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Wegen Piraten: Südkorea verlegt Marinepatrouillen an Straße von Hormus

Der südkoreanische Zerstörer Chungmugong Yi Sun-sin läuft am zweiten Oktober 2026 von Busan zu einem Anti-Piraterie-Einsatz im Golf von Aden aus.
Der südkoreanische Zerstörer Chungmugong Yi Sun-sin läuft am 2. Oktober 2026 aus Busan zu einem Anti-Piraterie-Einsatz im Golf von Aden aus. -  Copyright  South Korean Navy Operational Command via Yonhap.
Copyright South Korean Navy Operational Command via Yonhap.
Von Dogyu Lee and Euronews Doha bureau
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Nach Angaben aus Seoul dringen Piraten inzwischen weit vor die somalische Küste vor. Südkorea will ein Patrouillenflugzeug vor Oman einsetzen und sich dennoch aus dem Krieg im Iran heraushalten.

Südkorea will seine Marinepatrouillen vom Golf von Aden auf Gewässer in der Nähe Omans ausdehnen. Anlass ist ein Anstieg der Piraterie vor der Küste Somalias, teilte das Verteidigungsministerium am Donnerstag mit.

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Der Marineverband Cheonghae eskortiert seit 2009 Handelsschiffe vor Somalia. Nach dem neuen Plan soll er zusätzlich in der Nähe von Duqm patrouillieren, einem Hafen in Oman, der rund 650 Kilometer von der Straße von Hormus entfernt liegt.

Die Patrouillen sollen außerhalb der Meerenge bleiben, der Verband bliebe weiterhin unter südkoreanischem Kommando.

Das Verteidigungsministerium erklärte, bislang seien in diesem Jahr 36 Piratenangriffe vor Somalia gemeldet worden, nach elf im gesamten Jahr 2025. Piraten seien weiter in Richtung Oman vorgedrungen, weil internationale Marinestreitkräfte ihren Schwerpunkt auf das Rote Meer und die Straße von Hormus verlagert hätten.

Die Marine will ein Seeaufklärungsflugzeug vom Typ P-8A Poseidon, ein Bombenräumteam und unbemannte Geräte entsenden, um Seeminen zu räumen. Der Plan sieht vor, die Obergrenze für das Personal von 320 auf 395 zu erhöhen.

Das derzeitige Mandat der Marine läuft am 31. Dezember aus. Vizeminister stellten sich am Donnerstag hinter den Plan, das Kabinett soll ihn in der kommenden Woche prüfen.

Stimmen das Kabinett und Präsident Lee Jae-myung zu, soll die Nationalversammlung darüber abstimmen, ob das Patrouillengebiet ausgeweitet und der Einsatz bis zum 31. Dezember 2027 verlängert wird.

Straße von Hormus: Warum sie für Südkorea wichtig ist

Südkorea deckte im Jahr 2025 rund 70 % seines Ölbedarfs aus dem Nahen Osten. Nach Angaben des Industrieministeriums verlief der Großteil dieser Lieferungen durch die Straße von Hormus.

US-Präsident Donald Trump kritisierte Seoul für seiner Ansicht nach unzureichende Unterstützung im Iran-Krieg. Lee erklärte im September, Südkorea habe die Pflicht, seine Bürger, Handelsschiffe und Öltransporte zu schützen, schloss jedoch einen Einsatz aus, der das Land in den Krieg hineinziehen könnte.

Seoul unterstützt einen von Großbritannien und Frankreich geführten Plan, der Handelsschiffe in der Meerenge schützen und Minen räumen soll, sobald die Lage dies zulässt. Das Verteidigungsministerium erklärte, die Entsendung von Minenräumgerät in Gewässer vor Oman werde südkoreanischen Besatzungen Erfahrungen vermitteln, die sie in einem künftigen Einsatz nutzen könnten.

Ein südkoreanischer Verteidigungsbeamter sagte der Nachrichtenagentur Yonhap, Seoul habe einer Teilnahme auf Anfrage zugestimmt, sobald der Krieg beendet sei oder Washington und Teheran eine Vereinbarung erzielt hätten, die einen sicheren Einsatz der Besatzungen erlaube. Jede Stationierung innerhalb der Meerenge müsste dennoch das Parlament billigen.

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