Nahe der Gemeinde Ores in der nordöstlichen Region Aragon ist am 15. Juli während einer heftigen Hitzewelle ein Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer griff rasch auf ausgetrocknete Vegetation über, sodass vorsorglich mindestens fünf Dörfer evakuiert wurden. Die Behörden brachten die Bewohner in Sicherheit, dichter Rauch lag über der Gegend, und die schnell vorrückenden Flammen bedrohten Häuser, Felder und wichtige Infrastruktur.
Militärische Notfallteams, darunter die spezialisierte Unidad Militar de Emergencias (UME), unterstützten die zivilen Feuerwehren vor Ort. Die Einsatzkräfte arbeiteten rund um die Uhr unter schwierigen Bedingungen. Am Boden setzten sie Hochdruckschläuche und Brandschneisen ein. Aus der Luft warfen Hubschrauber und Löschflugzeuge immer wieder Wasser ab, um den Vormarsch der Flammen in dem zerklüfteten, schwer zugänglichen Gelände zu bremsen.
Der Regionalpolitiker Roberto Bermúdez de Castro sprach von einem der schwersten Brände in Aragon in den vergangenen Jahren. Die Einsatzkräfte seien an der Grenze ihrer Belastbarkeit, weil sie gleichzeitig mehrere aktive Brandfronten bekämpfen müssten. Die Feuerwehrleute haben es mit extremen Bedingungen zu tun: Temperaturen nahe 40 °C, sehr niedriger Luftfeuchtigkeit und wechselnden Winden. Das führt zu einem unberechenbaren, sprunghaften Brandverlauf.
Das Feuer brach nur eine Woche nach dem bislang tödlichsten Waldbrand der jüngeren spanischen Geschichte aus. In der Provinz Almería kamen dabei 13 Menschen ums Leben, darunter sieben britische Staatsangehörige. Das schürt die Sorge, ob Spaniens Vorsorge und Reaktionsfähigkeit bei Waldbränden ausreichen.
Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez sagte den laufenden Einsätzen und den betroffenen Gemeinden die volle Unterstützung der Regierung zu. Nationale und regionale Behörden bleiben in erhöhter Alarmbereitschaft.
Nach Angaben des Europäischen Waldbrandinformationssystems (EFFIS) brannten in Spanien während der Rekordsaison im vergangenen Jahr fast 400.000 Hektar ab. Fachleute warnen, dass immer häufigere Hitzewellen, langanhaltende Trockenperioden und der Klimawandel das Waldbrandrisiko weiter verschärfen. Besonders in Südeuropa werden die Brandsaisons länger, intensiver und immer schwerer zu kontrollieren.