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Iranischer Drohnenangriff: Flughafen Kuwait beschädigt, USA und Iran greifen sich an

FILE: Rauch steigt über dem Kuwait International Airport auf, nachdem ein Drohnenangriff ein Treibstofflager in Kuwait-Stadt traf, 25. März 2026
ARCHIV: Über dem Kuwait International Airport steigt Rauch auf, nachdem eine Drohne ein Treibstofflager in Kuwait-Stadt getroffen hat, 25. März 2026 Copyright  AP Photo
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Von Aleksandar Brezar mit AP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Kuwait stoppt nach einem schweren Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen alle Linienflüge. Zuvor hatte Iran Kuwait und Bahrain mit Raketen beschossen, die USA bombardierten eine Basis auf Qeschm; Teheran meldet einen Angriff auf das Hauptquartier der US-Marineflotte in Bahrain.

Kuwait hat am Mittwoch alle Linienflüge ausgesetzt, nachdem ein iranischer Drohnenangriff den Flughafen des Landes schwer beschädigt und Verletzte verursacht hatte. Zugleich tauschten Iran und die USA Raketenangriffe aus – die jüngste Eskalation der Spannungen zwischen beiden Staaten.

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Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Brigadegeneral Saud Abdulaziz Al-Otaibi, erklärte, „eine Reihe feindlicher Drohnen“ habe das Passagierterminal des Kuwait International Airport angegriffen. Das Gebäude sei schwer beschädigt worden, mehrere Menschen seien verletzt worden.

Der Flughafen war erst am Montag wieder in Betrieb gegangen, nachdem er im Februar wegen des Iran-Kriegs geschlossen worden war. Inlandsmedien meldeten nun, Kuwait Airways stelle ihren Betrieb bis auf Weiteres ein.

Seit Beginn des Krieges am 28. Februar geriet Kuwait wiederholt unter iranischen Beschuss. Am 1. März traf eine iranische Drohne ein US-Taktikzentrum im Hafen Shuaiba, tötete sechs US-Soldaten und verletzte mehr als 30 weitere. Am 5. April beschädigten iranische Drohnen zudem ein Regierungsgebäude in Kuwait-Stadt.

Am späten Dienstagabend teilte das US-Militär mit, es habe als Vergeltung für iranische Raketenangriffe auf Kuwait und Bahrain ein iranisches Militärziel angegriffen.

Demnach feuerte Iran zwei Raketen auf Kuwait ab, die jedoch auf dem Weg zerfielen. US- und bahrainische Streitkräfte fingen zudem Raketen ab, die Bahrain treffen sollten.

Das Verteidigungsministerium Bahrains erklärte, seine Streitkräfte hätten drei Raketen und mehrere Drohnen abgefangen und zerstört, die Iran auf den Golfinselstaat abgefeuert habe. Das US-Zentralkommando Centcom meldete ebenfalls, es habe „mehrere Drohnen abgeschossen“, die auf US-Truppen in Kuwait zielten.

Die Revolutionsgarden Irans erklärten, sie hätten bei dem Angriff das Hauptquartier der 5. US-Flotte in Bahrain sowie ein weiteres Land ins Visier genommen, ohne Kuwait namentlich zu erwähnen.

Die 5. Flotte mit Hauptquartier auf dem Stützpunkt Naval Support Activity Bahrain in Manama überwacht die US-Seeeinsätze im Persischen Golf, Roten Meer und Arabischen Meer. Sie koordiniert maßgeblich die US-Seeblockade iranischer Häfen.

Die Revolutionsgarden begründeten den Angriff damit, dass die USA zuvor eine Rakete in den Maschinenraum eines Öltankers abgefeuert hätten, der trotz der US-Blockade iranische Gewässer anlaufen wollte.

Man habe zuvor gewarnt, dass die Antwort im Fall eines Angriffs anders und deutlich härter ausfallen werde, hieß es weiter in der Erklärung: „Dementsprechend haben wir gehandelt.“

Das US-Zentralkommando erklärte, es habe daraufhin eine iranische Bodenleitzentrale auf der Insel Qeschm in der Straße von Hormus angegriffen.

Widersprüchliche Angaben

Die Angriffe fielen in eine Phase wachsender Spannungen wegen des israelischen Kriegs gegen die von Teheran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon. Staatsnahe iranische Nachrichtenagenturen berichteten, Teheran habe den Kontakt zu Vermittlern über eine Verlängerung der Waffenruhe im Iran-Krieg abgebrochen. US-Präsident Donald Trump wies dies zurück und beharrte darauf, die Gespräche liefen weiter.

Ein an der Vermittlung beteiligter Regionalvertreter sagte der Agentur AP unter der Bedingung der Anonymität, Teheran habe sich am Dienstag überhaupt nicht mehr gemeldet. Zuvor habe Iran verlangt, dass zunächst im Libanon ein Waffenstillstand durchgesetzt werde, damit die Verhandlungen weitergehen könnten.

Trump nannte Berichte über einen Stopp der Gespräche „falsch und irreführend“.

„Die Gespräche zwischen uns laufen ununterbrochen, auch vor vier Tagen, vor drei Tagen, vor zwei Tagen, vor einem Tag und heute“, schrieb Trump in einem Beitrag in sozialen Medien. „Wohin sie führen, weiß niemand. Aber wie ich Iran gesagt habe: ‚Es ist Zeit, auf die eine oder andere Weise einen Deal zu schließen.‘“

In den laufenden Gesprächen über ein Kriegsende versucht die US-Regierung bislang vor allem, den Griff der Islamischen Republik auf die Straße von Hormus zu lockern. Durch die Meerenge verlaufen normalerweise Öl, Gas und andere Rohstoffe.

Washington dringt zudem auf Gespräche über die Zukunft des iranischen Uranvorrats. Die USA behaupten, Teheran wolle ihn zum Bau einer Atombombe nutzen. Iran weist das zurück.

Der Iran-Krieg ist immer enger mit Israels Krieg gegen die Hisbollah im Libanon verknüpft. Teheran beharrt darauf, dass eine mögliche Waffenruhe auch die Kämpfe in dem Mittelmeerstaat beendet.

Die Hisbollah gilt als wichtigster Verbündeter Irans in der Region. Die bewaffnete politische Bewegung kontrolliert weite Teile des libanesischen Territoriums und war bereits mehrfach in bewaffnete Auseinandersetzungen mit Israel verwickelt. Teheran liefert Waffen, Geld und Ausbildung und sieht die militärische Stärke der Miliz als zentrales Element seiner Regionalstrategie.

Israelische Truppen besetzen derzeit rund 2.000 Quadratkilometer, also etwa ein Fünftel des libanesischen Staatsgebiets. Sie sind über den Litani-Fluss hinaus vorgedrungen – so tief in den Libanon wie seit dem Ende der 18-jährigen israelischen Besatzung des Südens im Mai 2000 nicht mehr.

Trump könnte den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu theoretisch drängen, den Vormarsch seiner Truppen zu stoppen oder zu verlangsamen. Israel und die USA betonen jedoch, die Kämpfe im Libanon seien von dem Krieg gegen Iran getrennt zu betrachten.

Libanons Präsident Joseph Aoun verurteilte am Mittwoch nach Angaben lokaler Medien die iranischen Angriffe auf „zivile Ziele“ in Kuwait und Bahrain. Einen Tag zuvor hatte er erklärt, es gebe „keine Alternative zu Verhandlungen“ mit Israel.

Zuvor hatte Aoun betont, ein israelischer Rückzug aus dem Libanon sei „nicht verhandelbar“. Zudem lieferte er sich einen Schlagabtausch mit der Hisbollah. Im April warf er der Miliz „Verrat“ vor, nachdem diese der Regierung „Kapitulation“ vorgeworfen hatte.

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