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Auch ein Lehrer muss ein Lernender bleiben

Auch ein Lehrer muss ein Lernender bleiben
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Lehrer und ihre Unterrichtsmethoden sind von zentraler Bedeutung für die Erziehung eines Kindes. Aber wie müssen sich Bildungsmethoden in einer sich rasant verändernden Welt entwickeln, um einen erfolgreichen Unterricht zu garantieren? Um das herauszufinden, sprachen wir mit den Experten Michael Fullan und Cheng Yin Cheong und besuchten ein Projekt in Kanada.

Kanada: Teamwork für bessere Resultate

Bekannt als ausgewiesener Bildungsexperte ist Professor Michael Fullan derzeit Ontarios Berater für Sonderpädagogik. Er hat an zahlreichen Projekten mitgearbeitet, um die Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Schülern zu verbessern und veröffentlichte zahlreiche Bücher zu diesem Thema. Aus seiner Sicht ist sowohl eine Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Schülern als auch zwischen Schulen unerlässlich.

Mit 72 Jahren arbeitet und forscht er immer noch, um erfolgreiche Lehr- und Lernmethoden vor allem für benachteiligte Schüler zu finden. Michale Fullan sagt: “Ein guter Lehrer hat zwei besondere Eigenschaften: Erstens kümmert er sich um jeden Schüler, er hat eine ‘fürsorgliche Leidenschaft’ für seine Schüler. Und zweitens kann er gut unterrichten, d.h. er kann alle seine Schüler mit ihren unterschiedlichen Lernbedürfnissen erreichen, und sie dabei unterstützen zu lernen. In unserer Arbeit mit Lehrern versuchen wir, die Integration von Fürsorge und Effektivität zu maximieren.”

Die Armadale-Schule in Toronto ist eine von 180 Schulen, die nach Michael Fullans Theorien umgewandelt wurde. Michael Fullan sagt: “Ein Lehrer muss ein Lernender bleiben, um erfolgreich zu sein. Und das kann er nicht, wenn er in seinem Klassenzimmer bleibt. Er muss mit anderen Lehrern, mit Experten, die neue Ideen einführen, zusammenarbeiten. Wir wissen aus der Forschung, dass Lehrer, die konzentriert zusammenarbeiten, bessere Ergebnisse erzielen. Man ist nicht nur ein Lehrer vor seiner Klasse, man muss sich auch fragen wie bin ich als Teammitglied.”

Weitere Informationen finden Sie im Internet:

Kanada: Hausaufgaben-Hotline

In Quebec unterstützt das Bildungsministerium seit 15 Jahren ein Projekt zur Hausaufgabenbetreuung. In dieser Zeit beantwortete die Telefon-Hotline “Allô Prof” rund 1,5 Millionen Anrufe.

Alle Schulkinder in Quebec können eine persönliche Beratung von einem Lehrer bekommen, wenn sie ihre Hausaufgaben nicht verstehen. Die Anrufe sind kostenlos und anonym. Es gibt ein virtuelles Klassenzimmer, ein Forum, Lernspiele, Videos und eine virtuelle Bibliothek. Das bedeutet, dass jeder Antworten für sein Problem finden kann, selbst die Eltern.

“Allô Prof”-Lehrerin Sandrine Faust sagt: “Die Lehrmethoden haben sich verändert, sie haben sich weiterentwickelt und manchmal fühlen sich Eltern etwas verloren, wenn sie mit den neuen Formen des Lernens konfrontiert werden, die ihre Kinder ihnen zeigen. “Allô Prof”-Lehrerin Sandrine Faust sagt: “Die Lehrmethoden haben sich verändert, sie haben sich weiterentwickelt und manchmal fühlen sich Eltern etwas verloren, wenn sie mit den neuen Formen des Lernens konfrontiert werden, die ihre Kinder ihnen zeigen. Auch dabei kann “Allô Prof” helfen, wir sind oft Mediatoren in der Familie.”

“Allô Prof” beantwortet rund 37.000 Anrufe pro Woche.

Weitere Informationen finden Sie im Internet:

Hongkong: Bildung nach Maß

Die Informationstechnologie stellt traditionelle Erziehungsmethoden auf den Kopf, was bedeutet, dass Lehrer ein neues Handwerkszeug brauchen, sagt der Präsident der World Educational Research Association. Er plädiert für einen individuellen, Schüler-orientierten Ansatz. Wir trafen Professor Cheng Yin Cheong zum Gespräch.

Der Professor plädiert für einen grundlegenden Wandel in der Art, wie Kinder unterrichtet werden sollten. Seiner Meinung nach sollten Lehrer ihren Schülern eine globale Perspektive bieten, und Schüler sollten die Möglichkeit haben, zu wählen was und wie sie lernen. Laut dem Professor versuchen viele Lehrer einfach nur, erworbenes Wissen an ihre Schüler weiterzugeben. Aber diese Lehrmethode ist seiner Meinung nach veraltet. Nach Cheng Yin Cheong sind alle Schüler unterschiedlich und sollten dementsprechend behandelt werden: “Wie können wir unseren Schülern helfen? Ihnen helfen, Kreativität zu entwickeln? Wir müssen sie dabei unterstützen, eine ‘kontextualisierte multiple Intelligenz’ zu entwickeln. Das bedeutet, dass sie nicht nur eine ökonomisch-technologische Art von Denken entwickeln, sondern auch eine sozial-kulturelle Seite. Sie lernen auch zu lernen – sie entwickeln eine Art von multipler Intelligenz.”

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