Frankreich erwartet 40 bis 45 Grad an diesem Mittwoch, es gilt Waldbrandalarm im Landeszentrum, und 68.000 Haushalte in der Bretagne sind ohne Strom.
Eine historische Hitzewelle schnürt Frankreich weiter die Luft ab. Am Mittwoch, dem 24. Juni, wachten die Französinnen und Franzosen erneut bei Rekordtemperaturen auf: um fünf Uhr morgens lagen die Werte bei 29 Grad in La Rochelle, 26 Grad in Dieppe und 27 Grad in Paris. 58 Départements stehen auf Rot, 31 auf Alarmstufe Orange.
Die Höchsttemperaturen bleiben in der gesamten Westhälfte des Landes sehr hoch. „Es ist damit zu rechnen, dass erneut Rekorde fallen, auch im Vergleich zu allen anderen Monaten“, teilte Météo-France mit. Die Höchstwerte verändern sich kaum, die Tiefstwerte steigen jedoch weiter.
Waldbrandgefahr: 35 Départements in Alarmbereitschaft
Die große Hitze und die niedrige Luftfeuchtigkeit schaffen ideale Bedingungen für Waldbrände. 35 Départements stehen unter erhöhter Wachsamkeit.
Die aktuellen Wetterbedingungen „verschärfen das Risiko für Ausbruch und Ausbreitung von Wald- und Vegetationsbränden im Vergleich zu üblichen Sommern deutlich“, erklärte Météo-France und betonte, „dass die Gefahr örtlich sehr hoch sein kann“.
Im Département Lot-et-Garonne zeigt sich die Lage bereits : Zwei Brandherde sind nur wenige Kilometer voneinander entfernt ausgebrochen. Ein Einsatzfahrzeug wurde von den Flammen zerstört, ein Feuerwehrmann leicht verletzt, wie die Präfektur mitteilte. Demnach wurden 180 Feuerwehrleute und 80 Fahrzeuge mobilisiert, unterstützt von zwei Löschflugzeuge und drei weiteren Maschinen des Typs Dash.
68.000 Haushalte ohne Strom
Die Hitze setzt auch der Infrastruktur zu. Am Dienstagabend kam es in der Gemeinde Ergué-Gabéric bei Quimper zu einem Vorfall an einem Umspannwerk des Netzbetreibers RTE, wie die Präfektur mitteilte. In der Spitze waren rund 106.000 Kunden ohne Strom.
Zwei Explosionen waren in der Gemeinde zu hören, das Umfeld des Umspannwerks musste geräumt werden.
„Die Ursache des Vorfalls ist ein Unfall im Zusammenhang mit der großen Hitze. Es gab keine Verletzten“, erklärte die Präfektur in einer Mitteilung.
Die technischen Dienste arbeiten an der Störung, erklärte der Regionalpräsident in den sozialen Netzwerken, doch die Unterbrechung dauert an.
„Aus technischen Gründen kann RTE die betroffenen Haushalte im Laufe des Tages nicht wieder ans Netz bringen; die Wiedereinspeisung erfolgt frühestens am 24. Juni gegen Tagesende. Vorrang hat die Wiederherstellung der Stromversorgung in Gesundheitseinrichtungen und an sensiblen Standorten.“