Loader
Finden Sie uns
In Ceuta beziehen Polizisten Stellung. Demonstrierende zünden auf einem Strand Gegenstände an, auf dem zuvor Migranten Zuflucht gesucht hatten.

Video. Spanien: In Ceuta kommt es zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Anti-Migranten-Demo

Zuletzt aktualisiert:

In der spanischen Nordafrika-Enklave Ceuta kam es am 27. August zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstrierenden wegen der Anwesenheit tausender Migranten.

Die Polizei hat an den Stränden Trampolín und Benítez Demonstrierende auseinandergetrieben, nachdem während der Unruhen Habseligkeiten und provisorische Unterkünfte von Migranten in Brand gesetzt worden waren. Aufnahmen des spanischen öffentlich-rechtlichen Fernsehens zeigten, wie Protestierende Gegenstände in die Feuer warfen, während die Polizei sie zurückdrängte. Migranten zogen sich hinter eine Polizeisperre auf einem Pier zurück.

WERBUNG
WERBUNG

Zuvor hatten Dutzende Demonstrierende ein Sit-in veranstaltet, um Fahrzeuge des Roten Kreuzes daran zu hindern, das Gebiet zur Verteilung von Essen und Wasser zu erreichen. Vier Hilfslaster mussten anhalten, nachdem Protestierende die Straße mehr als zwei Stunden lang blockiert hatten. Sie skandierten „Sie sollen gehen“ und „Raus mit dem Roten Kreuz“ und schwenkten spanische Flaggen. Die Polizei schuf schließlich einen Korridor, und die tägliche Verteilung lief unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wieder an. Ein Konvoi von Krankenwagen, der medizinische Hilfe bringen sollte, wurde ebenfalls kurzzeitig aufgehalten.

Den Unruhen war ein weiterer Vorfall vorausgegangen, an dem rund 70 Migranten und eine Militärpatrouille beteiligt waren. In den frühen Morgenstunden des Donnerstags geriet nahe dem Strand ein Fahrzeug mit vier Soldaten nach Berichten in einen Hinterhalt: Menschen auf beiden Seiten der Straße warfen Steine und andere Gegenstände. Ein Soldat wurde verletzt, die Scheiben des Fahrzeugs gingen zu Bruch. Die Soldaten zogen sich zu Fuß zurück und forderten Verstärkung an. Später traf die Polizei ein und nahm zwölf marokkanische Staatsbürger fest, während sich die Menge zerstreute.

Die Gewalt verdeutlicht den Druck auf Ceuta, ein Gebiet von nur 18 Quadratkilometern, in dem seit einem massenhaften Zustrom aus Marokko vor einem Monat Tausende Migranten festsitzen. Schätzungen der spanischen Regierung sprechen von 3.500 bis 7.000 Menschen, die lokalen Behörden gehen jedoch von mehr als 10.000 aus. Am 27. August kündigte das Innenministerium in Madrid an, zusätzliches Personal zur Identifizierung von Migranten zu entsenden. Die Regierung bewilligte außerdem 25 Millionen Euro für die Betreuung unbegleiteter Minderjähriger. Madrid hat darüber hinaus eine einheitliche Einsatzleitung für Ceuta geschaffen, während die Kritik am Umgang mit der Krise wächst.

WERBUNG
WERBUNG
WERBUNG
WERBUNG