Warten oder starten - Flüchtlinge in Italien wollen weiter

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Von Euronews
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Einerseits ist der italienische Staat überlastet, andererseits macht Österreich Druck. Die Flüchtlinge stehen in der Mitte.

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Ein Aufnahmelager für Flüchtlinge in Rom. Mit dem Zug wollten viele von ihnen weiter nach Norden reisen. Doch die italienische Polizei hat ihre Kontrollen verschärft. Eine Enttäuschung für viele der jungen Männer hier in der italienischen Hauptstadt. So hatte sich Saddam aus dem Sudan seine ersten Monate in Europa nicht vorgestellt: “Ich habe versucht, mit dem Zug zu fahren, aber da waren Polizisten und sie haben gesagt, dass alle ohne Fahrkarte aussteigen müssen.”

Nach Frankreich oder England mächte Saddam weiterreisen. Im Sommer 2016 kam er in Italien an. Seine Identität wurde geprüft, die Sprachbarriere musste überwunden werden – das schleppende Verteilungsverfahren hatten ihn entmutigt – auch für die italienischen Behörden eine Belastung, weiß der Jurist Francesco Cherubine: “Einmal in Italien angekommen, müssen die meisten Flüchtlinge hier bleiben wegen des schlechten Verteilungssystems. Um das zu verhindern, nimmt die italienische Regierung manchmal schon gar keine Fingerabdrücke mehr, sondern schickt die Menschen einfach weiter in die anderen EU-Länder.”

Wer aus eigenem Willen weiterziehen will, hat derzeit schlechte Chancen. Hier am Bahnhof Tiburtina wurde ein Flüchtlingscamp geräumt, Zelten und Schlafstätten wurden entfernt. Für jene, die es tatsächlich schaffen, könnte aber weiter nördlich ein weiteres Hindernis warten. Denn die österreichische Regierung hat den Druck auf Italien erhöht. Man behalte sich vor, den Brennerpass , der Italien und Österreich verbindet, für Flüchlinge zu schließen.

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