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Fall Valtonyc: Gericht in Gent verschiebt Auslieferungsentscheidung

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Fall Valtonyc: Gericht in Gent verschiebt Auslieferungsentscheidung

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Die belgische Justiz hat die Entscheidung über die Auslieferung des wegen seiner Lieder verurteilten spanischen Rappers Valtonyc vertagt.

Nach Angaben des zuständigen Gerichts in Gent ist mit einem Beschluss am 17. September zu rechnen.

Der Rap-Musiker mit bürgerlichem Namen Josep Miquel Arenas gab sich optimistisch.

"Ich bin glücklich, weil der Staatsanwalt nicht den Terrorismus-Vorwurf verfolgt. Zugleich stimmt mich das traurig, denn das heisst auch, dass der spanische Staat das Wort Terrorismus banalisiert und es benutzt, um Andersdenkende verfolgt."

Der Musiker war in Spanien 2017 für schuldig befunden worden, in seinen Texten Politiker mit dem Tod bedroht, Terrorismus verherrlicht sowie die Krone beleidigt zu haben.

Sein Anwalt wies die Anschuldigungen zurück. Rap sei wie Graffiti - nicht buchstabengenau zu nehmen.

Die Richter wollen sich nun Zeit nehmen, die Texte des Rappers zu analysieren.

In einem seiner Lieder beschreibt er, wie er einen Bus mit Politikern in die Lust sprengen möchte.

Valtónyc will seinen Fall in der Kategorie der freien Meinungsäußerung behandelt sehen.

Sollte er dennoch ausgeliefert werden, will er vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg ziehen.