Zum ersten Mal seit 2008 reist wieder ein Papst nach Paris. Damit kehrt das Kirchenoberhaupt in die französische Hauptstadt zurück.
In der französischen Hauptstadt steigt die Spannung. Von Saint-Denis über Paris bis Metz unternimmt Papst Leon XIV. vom 25. bis 28. September seinen ersten apostolischen Besuch in Frankreich.
Nach Angaben der Polizei werden entlang der Route der Prozession von Leon XIV. durch die Straßen von Paris bis zu 250.000 Menschen erwartet. 80.000 Menschen haben sich ein Ticket für die Jugendmesse im Stade de France in Saint-Denis gesichert.
In der Hauptstadt war seit 2008, als Benedikt XVI. nach Paris kam, kein Papst mehr zu Besuch.
"Papst Franziskus war in Straßburg, Marseille und auf Korsika. Das sind Randgebiete Frankreichs“, sagt Charles Mercier, Leiter der Studiengänge Geschichte und Soziologie des Katholizismus an der École pratique des hautes études (EPHE) in Paris.
"Aber ein Besuch in der Hauptstadt ist ein Ereignis, denn das hat es lange nicht gegeben. Das steigert die Vorfreude, und ich glaube, das ist einer der Gründe für den Erfolg dieser Reise.“
Ein weiterer Grund für die Begeisterung ist die Popularität des Pontifex, der weit über die Reihen der französischen Katholikinnen und Katholiken hinaus ankommt. Leon XIV., im Mai 2025 zum Heiligen Stuhl gewählt, gibt sich als digital vernetzter Papst, der allen zuhört.
Notre-Dame: Keine vertrauliche Unterredung mit Emmanuel Macron
Leon XIV. hält sich zwei Tage in Paris und der Île-de-France auf. Nach Informationen der Zeitung La Croix nimmt er sich jedoch keine Zeit, um in der Kathedrale Notre-Dame von Emmanuel Macron persönlich die Pläne für den Wiederaufbau entgegenzunehmen.
Der französische Präsident hatte diesen Wunsch ausdrücklich geäußert. Nun muss er sich damit begnügen, sich am Freitagmorgen im Élysée mit dem Staatsoberhaupt der katholischen Kirche auszutauschen. Leon XIV. trifft dort „die staatlichen Behörden, Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft sowie das Diplomatische Korps“, bevor er zur Unesco weiterfährt.
Der Zeitplan des Papstes ist ohnehin dicht. Am Sonntag reist er nach Lourdes, wo er unter Ausschluss der Öffentlichkeit sieben Betroffene sexueller Gewalt in der Kirche treffen wird.
Unter ihnen ist ein ehemaliger Schüler der nahegelegenen Schule von Notre-Dame de Bétharram. Im Jahr 2024 reichten mehr als 230 Opfer Klage ein. Sie berichten von Prügelstrafen und sexuellem Missbrauch in dieser katholischen Einrichtung im Südwesten Frankreichs.