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Möglicher Mord an saudischem Journalisten: Trump gegen Sanktionen

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Möglicher Mord an saudischem Journalisten: Trump gegen Sanktionen

Möglicher Mord an saudischem Journalisten: Trump gegen Sanktionen
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Das mysteriöse Verschwinden eines saudischen Regimekritikers in
Istanbul wird zur Staatsaffäre: Nach einem Zeitungsbericht («Washington Post») existieren angeblich Ton- und Videoaufnahmen, die
belegen sollen, dass Jamal Khashoggi vor eineinhalb Wochen im
saudischen Konsulat ermordet wurde.

Khashoggi betritt saudisches Konsulat

Die «Washington Post», für die Khashoggi selbst geschrieben hat, beruft sich dabei auf Informationen türkischer und amerikanischer Offizieller.

Demnach belegen die Aufnahmen, dass Khashoggi erst verhört, dann gefoltert und schließlich getötet wurde. Mehreren Offiziellen zufolge sei die Leiche des Journalisten
anschließend zerstückelt worden. Zuvor hatte schon die «New York
Times
» unter Berufung auf türkische Sicherheitskreise berichtet, dass
ein Team saudischer Agenten Khashoggi in dem Konsulat getötet,
seinen Körper danach mit einer Knochensäge zerstückelt und die Reste
mutmaßlich in Koffern aus dem Konsulat geschafft habe.

Kritische Stimmen in den USA fordern Antworten von Saudi-Arabien. Sanktionen lehnte US-PräsidentDonald Trump ab:

"Ich möchte nicht die riesigen Mengen Geld stoppen, die in unser Land fließen, ich weiß, dass verschiedene Arten von Sanktionen diskutiert werden. Aber sie geben 110 Milliarden Dollar für militärische Ausrüstung und für Dinge aus, die Arbeitsplätze schaffen, Jobs für dieses Land."

Die USA fühlten sich für den Fall eher nicht zuständig, da Khashoggi kein amerikanischer Staatsbürger gewesen sei und die angebliche Attacke nicht auf amerikanischem Boden passierte.

WURDE KHASHOGGI IN DIE TÜRKEI GELOCKT?

Khashoggi war zuletzt gesehen worden, als er das Konsulat betrat, um seine Scheidung abzuschließen. Die Türkei vertritt die These, dass ein 15-Mann-Trupp aus Riad entsandt wurde, um den regimekritischen Autor zu ermorden.

Für die Türkei geht es bei der Aufklärung des mutmaßlichen Verbrechens auch um das eigene Ansehen. Khashoggi soll von der saudischen Botschaft in Washington nach Istanbul geschickt worden sein, um Dokumente für seine geplante Hochzeit mit Hatice Cengiz abzuholen: Die Saudis hätten es nicht gewagt, Khashoggi in den USA zu töten, in der Türkei aber offenbar kein Problem darin gesehen, lautet der türkische Verdacht.

Khashoggis Apple-Armbanduhr, die er beim Besuch im Konsulat trug, könnte Details liefern. Ermittler wollen Medienberichten zufolge herausfinden, wie lange und von welchem genauen Ort die Uhr ihre Signale an Khashoggi Handy gefunkt hat, das er seiner vor der Tür wartenden türkischen Verlobten Hatice Cengiz gegeben hatte. Die Uhr kann auch die Herzfrequenz des Nutzers aufzeichnen.