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Frankreich hält 1700 Kreuzfahrtpassagiere nach mutmaßlichem Gastro-Ausbruch fest

Die französischen Behörden hielten am Mittwoch mehr als 1 700 Passagiere und Crewmitglieder auf einem britischen Kreuzfahrtschiff in Bordeaux fest.
Die französischen Behörden haben am Mittwoch mehr als 1700 Passagiere und Besatzungsmitglieder auf einem britischen Kreuzfahrtschiff in Bordeaux unter Quarantäne gestellt. Copyright  Cleared/Canva
Copyright Cleared/Canva
Von Marta Iraola Iribarren & with AFP
Zuerst veröffentlicht am
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Mehr als tausend Kreuzfahrtgäste vor Bordeaux dürfen nach einem Gastroenteritis-Ausbruch nicht von Bord, rund fünfzig Reisende sind erkrankt.

Mehr als 1.700 Menschen dürfen seit Mittwoch ein Kreuzfahrtschiff im südwestfranzösischen Bordeaux nicht verlassen. Zuvor war ein Passagier gestorben, Dutzende weitere zeigten Symptome, die auf einen Gastroenteritis-Ausbruch hindeuten, berichteten französische Medien.

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„Nach Informationen, die der Kapitän des Schiffes gestern Abend übermittelt hat, haben bis zu rund fünfzig Passagiere Beschwerden entwickelt, die zu einem akuten Magen-Darm-Infekt passen“, teilten die örtlichen Gesundheitsbehörden in einer Mitteilung mit.

Der Schiffsarzt behandelte die Betroffenen sofort; sie wurden in ihren Kabinen isoliert.

Das Kreuzfahrtschiff Ambition der Reederei Ambassador Cruise Line war am sechsten Mai auf den Shetlandinseln nördlich von Schottland gestartet. Danach lief es Belfast in Nordirland und Liverpool in England an, bevor es Bordeaux erreichte. Von dort aus sollte es weiter nach Spanien fahren.

Die Regionalbehörde für Gesundheit in Nouvelle-Aquitaine erklärte, ein Ärzteteam sei an Bord gegangen, um die Lage zu bewerten. Die Infektiologie des Universitätsklinikums Bordeaux nehme derzeit Proben.

„Es gibt keinen Anlass, einen Zusammenhang zwischen diesem Ausbruch auf einem aus Belfast und Liverpool kommenden Kreuzfahrtschiff und den Hantavirus-Fällen auf der MV Hondius zu sehen“, erklärten die französischen Gesundheitsbehörden.

Aus Vorsicht haben die Behörden „angesichts der Ansteckungsgefahr bei Erkrankungen vom Typ Gastroenteritis und bis zum Vorliegen der Laborergebnisse“ beschlossen, das Verlassen des Schiffes für Passagiere und Besatzung auszusetzen. Der Kontakt zum Hafen werde auf ein Minimum reduziert.

Erste Tests schließen einen Ausbruch des hochansteckenden Norovirus aus, das Erbrechen und Durchfall verursacht. Weitere Untersuchungen laufen jedoch noch, hieß es weiter.

Eine Lebensmittelvergiftung gilt weiterhin nicht als ausgeschlossen.

Die Beschwerden an Bord der Ambition erreichten demnach am Montag ihren Höhepunkt, als das Schiff im Hafen von Brest lag.

Magen-Darm-Infekte auf Kreuzfahrtschiffen verbreitet

Gemessen an der Gesamtzahl der Reisen sind Ausbrüche an Bord zwar selten. Wenn sie auftreten, hängen sie jedoch oft mit Magen-Darm-Viren zusammen.

Das US-Programm zur Schiffshygiene verzeichnete im Jahr 2026 bislang vier Ausbrüche: zwei gehen auf Noroviren zurück, zwei auf E.-coli-Bakterien.

„Die Art der Verpflegung trägt erheblich zu diesem Risiko bei. Essen am Buffet, gemeinsam benutztes Besteck und viele Menschen, die dieselben Flächen berühren, erleichtern die Ausbreitung von Magen-Darm-Erregern“, schrieb Vikram Niranjan, Assistenzprofessor für Public Health an der University of Limerick in Irland, im Magazin The Conversation.

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