Weniger als 24 Stunden zuvor hatten US-Regierungsvertreter erklärt, Israel und die von Iran unterstützte Hisbollah hätten eine neue Waffenruhe vereinbart.
Israels Armee hat am Samstagmorgen erneut Ziele im Süden des Libanon angegriffen – obwohl Israel und die Hisbollah erst am Freitag eine Waffenruhe vereinbart hatten. Das meldeten libanesische Staatsmedien.
Die Luftangriffe auf Nabatieh im Süden des Libanon haben demnach am Samstag 16 Menschen getötet und 12 weitere verletzt, teilte die libanesische Zivilschutzbehörde mit.
In einem Facebook-Beitrag erklärte die Behörde, ihre Einsatzkräfte hätten die Verletzten ins Krankenhaus gebracht und 47 weitere Personen in sichere Gebiete evakuiert.
Israels Kampfflugzeuge griffen kurz nach Mitternacht Nabatieh al-Fawqa an. Später am Morgen wurden bei Angriffen auf die Stadt Arabsalim drei Menschen getötet, berichtete die libanesische Nachrichtenagentur NNA.
Drohnenangriffe auf die Orte Deir al-Zahrani und Doueir forderten zudem zwei weitere Todesopfer.
Die libanesische Armee nannte den Soldaten Jameel Nahhal als eines der Todesopfer der Angriffe am Samstag.
Die neuen Angriffe erfolgten weniger als einen Tag, nachdem US-Regierungsvertreter erklärt hatten, Israel und die von Iran unterstützte Miliz Hisbollah hätten sich erneut auf eine Waffenruhe geeinigt.
Seit Donnerstagabend bis in den Freitag hinein lieferten sich beide Seiten zudem mehrere Gefechte. Damit stand auch das vorläufige Friedensabkommen der USA mit Iran auf dem Spiel.
Am Freitag forderte Israels Minister für nationale Sicherheit, „der gesamte Libanon müsse brennen“, nachdem das Militär gemeldet hatte, im Süden des Landes seien vier Soldaten getötet worden.
„Für jede Träne einer israelischen Mutter müssen tausend libanesische Mütter weinen“, schrieb Itamar Ben-Gvir in sozialen Netzwerken.
In der Nacht zu Freitag hatte die israelische Armee bereits Ziele im gesamten Süden des Libanon angegriffen. Nach eigenen Angaben zielte sie auf Kämpfer der Hisbollah und deren Infrastruktur. Dabei sollen 18 Menschen getötet worden sein.