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Glamping Tavolara: Regierung kippt Zes-Genehmigung in Sardinien, Luxusresort gestoppt

Auf einer Aufnahme vom 29. Juni 2019 genießen Menschen den weißen Sand und das klare Wasser am Strand von Chia auf Sardinien.
Archivbild vom 29. Juni 2019: Menschen genießen weißen Sand und klares Wasser am Strand von Chia auf Sardinien in Italien. Copyright  Karl A.Ritter/AP
Copyright Karl A.Ritter/AP
Von Cecilia Attanasio Ghezzi & Agenzie
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Ein brasilianisch finanziertes Luxusresort mit Sonderzone zur Umgehung von Landschafts- und Umweltschutzauflagen scheitert am Protest. Die Regierung kassiert die Genehmigungen, die Region zieht vor das Verwaltungsgericht Tar.

Stopp für die Sonderwirtschaftszone in Cala Finanza im Nordosten Sardiniens. Das Glamping-Projekt bei Tavolara drohte zu einem nationalen Politfall nach dem Vorbild Albaniens zu werden.

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Viele Parallelen gibt es zwischen dem Resort, das Trumps Schwiegersohn in der Lagune bei Vlora bauen will und dem Projekt Tavolara Bay in Cala Finanza an der Nordostküste Sardiniens. Doch die italienische Regierung griff ein und entzog die Genehmigungen, sie kam damit den Forderungen der Protestbewegung nach.

Seit dem zweiten Juli verfügt das Luxus-Tourismusprojekt der Gesellschaft Tavolara Bay im Gemeindegebiet von Loiri Porto San Paolo, gegenüber der Insel Tavolara und 20 km südlich von Porto Rotondo, nicht mehr über die Genehmigungen der Regierung. Das für den Süden zuständige Departement im Palazzo Chigi hat die Genehmigung vom sechsten Februar 2026 widerrufen, mit der es dem Projekt zugestimmt hatte.

Bekanntgegeben hat dies ausgerechnet der Bürgermeister von Loiri Porto San Paolo, Francesco Lai. Auch er stand im Zentrum der Proteste vieler Sarden, die mit Kundgebungen und Demonstrationen ihre Ablehnung des Immobilienvorhabens ausdrückten.

Wer gegen das Immobilienprojekt Tavolara Bay protestiert

Es ist ein großer Erfolg für Anwohner, Bürgergruppen und Umweltschützer, die sich zusammengeschlossen und vehement protestiert haben. Neben WWF, Legambiente und Italia Nostra beteiligten sich unter anderem Gruppo di intervento giuridico, Liberu, Rosso Mori, Comitato Costituzione attiva Sassari, Surra, Movimento ambiente Sardegna, Bardianía de sa Nurra, Gruttes und Nurnet.

Das Gebiet liegt innerhalb eines Meeresschutzgebiets, in dem aufgrund eines nationalen Gesetzes ein Regime der absoluten Bausperre gilt. Außerdem schützt es der regionale Landschaftsplan, mit dem Renato Soru im Jahr 2006 die sardische Küste abschirmte: Innerhalb von 300 Metern vom Meer dürfen keine neuen Baustellen entstehen.

Warum für das Glamping in Cala Finanza eine ZES nötig gewesen wäre

Um diese Regeln zu umgehen, hatte eines der größten Immobilienunternehmen Brasiliens, Jsfh, die Regierung gebeten, die vereinfachten ZES-Genehmigungsverfahren anzuwenden. Und zunächst erhielt es dafür grünes Licht.

Doch die Präsidentin der sardischen Regionalregierung, Alessandra Todde, legte selbst Beschwerde beim Verwaltungsgericht Tar ein (Quelle auf Italienisch), die Verhandlung ist für den achten Juli angesetzt, und erklärte, sie sei bereit, notfalls bis vor das Verfassungsgericht zu gehen.

Die Zustimmung der Regierung betraf nur einen Abschnitt des Grundstücks direkt am Meer, auf dem die brasilianischen Investoren ein glamour camping errichten wollten: eine alte Villa sanieren und rund 20 mobile Häuschen aufstellen, ohne zusätzliche Baumasse zu schaffen.

Doch schon für diesen ersten Schritt wäre der Griff zur ZES äußerst schwerwiegend gewesen. Nationale und regionale Landschafts- und Umweltschutzauflagen wären damit umgangen worden.

Für Bürgermeister Lai ist dieser Erfolg ein Signal für die Zukunft: „Dieser Fall muss allen eine Lehre sein. Vor allem den Investoren: Sardinien ist kein Land, das man sich einfach zur Eroberung aussucht.“

Reaktion des Projektentwicklers

Die Aufhebung der Genehmigung lässt Tavolara Bay Srl „zutiefst verstört“ zurück, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens, das zur Holding Jhsf gehört. „Von Beginn an hat die Gesellschaft in voller Übereinstimmung mit dem gesetzlich vorgesehenen Verfahren der ZES gehandelt“, heißt es weiter in dem Schreiben. „Gemeinsam mit unseren Anwälten analysieren wir nun die Lage, um zu entscheiden, welche nächsten Schritte folgen.“

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