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Es hagelt Kritik an Bundeswehr-Werbung bei 10. Gamescom

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Es hagelt Kritik an Bundeswehr-Werbung bei 10. Gamescom

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An die Bildschirme, fertig, los: Die Gamescom in Köln zieht wieder tausende Zocker in ihren Bann. Doch ein Aussteller erntet jede Menge Kritik: die Bundeswehr. Mit provokanten Plakaten rund um die Gamer-Messe versucht sie offenbar ihre Nachwuchsprobleme zu lösen. Dabei kommen die Botschaften aber gar nicht gut an, zumindest wenn es nach einigen Kritikern geht, berichtete etwa der WDR.

"Multiplayer at its best!" und "Mehr Open World geht nicht!" steht zum Beispiel auf zwei Plakaten geschrieben. Auf den Bildern sieht man Soldaten im Kriegseinsatz. Im Internet hagelt es Kritik: Manche User meinen etwa, die Bundewehr stelle brutale Kriegsführung auf eine Stufe mit einem eigentlich harmlosen Computerspiel.

Immerhin: Auf den Plakaten findet man auch Kleingedrucktes: "Multiplayer" entspreche demnach der Kameradschaft bei der Bundeswehr, "Open World" stehe eigentlich für Freiheit und Sicherheit auf der ganzen Welt. Ob das von allen Gamescom-Besuchern auch gelesen wird, bleibt aber fraglich.

Bundeswehr reagiert: Junge Erwachsene sollen bloß "zum Nachdenken gebracht werden"

Die Bundeswehr hat ihren Werbe-Auftritt unterdessen verteidigt. "So wie andere Arbeitgeber auch wollen wir dort mit IT-affinen jungen Menschen ins Gespräch kommen und ihnen die beruflichen Chancen bei der Bundeswehr nahebringen", so ein Sprecher der Bundeswehr.

Im ganzen Stadtgebiet von Köln wird der Messeauftritt mit einer Plakatierung begleitet. Die Kernfrage, die dabei gestellt werde, laute: "Krieg spielen oder für den Frieden kämpfen?", sagte der Sprecher. Damit wolle man junge Erwachsene im Umfeld der Gamescom zum Nachdenken bringen, wofür sie ihre Zeit und ihre Zukunft einsetzen. Und das frei nach dem Motto: "Echte Kameradschaft statt Single-Player-Modus?"

Gamescom: Zehntes Jubiläum

Die Kölner Gamescom ist das weltweit größte Event für Computer- und Videospiele und zieht wie vielleicht kaum ein anderer Branchentreff in Deutschland auch das Massenpublikum an. Im vergangenen Jahr zählte die Messe mehr als 350 000 Besucher.

"Vielfalt gewinnt", das diesjährige Motto, ist nicht zufällig ausgewählt. Es ist die zehnte Gamescom, ein Jubiläum. Und das Leitthema deutet an, welchen Weg die ganze Szene in den vergangenen Jahren gegangen ist. Spiele sind heute längst nicht mehr nur ein Thema für junge Männer, wie der Branchenverband Game nicht müde wird, vorzurechnen. Das Durchschnittsalter steige von Jahr zu Jahr und liege in Deutschland mittlerweile bei über 36 Jahren. Die größte Spielergruppe seien heute die über 50-Jährigen. Und Frauen stellten knapp die Hälfte der Spielerschaft.