedlich als im Jahr 2008.

Reiseziele 2026: Wo ist es am sichersten?

Der GPI taugt als nützlicher Gradmesser für die Stabilität eines Landes. Er sagt jedoch wenig über die Alltagsrealität von Reisenden aus und bildet keine ortsspezifischen Risiken wie Taschendiebstahl-Hotspots, Verkehrssicherheit oder Naturgefahren ab, erklärt Steve Killelea, Gründer des Institute for Economics & Peace und Initiator des GPI.

Island bleibt bereits im 19. Jahr in Folge das friedlichste Land der Welt. Der Inselstaat hat keine stehende Armee, eine extrem niedrige Kriminalitätsrate und ein hohes Maß an gesellschaftlichem Vertrauen. Die Daten bescheinigen Island Friedlichkeit „mit deutlichem Abstand”.

Neuseeland hat sich 2026 um einen Rang verbessert und liegt nun weltweit auf Platz zwei. Kein anderes Land in der Asien-Pazifik-Region erreicht einen so guten Wert beim Indikator laufende Konflikte.

Die Schweiz belegt weltweit Rang drei, Slowenien klettert um zwei Plätze auf Rang vier und etabliert sich still als eines der friedlichsten Reiseziele Europas. Irland rangiert weltweit auf Platz fünf – warm, einladend und seit Jahren unter den friedlichsten Nationen der Welt.

Russland ist das am wenigsten friedliche Land. Sudan, die Demokratische Republik Kongo, die Ukraine und Israel komplettieren die letzten fünf Plätze.

West- und Mitteleuropa bleiben die friedlichsten Regionen der Welt, der Nahe Osten und Nordafrika die am wenigsten friedlichen.

Die Region Osteuropa/Zentralasien war die einzige der acht GPI-Regionen, deren Durchschnittswert sich im vergangenen Jahr verbessert hat. Südasien verzeichnete dagegen die stärkste Verschlechterung, ausgelöst vor allem durch Rückgänge der Friedlichkeit in Nepal und Pakistan.

Polen verzeichnete die größte Verbesserung auf Länderebene: Die Gesamtbewertung stieg um 9,1 Prozent, das Land rückte um 23 Plätze auf Rang 22 vor. Treiber war ein Plus von 17,5 Prozent im Bereich laufende Konflikte.

Gabon, Lesotho, die Ukraine und die Türkei erzielten die nächstgrößten Verbesserungen. In der Türkei spiegelt dies vor allem einen anhaltenden Friedensprozess zwischen der Regierung und der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) wider.

Nepal verzeichnete die größte Verschlechterung: Nach den Generation-Z-Protesten im September 2025 fiel der Gesamtwert um 9,1 Prozent, gefolgt von Tschad, der Republik Kongo, Pakistan und Tansania.

Die Vereinigten Staaten verschlechterten sich um 4 Prozent, vor allem wegen zunehmender politischer

Instabilität, deren Teilindex um 38,5 Prozent zurückging. Gewaltsame Demonstrationen in den Vereinigten Staaten nahmen ebenfalls stark zu. Das Land liegt nun auf Rang 134 des GPI.

Reisende sollten zudem daran denken, dass der GPI die Friedlichkeit eines Landes bewertet, nicht das Risiko für Besucherinnen und Besucher.

„Er ist ein hervorragender Leitfaden für die allgemeine Stabilität eines Landes, aber für die konkrete Reiseplanung vor Ort sollten Urlauberinnen und Urlauber weiterhin die offiziellen Reise- und Sicherheitshinweise der Außenministerien sowie zielortspezifische Empfehlungen nutzen”, rät Killelea.

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