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Myanmars Ex-Junta-Chef auf erstem Thailand-Besuch als Zivilist

Myanmars Präsident Min Aung Hlaing inspiziert die Ehrenformation bei einer Begrüßungszeremonie im Regierungssitz in Bangkok am sechsten August 2026.
Myanmars Präsident Min Aung Hlaing inspiziert bei einer Willkommenszeremonie im Regierungssitz in Bangkok die Ehrenwache am sechsten August 2026 Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Gavin Blackburn
Zuerst veröffentlicht am
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Wegen Gefechten zwischen Myanmars Armee und zahlreichen Rebellen fliehen viele Menschen nach Thailand. Dort leben Millionen Geflüchtete aus Myanmar.

Myanmars früherer Junta-Chef Min Aung Hlaing ist zu seinem ersten Besuch als ziviler Staatschef in Bangkok eingetroffen. Er will sein international isoliertes Land diplomatisch wieder anschlussfähig machen.

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Als General führte Min Aung Hlaing im Jahr 2021 einen Militärputsch an, durch den die demokratisch gewählte Politikerin Aung San Suu Kyi gestürzt wurde. Im folgenden Bürgerkrieg wurden Schätzungen zufolge mehr als 100.000 Menschen getötet.

Im April setzte Myanmars Junta nach inszenierten Wahlen Min Aung Hlaing als Präsidenten Myanmars ein. Demokratieorganisationen und westliche Staaten stuften die Abstimmung als Scheinwahl ein, die allein dem Image der Militärregierung dienen sollte.

Seitdem versucht das Nachbarland Thailand, die Beziehungen zu Myanmar zu normalisieren – sowohl bilateral als auch über den aus elf Staaten bestehenden Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN).

Die Beziehungen zwischen dem Staatenbund ASEAN und der politischen Führung Myanmars in Naypyidaw waren seit dem Putsch kompliziert. Myanmars Außenminister nahm jedoch im vergangenen Monat in Bangkok an einem informellen Treffen mit seinen Amtskollegen aus der Region teil.

Der inzwischen 70-jährige Min Aung Hlaing hat mit seinem Wechsel von der Uniform zum Anzug eine diplomatische Werbetour gestartet. Er besuchte bereits Indien, den wichtigen Verbündeten China und das ASEAN-Mitglied Laos.

Thailands Premierminister Anutin Charnvirakul spricht bei einem bilateralen Treffen mit Myanmars Präsident Min Aung Hlaing in Bangkok, 6. August 2026
Thailands Premierminister Anutin Charnvirakul spricht bei einem bilateralen Treffen mit Myanmars Präsident Min Aung Hlaing in Bangkok, 6. August 2026 AP Photo

Kurz vor der Bangkok-Reise durfte Suu Kyi, die weiterhin unter Hausarrest steht, am Montag einen Vertreter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz treffen. Es war das erste Mal seit ihrer Entmachtung, dass sie bei einem Treffen mit einem ausländischen Vertreter öffentlich zu sehen war.

Wie wichtig ist ASEAN für Myanmar?

„Würde Myanmar wieder zu ASEAN eingeladen, gäbe es einen Weg zur Normalisierung der Beziehungen zu anderen Staaten, einschließlich westlicher Länder, die das Militärregime bislang ablehnen“, sagt der Myanmar-Experte Morgan Michaels.

„Myanmar hat jedoch bereits die Anerkennung aus Indien, China, Russland und Thailand erhalten“, so der Experte. „Die Wiederaufnahme der Beziehungen zum regionalen Verbund ist deshalb eher ‚nice to have‘ als überlebenswichtig.“

Der unabhängige Myanmar-Analyst David Mathieson erklärte der Nachrichtenagentur AFP, der Vorstoß zur Wiederaufnahme in die ASEAN-Gruppe sei für Min Aung Hlaing vor allem eine Frage des Prestiges.

Die Machthaber in Myanmar sind gegen den sogenannten „Fünf-Punkte-Konsens“ des Staatenbundes, der einen Dialog mit allen Konfliktparteien und ein Ende der Kämpfe vorsieht.

„Er will einerseits als verantwortungsbewusstes Mitglied von ASEAN wahrgenommen werden und andererseits lehnt er den Fünf-Punkte-Konsens vollständig ab – ein Widerspruch in sich“, sagt Mathieson.

Myanmars Präsident Min Aung Hlaing nimmt an einem Treffen mit Thailands Premierminister Anutin Charnvirakul in Bangkok teil, 6. August 2026
Myanmars Präsident Min Aung Hlaing nimmt an einem Treffen mit Thailands Premierminister Anutin Charnvirakul in Bangkok teil, 6. August 2026 AP Photo

Normalisierung der Beziehungen

Min Aung Hlaing war am Donnerstag in Thailand eingetroffen ist. Flugverfolgungs-Webseiten registrierten die Landung einer Maschine aus der Hauptstadt Naypyidaw in Bangkok.

Nach Angaben eines thailändischen Regierungsvertreters war ein Vier-Augen-Gespräch mit Ministerpräsident Anutin Charnvirakul geplant.

Der Staatschef aus Myanmar wollte laut dem Beamten zudem an einem Wirtschaftsforum und einem offiziellen Abendessen teilnehmen. In Thailans sollte eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit im Bereich Arbeitskräfte unterzeichnet werden.

Myanmars entmachtete Politikerin Aung San Suu Kyi schüttelt in Naypyidaw Arnaud de Baecque, dem ständigen Vertreter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, die Hand, 3. August
Myanmars entmachtete Politikerin Aung San Suu Kyi schüttelt in Naypyidaw Arnaud de Baecque, dem ständigen Vertreter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, die Hand, 3. August Myanmar President Office via AP/Myanmar President Office via AP

Kritiker meinen, Bangkok solle für Min Aung Hlaing keinen roten Teppich ausrollen. Gegen den General haben mehrere westliche Staaten Sanktionen verhängt, zudem wird er vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht.

Analysten sehen jedoch Gründe, weshalb Bangkok die Beziehungen verbessern will.

Gefechte zwischen Myanmars Armee und zahlreichen Rebellengruppen greifen immer wieder auf die lange Grenze zu Thailand über. In Thailand leben Millionen Flüchtlinge aus dem Nachbarland.

Thailand muss zudem mit Cyberbetrugs-Netzwerken und Drogenhändlern umgehen, die in den instabilen Grenzregionen Myanmars operieren.

Thailands Außenminister Sihasak Phuangketkeow sagte vor Journalistinnen und Journalisten, Myanmar und auch Kambodscha könnten „deutlich mehr“ gegen Betrugsnetzwerke unternehmen. Das Thema solle bei dem Besuch von Min Aung Hlaing zur Sprache kommen.

In einer Erklärung begrüßte er zudem das Treffen Suu Kyis mit dem Roten Kreuz. Er hoffe, dass die Behörden „weitere positive Schritte hin zu dauerhaftem Frieden und Stabilität in Myanmar“ unternehmen werden.

Vor drei Jahren traf sich der damalige thailändische Außenminister Don Pramudwinai mehr als eine Stunde lang unter vier Augen mit Suu Kyi. Es war ihre letzte bekannte Begegnung mit einem ausländischen Diplomaten seit ihrer Inhaftierung.

Weitere Quellen • AFP

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