Zwölf EU-Staaten melden neue Höchststände beim Diesel. Lieferprobleme treiben den durchschnittlichen Preis an der Zapfsäule auf 2,24 € je Liter.
Im EU-Durchschnitt ist der Dieselpreis an der Zapfsäule auf den Rekordwert von 2,24 Euro je Liter gestiegen. Vor Ausbruch des Kriegs im Nahen Osten lag er noch bei 1,59 Euro. Das geht aus am Donnerstag veröffentlichten Daten der Europäischen Kommission hervor.
Zwölf EU-Mitgliedstaaten verzeichneten neue historische Höchststände, darunter Belgien, Italien, Rumänien und Polen, meldet die Nachrichtenagentur AFP. Die Preissteigerungen setzen die Haushalte zusätzlich unter Druck. Eine neue Analyse von Euronews zeigt, dass die Betankung eines 50-Liter-Tanks mit Diesel in Bulgarien inzwischen mehr als 15 % des monatlichen Mindestlohns vor Steuern verschlingt.
Nach den jüngsten Zahlen der Kommission kostet Diesel, der wichtigste Kraftstoff für den Straßengüterverkehr und landwirtschaftliche Maschinen, in Dänemark, den Niederlanden und Finnland inzwischen mehr als 2,50 Euro je Liter. In Deutschland liegt der Durchschnitt bei 2,44 Euro.
In Belgien, wo die Preise ein Rekordniveau erreicht haben, lag der durchschnittliche Dieselpreis am Montag bei 2,43 Euro je Liter. Eine Woche zuvor waren es noch 2,39 Euro.
In Italien stieg der Preis um sieben Cent auf 2,35 Euro je Liter. Französische Tankstellen, ohne Überseegebiete und Korsika, verlangten im Schnitt 2,37 Euro je Liter. Das ist ein minimaler Rückgang.
EU-weit erhöhten sich die Dieselpreise in der vergangenen Woche im Durchschnitt um einen Cent je Liter.
Die Angaben im Weekly Oil Bulletin der Europäischen Kommission enthalten die Steuern. Diese unterscheiden sich von Land zu Land und machen im Schnitt 40 % des Preises aus, den Autofahrer an der Zapfsäule zahlen.
Nicht berücksichtigt sind gezielte Entlastungen, etwa Zuschüsse für Vielfahrer in Frankreich.
Der EU-Durchschnitt wird nach dem Kraftstoffverbrauch der einzelnen Staaten im Jahr 2024 gewichtet. Im Februar lag er noch bei 1,59 Euro je Liter, bevor US-israelische Angriffe auf Iran den Krieg im Nahen Osten auslösten.
Seit Februar treiben mehrere Konflikte die Kraftstoffpreise nach oben. Zunächst wurde die Straße von Hormus, eine zentrale Route für fossile Brennstoffe aus dem Golf, praktisch geschlossen. Es folgte eine Blockade saudischer Exporte im Roten Meer durch Huthi-Milizen sowie ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien.
Lieferprobleme sind jedoch nur ein Faktor für die hohen Preise an der Zapfsäule. Die Raffineriemargen in Europa – also die Differenz zwischen dem Preis für Rohöl und dem Großhandelswert der daraus erzeugten Kraftstoffe – bleiben ebenfalls hoch. Fachleute der Europäischen Zentralbank erklärten Euronews im September, sie erwarteten, dass die Margen bei Diesel im Oktober ihren Höhepunkt erreichen, gestützt auf die damaligen Terminpreise.