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"Bastille zurückerobert": Kapert Linken-Politiker Mélenchon die Schülerproteste in Frankreich?

Schüler protestieren auf der Place de la Bastille in Paris gegen schlecht ausgestattete Schulen, am achten Oktober 2026.
Schülerinnen und Schüler protestieren auf der Place de la Bastille in Paris gegen schlecht ausgestattete Schulen am achten Oktober 2026. -  Copyright  Aurelien Morissard/Copyright 2026 The AP. All rights reserved
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Von Estelle Nilsson-Julien & Euronews
Zuerst veröffentlicht am
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Der linke Präsidentschaftskandidat Jean-Luc Mélenchon unterstützt die Proteste von Schülern und Studenten in Frankreich - und er kritisiert das Vorgehen der Sicherheitskräfte.

Jean-Luc Mélenchon, Chef der linken Partei "La France insoumise" (LFI), hat sich den Protesten von Schülern und Studenten in Frankreich angeschlossen. Zu einem Foto der Demonstration in Paris schrieb der Präsidentschaftskandidat auf X: "Die Bastille ist zurückerobert.“

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Die Proteste und Blockaden von vielen Gymnasien und einigen Universitäten dauern schon seit dem 17. September an. Hintergrund der Unzufriedenheit sind lange Schultage, überfüllte Klassen, marode Schulgebäude und häufige Unterrichtsausfälle.

Die Kundgebung an der Place de la Bastille an diesem Donnerstag verlief zunächst friedlich. Später kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, die Tränengas und einen Wasserwerfer gegen Demonstrierende einsetzte.

Mélenchon schrieb weiter auf X: „Beeindruckende Demonstration der Jugend, die ihre Forderungen auf die schönste Weise vorträgt! Riesiger Stolz. Wir sehen uns am Dienstag, dem 13. Oktober, und folgen dem Aufruf der Jugend- und Arbeitergewerkschaften.“

Der Sturm auf die Bastille im Jahr 1789 markierte einen Wendepunkt der Französischen Revolution. Er gilt bis heute als Symbol des Widerstands des Volkes gegen die königliche Autorität.

In vielen Umfragen vor den Präsidentschaftswahlen im Frühjahr 2027, bei denen Amtsinhaber Emmanuel Macron nicht mehr antreten darf, liegen Marine Le Pen und Jean-Luc Mélenchon vor den Bewerbern der Parteien der politischen Mitte.

"Mächtigste Jugendbewegung seit Mai 1968"

Mélenchons Partei und ihre Verbündeten sehen sich dem Vorwurf der politischen Gegner ausgesetzt, sie heizten die Jugend an und instrumentalisierten die jungen Leute für eigene Zwecke. Der 75-jährige Politiker betont dagegen, seine Bewegung unterstütze die Proteste, habe sie aber nicht ins Leben gerufen und stehe nur hinter friedlichen Aktionen. Die konservative Präsidentin der Region Île-de-France, Valérie Pécresse, nannte den LFI-Chef einen "Brandstifter unter den Feuerwehrleuten“.

Jean-Luc Mélenchon bezeichnete die Proteste als die „mächtigste Bewegung von Schülern und Studenten, die er seit Mai 1968 erlebt habe“.

In einer Rede vor den Studierenden der Elite-Wirtschaftshochschule HEC in der Hauptstadt verteidigte er sich gegen die Vorwürfe: „Zunächst einmal muss man diese Farce beiseite lassen, wonach LFI die Bewegung manipulieren würde. Niemand ist dazu in der Lage. Unser Ziel ist es nicht, eine Bewegung für unsere Zwecke zu instrumentalisieren, sondern die Bewegung instrumentalisiert uns“.

Der Präsidentschaftskandidat prangerte nicht nur seine politischen Gegner, sondern auch das „verabscheuungswürdige Mediensystem“ an und sprach von einem Versuch, ihn und seine Freunde "loszuwerden“.

Seit Ende September hat die Polizei nach Angaben des Innenministeriums mehr als 6.600 Menschen festgenommen. Damals begannen Schülerinnen und Schüler, von denen die meisten jünger als 18 sind, für mehr Geld im Bildungsbereich zu demonstrieren. Das Bildungsministerium teilte mit, dass am Donnerstag 375 Schulen vollständig oder teilweise geschlossen waren.

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