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Pakistan spricht Christin frei - Islamisten fordern Tod der Richter

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Pakistan spricht Christin frei - Islamisten fordern Tod der Richter

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­­­­­­­­­­Im überwiegend muslimischen Pakistan kommt es nach dem Freispruch einer wegen Blasphemie zum Tode verurteilten Christin zu Protesten.

Was Menschenrechtsaktivisten international bejubeln, bringt Islamisten auf die Barrikaden. Sie fordern den Tod der Richter. Die Regierung entsendet Soldaten in größere Städte.

Dazu Hafiz Naeem ur Rehman, von der sozial konservativen und islamistischen Partei Jamaat-e-Islami:

"Als Premierminister will Imran Khan Pakistan verändern. Er sollte sich zum Obersten Gerichtshof begeben und eine Petition gegen diese gerichtliche Anordnung einreichen, um diejenigen zu entmutigen, die Blasphemie begehen".

Tausende blockierten in der Hauptstadt Islamabad Straßen und plünderten Regierungsgebäude, wie Behörden mitteilten. In Lahore versuchten Anhänger einer radikalen Gruppe, das regionale Parlament zu stürmen.

Menschrechtsaktivistin Tahira Abdullah begrüßt den Freispruch von Asia Bibi durch das oberste Gericht:

"Der Oberste Gerichtshof von Pakistan hat ein ausgezeichnetes Urteil abgegeben. Es ist ein Meilenstein".

Die pakistanische Regierung setzt auf das Militär um Religionsfreiheit und Menschenrechte im Land durchzusetzen.

Asia Bibi war die erste Frau in Pakistan, die wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt worden war. Vor neun Jahren hatten muslimische Frauen aus ihrem Dorf gegen die Christin und fünffache Mutter ausgesagt: Sie habe sich in einem Streit abfällig über den Propheten Mohammed geäußert. Ein Jahr später folgte das Todesurteil. In Pakistan wurden zwei Politiker, die sich für die Christin eingesetzt hatten, ermordet.