Beeple erklärt, sein Werk kritisiere, dass unser Blick auf die Realität heute immer stärker von Algorithmen großer Tech-Konzerne geprägt wird – und nicht von Künstlern.
In Berlin sorgen Roboterhunde mit hyperrealistischen Gesichtern von Tech-Milliardären für Aufsehen. Sie scheiden KI-generierte Kunstwerke aus. Zu sehen sind sie in einer Ausstellung des US-Künstlers Mike Winkelmann, besser bekannt als Beeple.
In der Neuen Nationalgalerie hat Winkelmann eine auffällige Reihe von Roboterhunden installiert. Ihre Silikonköpfe sind nach prominenten Figuren aus Tech- und Popkultur modelliert, darunter Elon Musk, Mark Zuckerberg und Jeff Bezos. Dazu kommen historische Größen wie Andy Warhol, Pablo Picasso und Beeple selbst.
Die Installation mit dem Titel Regular Animals zeigt diese Personen nicht als ferne Ikonen, sondern als unruhige Maschinen, die durch den Galerieraum streifen – zugleich Spektakel und Satire.
Jeder Roboter trägt Kameras, die seine Umgebung aufnehmen. Die Daten werden in gedruckte Bilder verwandelt, die der Hund in einer augenzwinkernden, an Verdauung erinnernden Geste wieder „ausspuckt“.
Jedes gedruckte Bild zeigt einen Ausschnitt der Realität, den KI so verändert, dass er zur Persönlichkeit des jeweiligen Hundes passt. Der Picasso-Hund scheidet etwa einen kubistisch verformten Hund aus, der Andy-Warhol-Roboter ein Bild im Pop-Art-Stil.
Laut Winkelmann kommentiert die Schau, wie Algorithmen und Technikplattformen – und die Milliardäre, denen sie gehören – unseren Blick auf die Welt formen.
„Früher prägten Künstler unseren Blick auf die Welt mit. Wie Picasso malte, veränderte unser Sehen. Wie Warhol über Konsum und Popkultur sprach, veränderte unseren Blick auf diese Themen. Heute formen Tech-Milliardäre unseren Blick auf die Welt. Sie besitzen mächtige Algorithmen, die entscheiden, was wir sehen, was nicht und wie viel wir davon sehen“, sagt Winkelmann.
„Das ist eine immense Macht, die wir noch nicht vollständig verstanden haben. Vor allem, weil sie für Veränderungen nicht die UNO oder Parlamente brauchen. Sie müssen nichts durch den US-Kongress oder die EU bringen. Sie wachen einfach auf und ändern diese Algorithmen.“
„Regular Animals“ war erstmals auf der Art Basel Miami Beach 2025 zu sehen.
Beeple kommt ursprünglich aus der Grafikdesign-Szene und erstellt unterschiedliche digitale Kunstwerke.
Er gilt als einer der Mitbegründer der „Everyday“-Bewegung in der 3D-Grafik. Seit Jahren erstellt er jeden Tag ein Bild und stellt es online – ohne einen einzigen Tag auszulassen.
Die Hunde tragen zudem Köpfe, die Beeples eigenes Gesicht zeigen.
Lisa Botti, die Kuratorin der Ausstellung in Berlin, sieht künstliche Intelligenz als eines der Phänomene, die unser Leben derzeit am stärksten verändern. Museen seien Orte, an denen die Gesellschaft über solche Umbrüche nachdenken könne. Deshalb wollte sie Beeples Arbeiten zeigen.
Das Werk mit dem Titel „Regular Animals“ war zunächst auf der Art Basel Miami Beach 2025 zu sehen.
Er zählt zu den Mitbegründern der „Everyday“-Bewegung in der 3D-Grafik. Seit Jahren gestaltet er Tag für Tag ein neues Bild und stellt es online, ohne je zu pausieren.
Nach Angaben von Christie’s ist er der drittteuerste lebende Künstler, dessen Werke bei Auktionen verkauft wurden – nach David Hockney und Jeff Koons.