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Werft Gdańsk: Atelier kämpft um Erhalt des historischen Erbes

WL4 Art Space Danzig
WL4 Kunstraum Gdańsk Copyright  Wojtek Rudnik
Copyright Wojtek Rudnik
Von Chris Burns
Zuerst veröffentlicht am
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Die Werft von Gdańsk, einst Schauplatz der von Lech Wałęsa angeführten Streiks gegen den Kommunismus, wird nun von Investoren in Wohnquartiere und Büros verwandelt.

Die Künstlerin und Professorin an der Akademie der Bildenden Künste in Danzig, Adriana Majdzińska, betreibt gemeinsam mit ihrem Mann, dem Bildhauer und Keramikkünstler Dr. Czesław Podleśny, im Werftgelände ein Atelier namens WL4. Sie hofft, damit das kulturelle und historische Erbe des Ortes zu bewahren. Podleśny fertigt seine figurativen Skulpturen aus rostenden Schiffsteilen.

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„WL4 ist eine Gruppe unabhängiger Künstlerinnen und Künstler, die an keine Institution gebunden sind und für die Kunst der höchste Wert ist. Zu unserem Kreis gehören etablierte Kunstschaffende ebenso wie Menschen, die erst am Anfang ihres Weges stehen und in unterschiedlichen Sparten arbeiten. Unsere Vielfalt ist unsere Stärke“, heißt es in einer Erklärung auf der Website von WL4.

Die Initiative organisiert Ausstellungen, Symposien, Workshops, Konzerte und Performances. Zu ihren Gästen zählte sogar Lech Wałęsa, Friedensnobelpreisträger und früherer Präsident Polens.

Nun hat der polnische Projektentwickler Develia jedoch einen Vertrag unterzeichnet, das Grundstück zu kaufen, auf dem das Kollektiv arbeitet, und dort 3.000 Wohnungen zu errichten. Die Kunstschaffenden fürchten deshalb, dass WL4 das Gelände irgendwann verlassen muss.

„Natürlich hoffen und erwarten wir, dass der neue Eigentümer, ein großes polnisches Immobilienunternehmen, Kultur und Kunst wohlgesonnen ist. Es kann aber auch anders kommen, und dann müssen wir diesen Ort verlassen“, sagt Adriana Majdzińska, Professorin an der Akademie der Bildenden Künste in Danzig und Mitgründerin von WL4, gegenüber Euronews.

Piotr Grzelak, stellvertretender Bürgermeister von Danzig, betont die Bedeutung von WL4.

„Ich kann mir nicht vorstellen, diesen Teil der Stadt zu entwickeln, ohne sein Erbe und den Geist der Solidarität zu bewahren, oder das Werftgelände als Ganzes. Es ist auch ein Wettbewerbsvorteil für Investoren. WL4 ist eine Galerie, die für das Funktionieren dieses Stadtviertels außergewöhnlich wichtig ist“, sagte der Politiker Euronews.

Eine PR-Agentur, die Develia vertritt, erklärt, es sei derzeit noch zu früh, um sich zur künftigen Nutzung einzelner Gebäude zu äußern. Das Unternehmen werde aber mit den lokalen Behörden zusammenarbeiten und dabei den Charakter und die Geschichte des Areals respektieren.

Grzelak erinnert daran, dass Dialog Teil der Lösung sein sollte – so wie schon beim Übergang Polens zur Demokratie.

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