Albaniens Regierungschef verteidigt das Tourismus-Projekt, an dem Trumps Schwiegersohn Jared Kushner beteiligt ist. Edi Rama stellt klar, dass er keinen Schritt zurückweichen will. Derweil meldet auch die griechische Minderheit in Albanien Bedenken an.
In Albaniens Hauptstadt Tirana gehen seit zwei Wochen täglich Tausende Menschen auf die Straße. Sie protestieren gegen ein Luxus-Tourismusprojekt im Wert von rund 4,6 Milliarden Dollar, das in einem geschützten Küstengebiet an der Adria entstehen soll.
Die Demonstrierenden versammeln sich jeden Abend im Zentrum von Tirana. Sie pfeifen, tragen aufblasbare Flamingos sowie Plakate mit der Aufschrift "Albania is not for sale".
Vor Ort, wo die Absicherung der Baustelle begonnen hat, versuchten Prosteriende einen Zaun niederzureißen.
Das Vorhaben ist mit einem Investorennetzwerk von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, verknüpft. Geplant ist ein Hotelkomplex auf einer verlassenen Insel und entlang der angrenzenden Küste. Doch das Luxus-Resort soll in einem Naturschutzgebiet errichtet werden, das wegen einer nahegelegenen Lagune und zahlreicher Zugvögel wie Rosaflamingos ökologisch besonders wertvoll ist.
Auch die Europäische Kommission hat Bedenken vorgebracht und die Regierung in Tirana ermahnt, sie müsse vor dem EU-Beitritt die Umweltauflagen der Europäischen Union erfüllen.
Edi Rama verteidigt das Projekt vehement
Die Regierung von Edi Rama betont, die Investition werde die touristische Landkarte Albaniens verändern und den Weg in Richtung Europäische Union stärken. Ministerpräsident Edi Rama verteidigt das Projekt und erklärt, er werde nicht zurückweichen, auch wenn viele Protestierende seinen Rücktritt fordern.
Bei der Demonstration am Samstag wurde Edi Rama der Korruption bezichtigt und als "Verräter" bezeichnet.
Widerstand der griechischen Minderheit in Albanien
Zugleich regt sich Widerstand in der griechischen Minderheit in Albanien. Deren Vertreterinnen und Vertreter kritisieren ungeklärte Eigentumsfragen bei mehreren Grundstücken in Gebieten, die von den umfangreichen Tourismusplänen betroffen sind. Sie verweisen auf laufende Gerichtsverfahren zu Flächen, die ihrer Darstellung nach im Zuge früherer Enteignungen oder umstrittener Übertragungen in den Besitz des albanischen Staates gelangt sind.