Vor dem G7-Gipfel in Évian erklärte Trump, ein US‑iranisches Friedensabkommen könne bereits am Sonntag unterzeichnet werden. Dann würde die Straße von Hormus wieder öffnen, doch Teheran stellt den Zeitplan infrage.
Kurz vor dem lang erwarteten G7-Gipfel in Évian hat US-Präsident Donald Trump erklärt, ein Friedensabkommen mit dem Iran könne bereits am Sonntag abgeschlossen werden. Das würde den Weg zur Öffnung der Straße von Hormus frei machen.
„Die Vereinbarung soll morgen unterzeichnet werden. Unmittelbar danach ist die Straße von Hormus für alle geöffnet“, schrieb Trump am Samstag auf seiner Plattform Truth Social.
Trump kündigte außerdem an, die USA würden den angereicherten Uran-‚Staub‘ Irans übernehmen, sobald „alles ruhig“ sei.
Seine Aussagen widersprachen jedoch dem iranischen Außenministerium. Dieses hatte laut Staatsmedien zuvor signalisiert, das Abkommen werde am Sonntag nicht unterschrieben.
Zuvor hatte Pakistans Premierminister am Samstag erklärt, ein Friedensabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran werde voraussichtlich innerhalb der nächsten 24 Stunden stehen.
Auf X schrieb Schehbaz Scharif: „Wir sind einem Friedensabkommen so nahe wie nie zuvor.“
In seinem Beitrag warnte Trump die Islamische Republik zudem, sie müsse den Plan vollständig umsetzen, sonst habe sie mit schweren Konsequenzen zu rechnen.
„Hoffentlich wird dieser Prozess schnell, einfach und reibungslos verlaufen“, schrieb der US-Präsident. „Wenn nicht, haben wir die äußerste Alternative, hoffentlich eine Option, die nie wieder eingesetzt werden muss.“
Während der gesamten Verhandlungen beharrte der Iran auf seinem Recht zur Urananreicherung.
Trumps Beitrag erwähnt weder Israel und den Krieg im Libanon noch die US-Blockade iranischer Häfen in der Straße von Hormus. Beides zählt bisher zu den zwei zentralen Forderungen der iranischen Führung für jedes Friedensabkommen.
Trump reicht der iranischen Führung offenbar einen Olivenzweig. Er schreibt, das Verhältnis zum Iran sei „ganz anders und besser“ als unter früheren Regierungen. Zudem betont er: „Wir freuen uns darauf, mit dem Iran und der gesamten Region des Nahen Ostens noch lange in die Zukunft hinein zusammenzuarbeiten.“ Das signalisiert einen deutlichen Wandel in der US-Rhetorik nach den zuvor drohenden Tönen.
Angesichts der komplizierten Friedensverhandlungen betont Trump mehrfach das Wort „hoffentlich“, wenn er sich wünscht, der Prozess solle „schnell, einfach und reibungslos“ verlaufen. Zugleich stellt er klar, dass militärische Optionen weiter auf dem Tisch liegen. Er nennt sie „die äußerste Alternative“, von der er hofft, „dass sie nie wieder eingesetzt wird“. Eine weitere zentrale Forderung Teherans ist die Zusicherung, dass die USA und Israel den Iran nicht erneut angreifen.
Der Stand der Gespräche zwischen den USA und dem Iran über ein Ende des Kriegs im Nahen Osten wird eines der dominierenden Themen beim G7-Gipfel sein. Auch der Krieg in der Ukraine steht weit oben auf der Agenda.
Regierungsvertreter: Trump will mit Selenskyj zusammenarbeiten
Trump wird am Dienstag in Frankreich an einer G7-Arbeitssitzung mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj teilnehmen. Ein bilaterales Treffen der beiden ist jedoch nicht geplant, sagte ein ranghoher Regierungsvertreter.
„Am Dienstagmorgen wird Präsident Trump an einer Arbeitssitzung mit den G7-Staats- und Regierungschefs und Präsident Selenskyj aus der Ukraine teilnehmen“, sagte der Beamte am Samstag vor Journalisten. Er wollte nicht namentlich genannt werden.
Der G7-Gipfel findet vom 15. bis 17. Juni in Évian statt. Am Rande des Treffens sind nach Angaben des Vertreters bilaterale Gespräche Trumps mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sowie mit den Staats- und Regierungschefs von Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und Indien geplant.
Für Mittwochabend ist außerdem ein gemeinsames Abendessen Trumps mit Macron im Schloss Versailles westlich von Paris vorgesehen, nachdem der Gipfel beendet ist.
Mit dem Essen soll laut dem Élysée-Palast der 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit gefeiert werden, an einem Symbolort der französisch-amerikanischen Freundschaft, an dem 1783 der Vertrag zur Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten unterzeichnet wurde.
Seit die Vereinigten Staaten und Israel Ende Februar Angriffe auf den Iran gestartet haben, richtet Trump seine Aufmerksamkeit weniger auf Bemühungen zur Beendigung des russisch-ukrainischen Kriegs.