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Kuriose Zeitzonen weltweit, die viele Reisende nicht kennen

Europa stellt Uhren am letzten Sonntag im März auf Sommerzeit um
Europa: Uhren springen am letzten Sonntag im März eine Stunde vor Copyright  Photo by Boris Misevic on Unsplash
Copyright Photo by Boris Misevic on Unsplash
Von Dianne Apen-Sadler
Zuerst veröffentlicht am
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Kurz vor Beginn der Sommerzeit in Europa nutzen wir die Gelegenheit und werfen einen Blick auf die Zeitzonen rund um den Globus.

Die meisten von uns schauen aufs Handy oder auf die Uhr, wenn sie wissen wollen, wie spät es ist. Da können die Zeitumstellungen fast unbemerkt an uns vorbeigehen. Es sei denn, zu Hause lebt ein Haustier, dessen innerer Rhythmus sich nicht für EU-Richtlinien interessiert. Oder Sie heißen Peter Hitchens.

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Die Europäische Sommerzeit beginnt jedes Jahr am letzten Sonntag im März um zwei Uhr MEZ. Dann springen die Uhren eine Stunde vor, damit es abends länger hell bleibt. In diesem Jahr ist das der Sonntag, der 29. März, also dieses Wochenende.

Das ist der perfekte Moment – Wortspiel ausdrücklich beabsichtigt –, um einen Blick auf die Geschichte der Zeitzonen zu werfen und auf einige ihrer Kuriositäten rund um den Globus.

Zeitzonen orientieren sich an der Koordinierten Weltzeit (UTC), dem Nullpunkt auf dem Nullmeridian. Die Erde ist annähernd kugelförmig und lässt sich in 360 Grad einteilen, der Tag hat 24 Stunden. Die einfache Rechnung dahinter: Alle 15 Längengrade östlich des Nullmeridians verliert man eine Stunde, alle 15 Grad westlich gewinnt man eine.

In der Praxis stimmt das jedoch nicht überall, weil Staaten ihre Zeitzonen selbst festlegen.

Spaniens „falsche“ Zeitzone

Geografisch liegt der Großteil von Spanien in der Zeitzone UTC+00:00, der Westeuropäischen Zeit. Diese benutzen unter anderem das Vereinigte Königreich, Irland und Portugal.

Seit dem Zweiten Weltkrieg stellt Spanien die Uhren jedoch nach der Mitteleuropäischen Zeit, also UTC+01:00. Der damalige Diktator Francisco Franco ließ die Zeitzone 1942 an das nationalsozialistische Deutschland angleichen – und seither wurde sie nie wieder zurückgestellt.

2013 empfahl ein Parlamentsausschuss, diese Entscheidung zu revidieren. Konkrete Schritte, die Zeitzone tatsächlich zu ändern, blieben bisher aber weitgehend aus.

„Resortzeit“ auf den Malediven

Offiziell gilt auf den Malediven UTC+05:00, die Malediven-Zeit. Die beiden nächsten Nachbarn, Indien und Sri Lanka, stellen ihre Uhren auf UTC+05:30.

Viele Resorts auf den Malediven machen trotzdem ihr eigenes Ding. Sie bitten die Gäste, ihre Uhren um eine weitere Stunde vorzustellen, auf UTC+06:00.

Wer den Großteil des Tages mit Cocktails am Pool, Tauchgängen am Riff oder am Buffet verbringt, verliert leicht das Zeitgefühl. Wichtig wird die Uhr erst wieder, wenn das Wasserflugzeug oder Schnellboot zurück in die Hauptstadt Malé startet. Aber Sonnenaufgangs-Yoga klingt eindeutig verlockender, wenn es um sieben Uhr beginnt und nicht schon um sechs.

Chinas einzige Zeitzone

Flächenmäßig ist China das drittgrößte Land der Welt und erstreckt sich geografisch über fünf Zeitzonen von UTC+05:00 bis UTC+09:00. Offiziell gilt jedoch nur eine Zeit: UTC+08:00.

Diese Einheitszeit heißt Pekinger Zeit und wurde 1949 mit der Gründung der Volksrepublik China eingeführt.

Rund 94 Prozent der Bevölkerung leben im Osten des Landes, dort fällt der Unterschied zwischen der „korrekten“ Ortszeit und der Pekinger Zeit kaum ins Gewicht. Im Westen ist der Abstand jedoch drastisch: Wer von der Region Xinjiang nach Afghanistan hinüberfährt, gewinnt dreieinhalb Stunden.

Viele Menschen in Xinjiang orientieren sich deshalb an zwei Uhren zugleich: an der Ortszeit von Ürümqi (UTC+06:00) und an der Pekinger Zeit. Wer dort auf der Straße nach der Uhrzeit fragt, bekommt oft gleich zwei Antworten.

Nepals 45-Minuten-Abweichung

Die meisten Länder weltweit nutzen ganzzahlige Stundenabstände zu UTC, einige weichen um 30 Minuten ab. Nepal gehört zu nur drei Orten, die eine 45-Minuten-Abweichung gewählt haben: UTC+05:45.

Historisch richtete sich das Land nach der mittleren Ortszeit der Hauptstadt Kathmandu, einer Variante der Sonnenzeit, die über das Jahr hinweg korrigiert wird. Sie lag bei UTC+05:41:16 – die heutige 45-Minuten-Abweichung ist also kein völlig willkürlicher Wert. Auch andere Länder nutzten früher mittlere Ortszeiten, etwa Irland mit UTC−00:25:21 bis 1916.

Noch ein Fun Fact: Nepal hat außerdem seinen eigenen Kalender, Vikram Samvat, der dem gregorianischen Kalender um 56 bis 57 Jahre voraus ist – je nach Zeitpunkt im Jahr.

Australien: Endgegner der Sommerzeit

In Australien legen die Bundesstaaten selbst fest, welche Zeitzone sie verwenden und ob sie Sommerzeit einführen. Bei sechs Staaten sowie mehreren inneren und äußeren Territorien wird es schnell kompliziert.

Western Australia bleibt das ganze Jahr über bei UTC+08:00. Das Northern Territory und South Australia folgen UTC+09:30, South Australia stellt in der Sommerzeit auf UTC+10:30 um. Queensland, New South Wales, Jervis Bay Territory, Australian Capital Territory, Victoria und Tasmanien liegen bei UTC+10:00, stellen in der Sommerzeit aber – mit Ausnahme von Queensland – auf UTC+11:00 vor.

Die Cocos (Keeling) Islands nutzen UTC+06:30, Christmas Island UTC+07:00; dort gibt es keine Sommerzeit. Norfolk Island folgt UTC+11:00 und stellt in der Sommerzeit auf UTC+12:00 um.

Hinzu kommen Sonderfälle wie die Stadt Broken Hill nahe der Grenze zu South Australia in New South Wales, die sich an einer anderen Zeitzone orientiert. Alle diese Ausnahmen im Detail zu erklären, würde allerdings meinen Zeichenrahmen – und meine Geduld – deutlich sprengen.

Arizona und Hawaii sagen der Sommerzeit ab

In den USA stellen 48 Bundesstaaten im Frühjahr die Uhren um eine Stunde vor und im Herbst wieder zurück: am zweiten Sonntag im März und am ersten Sonntag im November.

Nur zwei Bundesstaaten machen da nicht mit: Arizona und Hawaii.

Arizona hat die Sommerzeit früher einmal eingeführt, doch im heißen Wüstenklima ist es praktischer, wenn Menschen früher aufstehen, solange es noch etwas kühler ist. Eine Ausnahme bildet die Navajo Nation, deren Gebiet sich über mehrere Bundesstaaten erstreckt, die die Sommerzeit einhalten.

Hawaii liegt nahe am Äquator, dort unterscheiden sich Sonnenaufgang und Sonnenuntergang im Jahresverlauf nur gering. Eine Zeitumstellung würde kaum einen Effekt bringen.

US-Territorien wie Puerto Rico, die Amerikanischen Jungferninseln, Guam, Amerikanisch-Samoa und die Nördlichen Marianen stellen die Uhren ebenfalls nicht um.

In 200 Kilometern 24 Stunden reisen: von Amerikanisch-Samoa nach Samoa

Die internationale Datumsgrenze verläuft auf der gegenüberliegenden Seite des Globus zum Nullmeridian. Dort endet ein Kalenderdatum und das nächste beginnt – hier treffen UTC−12:00 und UTC+12:00 aufeinander.

Die Linie liegt im Pazifik und verläuft nicht schnurgerade, weil Staaten und Territorien entscheiden können, auf welcher Seite der Datumsgrenze sie liegen möchten.

Samoa wechselte zum Jahresende 2011 von der einen auf die andere Seite. Seitdem liegt das Land einen Tag vor Amerikanisch-Samoa, obwohl beide nur rund 200 Kilometer voneinander entfernt sind. Der Schritt sollte den engeren wirtschaftlichen Beziehungen zu Australien und Neuseeland Rechnung tragen und die Anbindung an die USA weniger stark gewichten.

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