Thailand prüft kürzere visafreie Aufenthalte für Reisende aus über neunzig Staaten, um Kriminalität durch Ausländer einzudämmen, trotz Bedeutung des Tourismus.
Thailand verschärft offenbar seine Regeln für Touristen, nachdem mehrere aufsehenerregende Straftaten mit ausländischen Staatsbürgern Schlagzeilen gemacht haben.
Die Behörden planen, visafreie Aufenthalte für Millionen Reisende deutlich zu verkürzen. Urlauberinnen und Urlauber aus mehr als 90 Staaten, darunter vielen Ländern Europas, könnten statt bisher 60 nur noch 30 Tage ohne Visum im Land bleiben.
Der Tourismus ist für die Stabilität der thailändischen Wirtschaft entscheidend. Zugleich berichten Medien immer wieder über Festnahmen ausländischer Verdächtiger wegen Drogendelikten und Menschenhandel. Hinzu kommen Fälle, in denen Nicht‑Einwohner ohne die nötigen Genehmigungen Unternehmen gründen.
Seit März 2025 dürfen Besucherinnen und Besucher bereits statt 30 nun 60 Tage visafrei bleiben. Die Regierung wollte damit den Tourismus in dem beliebten Urlaubsland zusätzlich ankurbeln.
Die geplante Kürzung ist noch nicht endgültig beschlossen. Nach Medienberichten will die Regierung die Regelungen jedoch je nach Herkunftsland anpassen. Bürgerinnen und Bürger mancher Staaten könnten weiterhin 30 Tage visafrei einreisen, andere möglicherweise nur noch 15 Tage.
Tourismus in Thailand erreicht Vorkrisenniveau noch nicht
In Thailand erwirtschaftet der Tourismussektor mehr als zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Das Königreich gehört weiterhin zu den meistbesuchten Ländern Asiens.
Trotzdem liegen die Besucherzahlen noch unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie. Daten des thailändischen Tourismusministeriums zeigen, dass die Zahl ausländischer Gäste im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum selben Zeitraum 2025 um rund 3,4 % gesunken ist.
Besonders deutlich ist demnach der Rückgang aus dem Nahen Osten: Die Ankünfte von dort gingen im gleichen Zeitraum um fast ein Drittel zurück.
Die Regierung zeigt sich dennoch zuversichtlich und rechnet für 2026 mit rund 33,5 Millionen ausländischen Gästen. Im vergangenen Jahr waren es knapp 33 Millionen.
Sollten die neuen Visaregeln kommen, könnte auch die frühere Praxis wieder gelten: Wer ein 30‑Tage‑Visum hat, kann es um weitere 30 Tage verlängern. Die Gebühr liegt derzeit bei 1.900 Baht, umgerechnet etwa 50 €.
Wer länger bleiben möchte, kann zudem das Destination Thailand Visa (DTV) beantragen. Dieses Mehrfacheinreisevisum mit einer Gültigkeit von fünf Jahren richtet sich an digitale Nomaden und Remote‑Beschäftigte sowie an Menschen, die sogenannten „Soft‑Power“-Aktivitäten wie Muay Thai oder thailändischem Kochen nachgehen.
Das DTV erlaubt pro Einreise Aufenthalte von bis zu 180 Tagen. Einmalig ist eine Verlängerung um weitere 180 Tage möglich.
Es gibt allerdings eine Hürde: Antragstellerinnen und Antragsteller müssen nachweisen, dass sie mindestens 500.000 Baht, rund 13.000 €, auf einem Bankkonto haben. Remote‑Beschäftigte brauchen außerdem einen Arbeitsnachweis aus dem Ausland.