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Baku-Forum: "Die EU kann alle schwierigen Situationen überleben"

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Baku-Forum: "Die EU kann alle schwierigen Situationen überleben"

Baku-Forum: "Die EU kann alle schwierigen Situationen überleben"
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Dieser Focus dreht sich um das "Humanitarian Forum" in Baku. Dort will man mit interkulturellen Strategien die Globalisierungskrise bewältigen.
Innovationen, technische Entwicklungen und Integration - das waren die Themen auf dem VI. "Humanitarian Forum" in Baku. Eröffnet wurde die Konferenz vom aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev. Zur Diskussion stand die Krise der Globalisierung und ihre Modelle. So scheint das Konzept der Europäischen Union zu wackeln, aber nach dem aserbaidschanischen Außenminister hat die EU noch eine solide Basis:

"Die EU kann alle derzeitigen schwierigen Situationen überleben. Meiner Meinung nach ist die EU ein Zusammenschluss von Ländern, die ein sehr großes Kapital haben, sie werden einen Ausweg aus den heutigen Problemen finden", meint Elmar Mammadyaro.

EU - ein Beispiel zwischenstaatlicher Integration

Die EU ist ein Beispiel für die zwischenstaatliche Integration im Rahmen des Globalisierungsprozesses, insbesondere im Hinblick auf die Freizügigkeit. Aber neue Mauern werden gebaut, auch in Europa, meint ein italienischer liberal-demokratischer Politiker:

"Wir müssen diese Mauern niederreißen und die Globalisierung zu einem Prozess machen, der die Menschen entwickelt und nicht nur die Wirtschaft oder die Finanzen. Junge Europäer, diejenigen, die das Erasmus-Programm kennen, erleben die positive Seite der Globalisierung, in diese Richtung müssen wir investieren. Das ist eine große Herausforderung, und Europa ist der Motor dafür", so Ettore Rosato.

Aber Beispiele wie Erasmus werden von Populisten und Rechtextremen lediglich als Erfolgsgeschichte für den Reichtum einer begrenzten, vernetzten und gebildeten Gemeinschaft angesehen. Diese Menschen sind laut dem russischen Philosophen Alexander Dugin, der als Vordenker Putins gilt, liberale Eliten:

"Wir geben der falschen Sache die Schuld, unsere Differenzierung ist falsch, zum Beispiel, indem wir sagen, dass der Populismus eine Bedrohung für den Humanismus darstellt, ich denke ganz im Gegenteil: Die Fortsetzung der globalen Elite, die die Menschheit in eine technische Entwicklungsrichtung führt oder zu führen versucht, ist die reale Bedrohung, die reale Gefahr, worauf die Menschen reagieren."

Migration und Multikulturalität

Migration und Multikulturalität waren weitere Themen des Treffens. Laut dem spanischen Politologen Ricard Zapata setzen neue Mauern den gewachsenen interkulturellen Ansatz zwischen den Ländern aufs Spiel:

"Mobilität erzeugt nicht nur kulturelle Vielfalt, sondern greift auch direkt die Fundamente vieler Staaten an, nämlich die Nationalität, eine der Grundlagen, auf der Staaten aufgebaut sind. Die Globalisierung stellt einen unumkehrbaren Prozess dar, ebenso wie die kulturelle Vielfalt innerhalb der Länder. Und die Staaten haben immer noch große Schwierigkeiten, das zu akzeptieren."

Auch die digitale Entwicklung und Technologie waren Themen des Forums. Die Angst vor künstlicher Intelligenz, die sich nach Ansicht einiger Kritiker in einen Hightech-Albtraum verwandeln könnte, wächst. Aber nach Einschätzung vieler Teilnehmer ist die digitale Industrie eine große Chance, die menschliche Entwicklung weltweit zu fördern.

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