Kein Social-Media-Konto unter 13, strenge Kontrolle bis 15: Mit dem EU Kids Act will Brüssel Kinder vor süchtig machenden Plattformen schützen. Was sich für Instagram, TikTok und Co. ändern soll.
Die EU verstärkt ihren Einsatz für sichere Online-Angebote, um zunehmende Gesundheitsprobleme bei jungen Menschen anzugehen, die mit suchtmachenden Plattform-Designs und übermäßiger Bildschirmzeit zusammenhängen.
Die neue Initiative der Kommission, der EU Kids Act, untersagt Kindern unter 13 Jahren den Zugang zu sozialen Netzwerken wie Instagram, TikTok und YouTube. Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren dürfen nur eingeschränkte Konten einrichten, und zwar unter Aufsicht der Eltern. 15- bis 18-Jährige erhalten Zugang ausschließlich zu von vornherein sicheren Versionen sozialer Medien.
Soziale Netzwerke, KI-Chatbots, Videospiele, Plattformen zum Teilen von Videos und App-Stores müssen altersgerecht gestaltet sein und übermäßige Nutzung unattraktiv machen. Empfehlungsalgorithmen dürfen Minderjährigen keine Inhalte mehr vorschlagen, die auf ihrem Verhalten oder ihren Vorlieben beruhen.
Der Vorschlag reagiert auf wachsende Sorgen über die heutige Online-Welt. In einer Eurobarometer-Umfrage vom Juli 2026 gaben 71 Prozent der Europäerinnen und Europäer an, sie seien besorgt über die psychologischen Folgen von Cybermobbing für Minderjährige. 70 Prozent fürchten vor allem Grooming und Ausbeutung. 63 Prozent wünschen sich strengere EU-Regeln für den Zugang von Kindern zu sozialen Netzwerken, 15 Prozent plädieren für eine konsequentere Strafverfolgung, 13 Prozent setzen eher auf Aufsicht durch Eltern und Schulen.
Der Kids Act ist Teil eines umfassenderen Engagements der EU für einen sicheren digitalen Alltag von Kindern. Anfang des Jahres hat die Kommission die EU-Altersnachweis-App eingeführt, mit der Nutzerinnen und Nutzer ihr Alter überprüfen lassen können. Das Gesetz über digitale Dienste schützt die Privatsphäre von Minderjährigen durch sichere Grundeinstellungen und Einschränkungen personalisierter Werbung. Der Aktionsplan gegen Cybermobbing stellt zudem Werkzeuge bereit, um Online-Angriffe zu bekämpfen.
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