Nach 14 Tagen Krieg gegen Iran schickt das Pentagon Tausende weitere US-Soldaten in das Konfliktgebiet. Am Samstag stand auch die US-Botschaft in Bagdad unter Beschuss.
US-Präsident Donald Trump schickt etwa 2.500 zusätzliche US-Marinesoldaten zum Einsatz im Iran-Krieg in den Nahen Osten. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP.
Laut anderen US-Medien könnten aber weit mehr weitere US-Soldaten ins Kriegsgebiet entsandt werden. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge soll sich unter anderem eine amphibischen Einsatzgruppe mit einer Marine-Expeditionseinheit auf den Weg machen. Diese besteht aus mehreren Kriegsschiffen sowie rund 5.000 Marinesoldaten.
Das Wall Street Journal schreibt, die Anfrage nach Verstärkung sei vom US-Zentralkommando, das für die amerikanischen Truppen im Nahen Osten zuständig ist, gestellt und vom Chef des Pentagon, Pete Hegseth, bereits genehmigt worden.
Auch das in Japan stationierte Kriegsschiff "USS Tripoli" soll laut US-Quellen in Richtung Naher Osten unterwegs sein. Vor Ort befindet sich bereits eine ganz US-amerikanische "Armada", wie Trump die Kriegschiffe nannte, darunter der größte Flugzeugträger der Welt, die USS Gerald Ford.
Hegseth: "Wir haben das im Griff"
Angesichts der iranischen Drohungen, die den weltweiten Öltransport durch die Straße von Hormus lahmlegen, erklärte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth: "Wir haben das im Griff und brauchen uns keine Sorgen zu machen."
US-Präsident Donald Trump erklärte am Freitag, der Iran sei "vollständig besiegt und wolle ein Abkommen“.
"Die Fake-News-Medien berichten nur ungern über die hervorragenden Erfolge der US-Armee gegen den Iran, der völlig besiegt ist und ein Abkommen schließen möchte – aber kein Abkommen, das ich akzeptieren würde!“, schrieb Donald Trump auf seinem Netzwerk Truth Social.
"Die festgefahrene Situation ist das zentrale Problem der Vereinigten Staaten“, analysiert Guillaume Ancel, ein ehemaliger Offizier im Schweizer Boulevardblatt 20 Minutes. "Donald Trump hat diese Offensive als eine militärische Sonderoperation konzipiert, die innerhalb weniger Tage abgeschlossen sein sollte, doch nun muss er feststellen, dass die Sache komplizierter ist."
Nach Schätzungen der New York Times hat bereits die erste Kriegswoche die USA 11,3 Milliarden Dollar gekosten.
Seit dem 28. Februar sind 13 US-Soldaten im Iran-Krieg ums Leben gekommen. Auf iranischer Seite sollen mindestens 1.200 Menschen getötet worden sein - darunter viele Kinder.
US-Botschaft in Bagdad von Raketenangriff getroffen
Ein Raketenangriff traf einen Hubschrauberlandeplatz auf dem Gelände der US-Botschaft in Bagdad, wie zwei Sicherheitsbeamte mitteilten.
Das Geschoss schlug innerhalb des Botschaftsgeländes ein, das sich in der Grünen Zone befindet – einem stark befestigten Viertel im Zentrum von Bagdad, in dem irakische Regierungsinstitutionen und ausländische Botschaften untergebracht sind.
Ein Video, das die Agentur Associated Press verbreitet, zeigt Rauch, der aus dem Inneren des Geländes aufsteigt. Von der US-Botschaft in Bagdad gab es zunächst keinen Kommentar.
Am Freitag hatte die Botschaft ihre Sicherheitswarnung der Stufe 4 für den Irak erneuert. Iran und mit Teheran verbündete Milizen hatten laut US-Diplomaten bereits zuvor Angriffe auf US-Bürger, Interessen und Infrastruktur verübt und könnten "diese weiterhin ins Visier nehmen".
Der weitläufige Botschaftskomplex, eine der größten diplomatischen Einrichtungen der USA weltweit, war in der Vergangenheit wiederholt Ziel von Raketen- und Drohnenangriffen durch mit dem Iran verbündete Milizen. Diese Gruppen haben in letzter Zeit ihre Angriffe auf Stützpunkte verstärkt, auf denen US- und Koalitionstruppen stationiert sind.
Bei einem Drohnenangriff im Nordirak am Donnerstag wurde ein französischer Soldat getötet und mehrere weitere wurden verletzt. Sie sind dort als Teil einer internationalen Koalition stationiert.