Loader
Finden Sie uns
Menschen tragen Schutzbrillen und schauen zur Sonnenfinsternis in den Himmel.

Video. Europa sucht fieberhaft Brillen, Solarstrom sinkt bei Sonnenfinsternis

Zuletzt aktualisiert:

In Europa gehen zertifizierte Sonnenfinsternisbrillen vor der totalen Finsternis am Mittwoch zur Neige, in Paris, London und Brüssel bilden sich Schlangen.

Die Sonnenfinsternis ist die erste totale Finsternis, die seit 2006 in Europa zu sehen ist. Der Streifen der Totalität verläuft über Nordspanien, Portugal, Island, Grönland und den Norden Russlands. In London dürfte rund 90 Prozent der Sonnenscheibe verdeckt sein. In Paris standen Kundinnen und Kunden mehr als zwei Stunden vor einem Fachgeschäft in der Rue de Rivoli an.

WERBUNG
WERBUNG

In Spanien liegen mehrere Regionen direkt im Kernschatten, dort sind viele Ausgabestellen bereits leergekauft. Apotheken im Zentrum Madrids verkaufen zertifizierte Schutzbrillen für zwischen drei und vier Euro pro Paar. In Frankreich reichen die Preise von rund eineinhalb bis knapp sechs Euro.

In London begrenzte ein Händler den Verkauf auf ein einziges Paar pro Person, weil sein Lagerbestand auf etwa 100 Brillen geschrumpft war. In Brüssel nahm Optiker Fouad Mehdaoui Bestellungen telefonisch entgegen und setzte Interessierte auf eine Warteliste, nachdem er kurzfristig noch einmal Ware bekommen hatte.

Die Finsternis dürfte auch die Stromproduktion aus Solarenergie in Europa zeitweise dämpfen. Nach Berechnungen des Übertragungsnetzverbands ENTSO-E könnte die Einspeisung zwischen 19.15 und 21.30 Uhr MEZ um bis zu knapp zehn Gigawatt zurückgehen. Am stärksten betroffen sind demnach Spanien und Deutschland.

Solarstrom deckt derzeit rund 13 Prozent der europäischen Stromerzeugung. Netzbetreiber haben ihre Leitstellen verstärkt, zusätzliche Reservekraftwerke eingeplant und Wartungsarbeiten verschoben, um den vorübergehenden Rückgang abzufedern.

Frankreichs Netzbetreiber RTE rechnet mit einem Minus von knapp zwei Gigawatt. Die deutschen Betreiber stellen sich auf eine Reduktion von rund zwei Gigawatt ein. Trotz der spürbaren Veränderung sehen die Übertragungsnetzbetreiber die Versorgungssicherheit in Europa nicht gefährdet.

Unsere Auswahl

WERBUNG
WERBUNG
WERBUNG
WERBUNG