Die USA und der Iran haben zwar ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, europäische Fluggesellschaften planen jedoch erst nach dem Sommer eine Wiederaufnahme der Flüge.
Ende Februar hat der US-israelische Angriff auf den Iran Reisende, die den Nahen Osten oder die Golfregion besuchten oder durchquerten, hart getroffen. Mehrere Staaten sperrten ihren Luftraum, es kam zu Chaos.
Fluggesellschaften aus der Golfregion wie Emirates, Etihad Airways und Qatar Airways haben ihre Flüge Anfang bis Mitte März wieder aufgenommen. Viele europäische Airlines ziehen jedoch noch nicht nach, selbst nach der Waffenruhe vom achten April.
Seitdem die USA und der Iran in dieser Woche ein Memorandum of Understanding unterzeichnet haben, könnte man erwarten, dass schon bald mehr Airlines in die Region fliegen. Dazu wird es aber voraussichtlich nicht kommen, sagt Mateusz Klimek, Experte für Streckenplanung in der Luftfahrt, zu Euronews Travel.
Viele Airlines, die zuvor in die Golfregion geflogen sind, setzen diese Flugzeuge inzwischen auf anderen Asien-Strecken ein. Die Nachfrage nach Nonstop-Flügen sei gestiegen, erklärt Klimek. Wenn diese Kapazitäten einmal verplant sind, will man sie nicht wieder abziehen, wegen der Störungen für die Passagiere und der Kosten.
Das bedeutet: Hat eine Airline bereits ein Datum für den Neustart angekündigt, wird sie daran wohl festhalten, selbst wenn das endgültige Abkommen zwischen den USA und dem Iran deutlich früher steht.
Für Reisende in die Region gibt es dennoch eine gute Nachricht. Golf-Airlines versuchen, Kundinnen und Kunden zurückzugewinnen und locken mit günstigen Tarifen, sagt Klimek.
Wann kehren europäische Airlines in den Nahen Osten zurück?
Air France teilte in einem Update am 15. Juni mit, dass der Stopp der Flüge von und nach Beirut und Dubai bis zum 24. Juni verlängert wird.
Zu beachten ist auch: Das Conflict Zone Information Bulletin (CZIB) (Quelle auf Englisch) der Europäischen Agentur für Flugsicherheit EASA zum Nahen Osten und zum Persischen Golf gilt bis zum 24. Juni, sofern es nicht vorher überprüft wird.
In dem Bulletin heißt es, Luftfahrtunternehmen sollten bei Flügen über Bahrain, Kuwait, Israel, Jordanien, Katar, Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien besondere Vorsicht walten lassen und sicherstellen, dass eine aktuelle Risikoanalyse und umfassende Notfallpläne vorliegen.
airBaltic erklärt, man folge den Empfehlungen der europäischen Flugsicherheitsagentur EASA und den Vorgaben der Versicherer. Die Flüge zwischen Riga und Tel Aviv sollen ab dem ersten Juli wieder starten.
Die lettische Nationalairline nimmt zudem ab 25. Oktober Direktflüge von Riga nach Dubai auf und ab 28. Oktober auch Verbindungen zwischen Vilnius und Dubai.
Viele Airlines planen ihren Neustart für Ende Oktober. Dann beginnt im Streckensystem der International Air Transport Association (IATA) die nördliche Wintersaison, sie startet am letzten Sonntag des Monats.
Bei KLM fallen Flüge von und nach Dubai, Riad und Dammam bis einschließlich neunten August aus.
Austrian Airlines fliegt Wien–Tel Aviv bereits wieder. Der Lufthansa-Konzern lässt jedoch alle übrigen Verbindungen in den Nahen Osten bis Oktober 2026 ruhen.
LOT Polish Airlines hat die Verbindung nach Tel Aviv am 31. Mai wieder aufgenommen. Flüge nach Beirut sollen erst mit Beginn des Sommerflugplans 2027 zurückkehren.
Finnair kündigt an, die Flüge nach Doha ab dem zweiten Oktober wieder aufzunehmen.
British Airways plant, ab dem ersten August wieder nach Doha zu fliegen und ab dem achten August nach Riad. Flüge nach Dubai, Tel Aviv, Bahrain und Amman sollen ab 25. Oktober zurückkehren. Die Strecke nach Dschidda wird nicht wieder aufgenommen.
Die Billigairline Norwegian, die früher nach Beirut und Tel Aviv flog, setzt ihre Flüge auf unbestimmte Zeit aus.
SunExpress hat die Flüge nach Dubai bis 30. Juni gestrichen, die Verbindungen nach Bahrain, Beirut und Erbil bis 14. Juli.
Turkish Airlines hat die Flüge nach Damaskus, Beirut und Amman am ersten Mai wieder aufgenommen, nach Doha am achten Juni und nach Dubai am neunten Juni. Die Verbindung nach Abu Dhabi soll am ersten Juli folgen.