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Proteste in Großbritannien nach Video vom Tod des 18-jährigem Studenten Henry Nowak

Auf diesem Bild von PA Video stoßen Polizei und Demonstrierende bei einem Protest nach dem Tod des 18-jährigen Studenten Henry Nowak zusammen.
Auf diesem Bild von PA Video geraten Polizei und Demonstranten bei einem Protest nach dem Tod des 18-jährigen Henry Nowak aneinander, der mit einem Sikh-Kirpan erstochen wurde. Copyright  PA via AP
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Von Nathan Rennolds
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Ein Zusammenschluss mehrerer Sikh-Gemeinden verurteilte in einer gemeinsamen Erklärung den Vorfall und sprach von einem "Moment des Wahnsinns" eines Einzelnen.

In Großbritannien ist es nach der Tötung des 18-jährigen Studenten Henry Nowak zu Protesten gekommen. Im südwestlich gelegenen Southampton versammelten sich am Dienstag Hunderte Menschen. Die Demonstration eskalierte in Gewalt.

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Die Teilnehmer - viele von ihnen rechtsextreme Aktivisten wie Tommy Robinson, der die Stimmung anheizte - riefen "Henry, Henry", warfen Steine, Ziegel und Stühle und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Auslöser der Proteste war der Prozess gegen den 23-jährigen Sikh Vickrum Digwa, den ein Gericht wegen des Mordes an Nowak schuldig gesprochen hatte.

Im Dezember 2025 hatte Digwa mehrfach auf Nowak eingestochen, als dieser nach einem Abend mit Freunden auf dem Heimweg war. Am Montag wurde Digwa zu lebenslanger Haft mit einer Mindestverbüßungsdauer von 21 Jahren verurteilt. Gegenüber den eintreffenden Polizeikräften hatte er fälschlicherweise behauptet, selbst Opfer eines rassistischen Angriffs geworden zu sein.

Polizei legte offenbar sterbendem Nowak Handschellen an

Die Einsatzkräfte legten dem schwer verletzten Nowak zunächst Handschellen an und nahmen ihn fest. Aufnahmen von Bodycams zeigen, wie der 18-jährige Student den Beamten erklärt, dass er niedergestochen worden sei und keine Luft bekomme.

Henry Nowak sagt wiederholt: „Ich wurde niedergestochen“, worauf ein Beamter antwortet: „Glaub ich nicht, Kumpel.“

Die Polizei hat den Fall inzwischen selbst an das Independent Office for Police Conduct (IOPC), die unabhängige britische Beschwerdestelle für Polizeiverhalten, zur Prüfung übergeben. Der Druck auf die beteiligten Einsatzkräfte wächst.

"Tragödie missbraucht, um Unruhen zu schüren"

Die britische Justizministerin Shabana Mahmood bezeichnete die Ausschreitungen vom Dienstag als "völlig inakzeptabel". Es gebe keinerlei Rechtfertigung dafür, diese Tragödie zu missbrauchen, um Gewalt und Unruhen zu schüren, sagte sie.

In einer gemeinsamen Erklärung verurteilte ein Zusammenschluss von Sikh-Gemeindeorganisationen die Tat als "Moment des Wahnsinns eines Einzelnen, für den es keine Entschuldigung geben kann".

Bedeutung des Kirpan nicht verstanden?

Zugleich erklärte das Bündnis, die breitere Sikh-Gemeinschaft sei während des Prozesses in unzumutbarem Maß Beschimpfungen und Hass ausgesetzt gewesen. Viele Menschen verstünden weder das Recht noch die Bedeutung des Kirpan noch die Verantwortung, die mit dem Tragen eines Kirpan einhergehe.

Ein Kirpan ist ein kleines Messer, das Sikhs als Teil ihrer religiösen Kleidung tragen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft führte Digwa einen üblichen Kirpan sowie einen großen Dolch mit sich.

"Wir gehen in diesem Fall davon aus, dass die möglicherweise verwendete Waffe nicht der übliche Kirpan war, den praktizierende Sikhs tragen", hieß es weiter in der Erklärung der Gemeinschaft. Dieser Unterschied sei entscheidend und sei von den zur Aussage geladenen Personen womöglich weder erklärt noch verstanden worden.

Mark Nowak, der Vater des Opfers Henry Nowak sagte, die Familie wolle nicht, dass der Tod ihres Sohnes dazu benutzt werde, weiteren Hass zu schüren.

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