Die EU-Kommission will neue Maßnahmen zum Schutz von Kindern im Netz vorstellen. Der EU Kids Act führt ein "digitales Volljährigkeitsalter" von 15 ein und regelt Plattformen wie TikTok, Instagram sowie bestimmte Videospiele.
Die EU will sich nicht länger darauf verlassen, dass Techkonzerne sich selbst kontrollieren. Kinder im Netz sind durch manipulative Algorithmen, Cybermobbing und den Missbrauch ihrer Daten besonders gefährdet. Fast 60 Prozent der jungen Europäer berichten von emotionalen und psychosozialen Problemen im Zusammenhang mit digitalen Plattformen.
Neue EU-Regeln legen die rechtliche Verantwortung klar bei den Anbietern: Sie sollen Inhalte aktiv blockieren und filtern und ihre Oberflächen je nach Alter der Kinder anpassen.
Das geplante Gesetz "EU-Kids-Act" sieht ein Mindestalter von 15 Jahren für klassische Social-Media-Konten vor. Jüngere Kinder sollen keine eigenen Accounts mehr eröffnen. Kinder unter drei Jahren dürfen die Plattformen gar nicht nutzen.
Zwischen drei und zwölf Jahren sollen nur streng geprüfte, kindgerechte Angebote zugänglich sein. Jugendliche von 13 und 14 Jahren können stark eingeschränkte "Einsteigerkonten" nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Eltern eröffnen. Diese Konten begrenzen die tägliche Bildschirmzeit und blockieren Kontakte zu unbekannten Personen.
Um die Altersgrenzen durchzusetzen und zugleich die Privatsphäre zu schützen, müssen die Plattformen ein sicheres, anonymes europäisches System zur Altersprüfung einbinden. Zur Wahl stehen die "EU Age Verification App“, die "European Digital Identity Wallet" oder geprüfte Drittanbieter-Apps.
Das Gesetz greift weiter. Es verbietet besonders süchtig machende Funktionen wie Endlos-Scrollen, Autoplay und dauerhaft eingehende Push-Benachrichtigungen. Empfehlungsalgorithmen, die allein auf möglichst hoher Nutzung beruhen, sollen deutlich eingeschränkt werden.
Konten von Minderjährigen sind standardmäßig privat. Standortverfolgung und offene Direktnachrichten sind deaktiviert. Unternehmen, die gegen die Vorgaben verstoßen, müssen mit hohen Geldstrafen von bis zu sechs Prozent ihres weltweiten Jahresumsatzes rechnen.
Schützt dieser neue Rahmen Kinder im Netz tatsächlich besser? Oder greift er zu tief in die digitale Freiheit ein?
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